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Damaskus/Istanbul (dpa)
Für Assad wird die Luft immer dünner. In Aleppo wächst der Protest. Die Hamas wendet sich von ihm ab. Angeblich wollen sich jetzt sogar einzelne Funktionäre des Unterdrückungsapparats absetzen.
Die komplette Exil-Führung der Hamas-Bewegung um Chalid Meschaal soll Damaskus in den vergangenen zwei Wochen verlassen haben. Foto: Hamas Press Office (Foto: dpa)
Der Kreis der Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird immer kleiner. Am Freitag kam es in der Provinz Aleppo nach Angaben von Aktivisten zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Oppositionellen und Regierungstruppen, bei denen acht Zivilisten getötet wurden.
In Aleppo hatte es in den ersten Monaten des Aufstandes kaum Proteste gegen Assad gegeben. Arabische Fernsehsender strahlten am Freitag ein Video aus, das ihren Angaben zufolge eine Gruppe von Deserteuren aus Aleppo zeigt. Ihr Anführer erklärt, die Truppen des Regimes seien für ihn und seine Männer ein legitimes Angriffsziel.
Die Oppositionelle Suhair al-Atassi sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, inzwischen seien auch einige hochrangige Funktionäre des Regimes aus der alawitischen Minderheit bereit, sich der Revolution anzuschließen. Sie forderten aber Garantien, weil sie Angst um ihr Leben und um ihre Familien hätten. Der Assad-Clan gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, aus deren Reihen sich die gefürchteten regimetreuen Schabiha-Milizen rekrutieren.
Ein palästinensischer Funktionär berichtete derweil, die komplette Exil-Führung der Hamas-Bewegung habe Damaskus in den vergangenen zwei Wochen verlassen. Politbüro-Chef Chalid Meschaal habe sich in Katar niedergelassen. Die restlichen Spitzenfunktionäre der radikal-islamischen Bewegung, die den Gazastreifen kontrolliert, setzten sich seinen Angaben zufolge nach Jordanien und Ägypten ab.
In der Provinz Daraa töteten Deserteure nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter acht Soldaten. Landesweit seien am Freitag insgesamt 28 Zivilisten getötet worden, meldeten Aktivisten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, in der Provinz Idlib seien zwei Jungen im Alter von 12 und 14 Jahren ums Leben gekommen, als «bewaffnete Terroristen» eine ferngezündete Bombe zur Explosion brachten.
Die Beratungen über eine Syrien-Resolution im Weltsicherheitsrat beobachtet die Opposition mit Ärger und Sorge. Die syrischen Muslimbrüder erklärten am Freitag, ein russisches Veto gegen eine Resolution, die das Regime verurteilt und den Schutz der Zivilisten mit allen Mitteln fordert, wäre immer noch besser als eine völlig zahnlose Resolution, die von Moskau mitgetragen werde. Seit Beginn der Proteste gegen Assad im März 2011 sollen zwischen 5600 und 6700 Menschen getötet worden sein.
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