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25.02.2013 16:47 Uhr
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Papst Benedikt ermöglicht frühere Wahl seines Nachfolgers

Rom/London (dpa) Kurz vor seinem Rücktritt hat Papst Benedikt XVI. das Verfahren zur Wahl seines Nachfolgers beschleunigt. Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes kann nun schon in der ersten März-Hälfte beginnen.

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Tritt am 28. Februar zurück: Papst Benedikt XVI. Foto: Claudio Peri (Foto: dpa)

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In Rom empfing das Kirchenoberhaupt am Montag zudem die Autoren mehrerer Geheimberichte zur «Vatileaks»-Affäre um gestohlene Dokumente und mutmaßliche Machenschaften im Vatikan. Zudem nahm er den Rücktritt des britischen Kardinals Keith O'Brien an, dem «unangemessenes» Verhalten gegenüber jungen Priestern vorgeworfen wurde. O'Brien wird damit auch nicht mehr am Konklave teilnehmen.

Benedikt XVI. änderte die Regeln für die Wahlversammlung so, dass die Kardinäle jetzt auch schon vor dem 15. März zusammentreten können. Der Vatikan will so offenkundig sicherstellen, dass bis zu den Osterfeierlichkeiten ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt ist. Exkommuniziert werden soll nach dem Schreiben des Papstes, wer aus dem Umfeld der Helfer und Assistenten der Kardinäle während des Konklaves einen von Benedikt entworfenen Eid des Schweigens bricht.

Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papst-Wahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan am Montag in Rom mit, ohne einen möglichen Termin zu nennen. Das Apostolische Schreiben (Motu proprio) des Papstes legt es damit in die Hand der Kardinäle, das Konklave entgegen der bisherigen Frist bereits vor dem 15. März zu eröffnen. In Rom war seit Tagen spekuliert worden, diese Versammlung werde bereits am 10. oder 11. März beginnen.

Die eigentlich vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz («leerer Stuhl Petri») bis zum Konklave soll den wahlberechtigten Kardinälen normalerweise Zeit geben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen. Da Benedikt seinen Rücktritt früh angekündigt hatte, können sich die voraussichtlich 116 teilnehmenden Kardinäle auf eine baldige Anreise einstellen. Benedikt hatte am 11. Februar völlig überraschend angekündigt, zum 28. Februar zurückzutreten.

Im Vatikan empfing er am Montag in einer Audienz die drei Autoren der Geheimberichte zur «Vatileaks»-Affäre um gestohlene Dokumente und mutmaßliche Machenschaften im Vatikan. Die Kardinalskommission hatte ihm zweimal umfangreiche Berichte über die Hintergründe von «Vatileaks» übergeben, den letzten kurz vor Weihnachten. In Rom war spekuliert worden, Benedikt könnte die Informationen dem Kardinalskollegium vorlegen. Der Papst aber hat entschieden, dass die Untersuchung allein seinem Nachfolger zugänglich gemacht werden soll, teilte der Vatikan mit.

In Großbritannien trat der ranghöchste Vertreter der Katholiken, Kardinal O'Brien, nach Vorwürfen «unangemessenen» Verhaltens gegenüber jungen Priestern zurück. Er legte das Amt des Erzbischofs von St. Andrews und Edinburgh nieder, teilte das Erzbistum am Montag mit. Er werde auch nicht an der bevorstehenden Wahl des neuen Papstes teilnehmen, sagte O'Brien. Der 74-Jährige war der einzige britische Geistliche, der dem Konklave angehören sollte.

Am Sonntag waren Vorwürfe gegen O'Brien laut geworden. Drei Priester seiner schottischen Diözese und ein ehemaliger Priester hatten sich an den Vatikan gewandt. «Der Heilige Vater hat entschieden, dass mein Rücktritt mit dem heutigen Tag wirksam wird», teilte O'Brien in Edinburgh mit. Im März hätte er nach üblicher Praxis in der katholischen Kirche ohnehin ein Gesuch einreichen müssen, ihn von seinen Pflichten zu entbinden, weil er dann 75 Jahre alt wird.

Papst Benedikt ist der erste Papst seit Jahrhunderten, der sein Amt freiwillig aufgibt. Als Grund hatte der 85-Jährige seine nachlassenden Kräfte genannt. An diesem Mittwoch folgt mit der Generalaudienz Benedikts letzter öffentlicher Auftritt, bevor am Donnerstag um 20.00 Uhr sein Pontifikat endet.

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