| Wettlauf um den wertvollen Rohstoff Altpapier |
| Von Natascha Aßmann und Kerstin Heil am 14. Juli 2008 19:57 Uhr |
| NRW Einige Kommunen in NRW erleben derzeit ihr blaues Wunder vor der Haustür: Während deren Bürger ihr Altpapier bislang noch in zentrale Container oder Recyclinghöfe bringen mussten, hält in ihren Gemeinden derzeit – oft über Nacht – die blaue Altpapiertonne Einzug. Aufgestellt von kommunalen und privaten Entsorgern, die sich einen Wettlauf um den wertvollen Rohstoff liefern. |
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„Der Bürger tut gut daran, sein Papier den Kommunen zu geben“, erklärt etwa Karin Opphard vom Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (VKS) unserer Redaktion. Der Abholservice seitens des privaten Konkurrenten sei zwar kostenlos, habe aber auch negativen Einfluss auf die Gebühren. Denn die profitable Altpapiervermarktung der Kommunen sei bislang den Bürgern zugute gekommen. Auswirkungen auf Müllgebühr In der Tat bestätigt etwa Uwe Hasche, Sprecher der Stadt Unna, wo derzeit der Altpapierkampf tobt, dass die Stadt etwa 100.000 Euro im Jahr am Altpapier seiner Bürger verdiene. "Dadurch senkt sich die Müllgebühr jährlich um bis zu vier Euro.“ Und auch der Kämmerer von Bergkamen, Horst Mecklenbrauck, betont, dass ein kommunaler Entsorger einzig mit Altpapier Geld verdiene. 170.000 Euro seien dies in seiner 52.000 Einwohner zählenden Stadt, in der die Kommune schon 1997 blaue Tonnen eingeführt hat. Damit sei Bergkamen für private Entsorger uninteressant. Private Entsorger sondieren "weiße Flecken" Denn diese sondieren derzeit die "weißen Flecken“, in denen der Bürger noch nicht „ortsnah sein Altpapier entsorgen“ kann, erklärt Karsten Hintzmann vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE). Expertenschätzungen gehen davon aus, dass dies etwa die Hälfte der bundesdeutschen Fläche betreffen könnte. Genaue Zahlen gibt es nicht. Den Vorwurf der kommunalen Vertreter, die Privaten konzentrierten ihr Engagement nur auf die dicht besiedelten und damit lukrativen Regionen, weist der BDE-Sprecher zurück: "Wir betreiben keine Rosinenpickerei!“ Vielmehr entdeckten die Kommunen ihrerseits erst das lukrative Altpapiergeschäft für sich. Das sieht Borchers, der private Entsorger, der nun im Kreis Unna tätig ist, auch so. "Unna erwacht doch jetzt erst aus seinem Dornröschenschlaf“, sagt Bernhard Strotmeier aus der Geschäftsleitung. |
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