Bagger gegen Zeltlager

JÜCHEN Umweltschützer habern auch am Donnerstag auf einer Obstwiese bei Jüchen im Kreis Neuss mit einem Zeltlager gegen den geplanten Tagebau Garzweiler II protestiert. Der Energiekonzern RWE Power blockiert seit dem Nachmittag den Zugang zum Gelände mit Baggern.

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  • Die Streuobstwiese bei Otzenrath in Sichtweite des Braunkohletagebaus Garzweiler (Archivfoto von 2005).

    Die Streuobstwiese bei Otzenrath in Sichtweite des Braunkohletagebaus Garzweiler (Archivfoto von 2005). Foto: Oliver Berg/dpa

  • Mitglieder des Bundes für Umwelt undNaturschutz (BUND) stellten am Mittwoch ein Schild auf einer Obstwiese bei Jüchen auf.

    Mitglieder des Bundes für Umwelt undNaturschutz (BUND) stellten am Mittwoch ein Schild auf einer Obstwiese bei Jüchen auf. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Das geschehe aus „Vorsicht“, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf. Mit der Belagerung der Wiese wollen die Umweltschützer aus Klimaschutzgründen den Abbau von Braunkohle verhindern. Die Wiese gehört dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Energiekonzern RWE Power hat aber seit dem 2. Januar die bergrechtliche Erlaubnis, das Gelände zu nutzen.

Aus Sicht des BUND bereitet RWE eine Zwangsräumung vor. RWE-Tagebaudirektor Lutz Kunde habe dem Verein am Donnerstagnachmittag eine schriftliche Aufforderung überstellt, die Obstwiese unverzüglich zu räumen, berichtete BUND-Sprecher Dirk Jansen. RWE-Power-Sprecher Lothar Lambertz widersprach dieser Darstellung. Zum Wochenende sei nicht mit einer Zwangsräumung zu rechnen, betonte er. Der zuständigen Kreispolizeibehörde in Neuss war ebenfalls nichts von einer bevorstehenden Zwangsräumung bekannt. Beamte seien nicht vor Ort, sagte ein Sprecher der Behörde.

"Sicherheitsgründe"

Laut Lambertz grenzt die Wiese direkt an den bereits bestehenden Tagebau. Schilder des Oberbergamtes untersagten das Betreten. Daher habe man aus Sicherheitsgründen den Zugang verhindern wollen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Kohle-Vorhaben im Dezember für rechtens erklärt. Spätestens Ende Januar soll der Abbau beginnen. Dazu sind laut RWE Power aber noch Vorbereitungsarbeiten nötig.

Am Nachmittag waren nach Angaben Jansens noch zehn Protest-Camper auf der Wiese. „Es ist zwar kalt und windig hier, wir harren aber mit ungebrochenem Optimismus aus.“ Die Zahl sei zwar geringer als am Tag zuvor, dafür sei aber die Unterstützung aus den Reihen der betroffenen Bevölkerung beeindruckend. Viele Besucher auf der Wiese bekundeten ihre Solidarität, sagte Jansen. „Einige haben sogar Wein gebracht. Die Verpflegung ist gut.“

60 Millionen Tonnen Braunkohle

„Das Areal hat große Bedeutung für den Tagebau“, unterstrich Lambertz. Unter der Wiese lagerten 60 Millionen Tonnen Braunkohle. Das Oberverwaltungsgericht habe eindeutig entschieden, dass ein Abbau im Interesse der Allgemeinheit liege. „Wir wollen keine Eskalation, aber die Besetzung der Wiese ist widerrechtlich.“ Wenn sich die Besetzer nicht einsichtig zeigten, müsse RWE Power weitere rechtliche Maßnahmen ergreifen.

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Januar 2008, 17:22 Uhr
    Aktualisiert:
    24. September 2010, 15:51 Uhr