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Private Altpapier-Entsorger machen Städten Konkurrenz
Von Natascha Aßmann und Kerstin Heil am 14. Juli 2008 19:47 Uhr
NRW In Nordrhein-Westfalen tobt ein erbitterter Kampf um die Entsorgung von Altpapier. Immer mehr private Entsorger machen den städtischen Betrieben Konkurrenz bei der Abfuhr des lukrativen Rohstoffes.

Grafik: Schmolke, Neubauer
Jüngstes Beispiel ist der Kreis Unna. Seit Montag wetteifern die Stadtbetriebe und die Borchers Kreislaufwirtschaft GmbH aus Borken um Stellplätze für ihre blauen Altpapier-Tonnen: „Zehntausend wollen wir zunächst in Unna, Bönen und Kamen ausliefern“, sagte Bernhard Strotmeier aus der Borchers-Geschäftsleitung gegenüber unserer Redaktion.

Unterlassungsverfügung in Unna

Die Gemeinde hat auf diese kurzfristige Ankündigung von vergangenem Mittwoch reagiert: Unna zog die Verteilung städtischer Tonnen von August auf gestern vor. „Wir wollen die Geschäfte im Sinne der Bürger nicht in andere Hände geben“, sagte Stadt-Sprecher Uwe Hasche. Mit dem Gewinn aus der Altpapiervermarktung werde die Entsorgung des übrigen Mülls mitfinanziert. Der Kreis Unna erließ am Montag eine Unterlassungsverfügung.

Landesweiter Kampf

Der „Altpapierkrieg“ tobt landesweit, beschäftigt Gerichte und setzt Kommunen unter Zugzwang: In Greven hat vor sechs Wochen ein privater Versorger 8000 blaue Tonnen aufgestellt. Die Stadt hat sich vergebens gewehrt. Andere Städte handeln vorbeugend: In Witten werden seit Ende Juni Altpapiertonnen ausgeliefert, seit in der Nachbarstadt Hattingen ein Privatunternehmer Fuß zu fassen versucht.

Das Interesse an der Entsorgung von Altpapier ist so hoch, weil sich laut Experten dessen Preis verdoppelt und die Nachfrage aufgrund neuer Technik zur Verwertung auf hohem Niveau stabilisiert hat.

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