Drohnen-Affäre: Millionengrab Euro Hawk - Um wie viel Geld geht es?

BERLIN Den deutschen Steuerzahler hat die Entwicklung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ nach Angaben des Verteidigungsministeriums von Mitte Mai bereits 507,9 Millionen Euro gekostet. Hinzu kommen 93,6 Millionen Euro für offene vertragliche Verpflichtungen und 54,1 Millionen Euro für die „Anfangsflugbefähigung“ des Prototypen.

  • Das Beschaffungsprogramm für die Aufklärungsdrohne wurde vor drei Wochen wegen massiver Kostenexplosion gestoppt.

    Das Beschaffungsprogramm für die Aufklärungsdrohne wurde vor drei Wochen wegen massiver Kostenexplosion gestoppt. Grafik: dpa

Die Erprobung der größten Aufklärungsdrohne der Welt kostete bisher 13,2 Millionen Euro. Sie soll trotz des Abbruchs des Rüstungsprojekts bis zum 30. September fortgeführt werden. Bis dahin werden 3,3 Millionen Euro im Monat fällig, also insgesamt noch einmal 13,2 Millionen Euro.

Millionen in den Sand gesetzt

Unter dem Strich macht das 682 Millionen Euro. Davon sind 247,6 Entwicklungskosten für die von EADS stammende Aufklärungstechnik, die in einem anderen Flugzeug weitergenutzt werden soll. Dieses Geld ist also noch nicht verloren. Es bleiben aber immer noch mehr als 400 Millionen Euro, die möglicherweise in den Sand gesetzt wurden. Zu einer möglichen Rückerstattung heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf die Anfrage eines SPD-Abgeordneten vom 14. Mai: „Regressklauseln oder Konventionalstrafen sind nicht vereinbart. Diese sind bei einem grundsätzlich mit Risiko behafteten Entwicklungsvertrag nicht durchsetzbar.“
    

Rund 500 Millionen hätte der geplante Kauf von vier weiteren „Euro Hawk“-Drohnen gekostet. Diese Investition bleibt dem Steuerzahler nun erspart. Noch unklar ist, was aus den 483 Millionen Euro wird, die für Nato-Drohnen vom Typ „Global Hawk“ eingeplant sind. Der „Global Hawk“ ist die Schwester-Drohne von „Euro Hawk“, sie hat lediglich eine andere Aufklärungstechnik. Daher sind dieselben Probleme bei der Zulassung für den europäischen Luftraum zu erwarten, die zum Ende des „Euro Hawk“-Projekts geführt haben.
 
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juni 2013, 17:36 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Juni 2013, 18:39 Uhr