http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#entertainment#dcopt=ist;#1301926457#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#entertainment##484400400#120#600#3
Medienhaus Lensing
17.10.2008 18:11 Uhr
Schriftgröße: A A A

Verschleppt und gefoltert: Autobiografie des chinesischen Regimekritikers Gao Zhisheng

FRANKFURT/MAIN Am 22. September 2007 wurde der chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng vor seinem Haus in Peking von Beamten in Zivil festgenommen und verschleppt. Vor sechs Wochen meldete sich ein Informant bei einem im Ausland tätigen chinesischen Radiosender und berichtete, Zhisheng sei an einem geheimen Ort südlich von Peking versteckt und werde dort massiv gefoltert.Sabine Müller

«
1/1
»

Bürgerrechtler Gao Zhisheng. 

Artikel aus diesem Ressort
Lust auf mehr? Dann testen Sie uns! Erhalten Sie unsere Tageszeitung zwei Wochen lang gratis.
Lesen Sie die Ruhr Nachrichten als eZeitung auf dem iPad 2 - beides zusammen ab 22,99 €/ Monat* im Paket.
Reisen Sie zurück ins Dortmund der 1930er bis 1980er Jahre - mit den Filmschätzen der Ruhr-Nachrichten-Leser.
5 DVDs für 69,90€
Der münstersche Agenda-Verlag hat nur einen kleinen Stand auf der Buchmesse, mit einem schwarzen Regal, auf dem recht unscheinbar Exemplare des Buches „Chinas Hoffnung“ liegt. Auf dem Titelbild ist Gao Zhisheng zu sehen. Die Unterzeile verrät mehr: „Mein Leben und Kampf als Anwalt im größten kommunistischen Staat“.

Mordanschlag

Zhisheng berichtet auf fast 400 Seiten, wie er aus ärmlichen Verhältnissen zum beachteten Anwalt aufstieg, der sich offen gegen das Regime stellte, für Gerechtigkeit und Rechte in seiner Heimat kämpfte – und wie er, seine Frau und seine beiden Kinder dafür bezahlen mussten. Er schreibt von ständiger Verfolgung, offenen Drohungen, Angriffen und Gewalttaten, von einem Mordanschlag.

In China erscheint sein Bericht im Jahr 2006. Er wird in die USA geschmuggelt, dort ins Englische übersetzt. Die deutsche Übersetzung übernehmen Ursula Schwede und Zhihong Zheng für den münsterschen Agenda-Verlag, in nur vier Wochen. Eine Mammutleistung. Doch so erscheint „Chinas Hoffnung“, herausgegeben von Thomas Kalmud, noch während der Olympischen Spiele 2008, deren Austragung Zhisheng heftig kritisiert hatte.

Am 12. September 2007 wendet er sich in einem offenen Brief an den Kongress der Vereinigten Staaten und erklärt, dass China die Menschrechte im Zuge der Olympischen Spiele noch massiver verletze als sonst. Zehn Tage später wird Gao Zhisheng verschleppt.

Psychischer Druck

Die Übersetzerin Zhihong Zheng ist auf der Buchmesse. Sie ist Journalistin bei der „einzigen chinesischsprachigen Zeitung, die unabhängig ist“, wie sie selbst sagt. Die Bestürzung über die Berichte des Informanten sind ihr und Verleger Bernhard Schneeberger anzumerken. Der Informant habe von schlimmsten Folterpraktiken gesprochen, auch die Familie sei gefoltert worden, der psychische Zustand von Zhishengs Frau und seiner 13-jährigen Tochter sei desaströs.

Zheng hofft auf Forderungen der internationalen Gemeinschaft zur Freilassung. China brauche Gao Zhisheng. „Er ist gefährlich für das Regime, weil seine moralische Kraft so groß ist“, sagt die Journalistin. Stolz ist in ihrer Stimme. Und Angst.

Zhisheng war einer der wahrscheinlichsten Kandidaten für den gerade verliehenen Friedensnobelpreis. Er hat ihn nicht bekommen. Die Auszeichnung wäre vielleicht ein Signal gewesen. Und hätte vielleicht seine Freilassung bewirkt.


Veranstaltungssuche

Zeit

Heute
Morgen
Dieses Wochenende

Kategorie

Konzerte & Nachtleben
Kunst & Schauspiel
Gesellschaft & Freizeit
ANZEIGE

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

Ihre Veranstaltung hier! openeventnetwork

Kunstakademie Münster

1

Viel Sex und Nacktheit beim Rundgang

MÜNSTER Ist es das Schuldendebakel, Berlusconi und sein Bunga Bunga oder das Dschungelcamp? Was beschäftigt junge Künstler von heute? Münsters Kunststudenten laden bis Sonntag (5. Februar) zum alljährlichen Rundgang in die Akademie ein, um ihre Sicht auf Kunst und Welt zu zeigen. mehr...

"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball"

2

Brad Pitt mimt Baseball-Manager

Brad Pitt mimt den Baseball-Strategen Billy Beane.

Alle Talentsucher winken ab. Mit den Spielern, die Manager Billy Beane (Brad Pitt) verpflichtet, sei kein Staat zu machen. Gerade hat das Baseball-Team der Oakland Athletics einen schweren Aderlass hinter sich. Und jetzt will Beane den Weggang der Leistungsträger mit diesen Billigheimern kompensieren? mehr...

Kultursaal renoviert

3

Freundliche Frauenstraße

Das Frauenstraßen-Team stößt auf ein aufregendes Kulturprogramm im frisch renovierten Saal an (v.l.): Manfred Stolper, Klaus Woestmann, Ansgar Schmidt und Karin Gindler-Hilge.

MÜNSTER Ein kleines bisschen schockierend wirkt der frisch renovierte Hinterraum der Frauenstraße 24 schon. Früher wurde hier in düster-uriger Atmosphäre Spinat-Pide verzehrt, während man die Weltlage aus linker Sicht analysierte. Jetzt ist alles so propper, adrett und freundlich wie die Caféteria eines soziokulturellen Begegnungszentrums. mehr...

Ausstellung

4

Mit den Augen spazieren gehen

Elke Dombrowskis "Panorama" ist im Foyer des Stadttheaters in Münster zu sehen.

MÜNSTER Die Künstlerin Elke Dombrowski gönnt ihren Ölbildern ein exklusives Format: in der Höhe recht schmal, doch so breit wie eine Kinoleinwand. In diesen cinemascopeweiten Landschaften soll der Betrachter „mit den Augen spazieren gehen“, sagt sie. mehr...

Dreharbeiten: "Was bleibt"

5

Filmcrew in Hertener Bungalow

Der Hertener Bungalow bot viel Platz für den Filmdreh von "Was bleibt".

HERTEN Ein Hauch von Hollywood wehte über den Hertener Nordring. Und Schnee - mitten im Sommer. Ein Haus in der beschaulichen Straße diente Regisseur Hans-Christian Schmid als Kulisse für seinen neuesten Film "Was bleibt - Home For The Weekend", der neben zwei weiteren westfälischen Filmen bei der Berlinale zu sehen ist. mehr...

Kultur erleben

Sehenswert

Theater in der Region

Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick.  mehr...

Rundgang

Ausstellungen in der Region

Von Malerei bis Fotografie: Ein Rundgang durch diese Ausstellungen lohnt sich.  mehr...

Nigel Kennedy probt in der Alten Oper in Frankfurt am Main.

Hörenswert

Konzerte in der Region

Egal ob Operette, Oper oder Philharmonie: Welche Konzerte sich wirklich lohnen.  mehr...

Willy Decker, der Intendant der Ruhrtriennale.

Rückblick

Ruhrtriennale 2011

Auf der Bühne, in Konzerten und Lesungen drehte sich alles um den Buddhismus  mehr...

Dortmunder "U"

Wahrzeichen

Das Dortmunder U

Von der Brauerei zum Kulturzentrum. Das ist jetzt im Dortmunder U los.  mehr...

Beim Bücher-Schnäppchenmarkt lassen sich bestimmt ein paar "Glücksgriffe" finden.

Neuer Lesestoff

Bücher

Einschlafhilfe oder lesenswert? Diese Schmöker sind druckfrisch im Regal.  mehr...

Scrat aus "Ice Age 3" wirkt in 3D noch possierlicher.

Filmkritiken

Kino

Welcher Streifen lohnt sich wirklich? Das sind die Tops und Flops auf der Leinwand.  mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#entertainment##1795427125#350#125#12
http://ad.de.doubleclick.net#oms.ruhr-nachrichten.de#entertainment##270712519#300#250#4
Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
MünsterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | immo.RuhrNachrichten.de