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Medienhaus Lensing
29.04.2010 11:53 Uhr
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NRW-Wahl: Redeschlacht in der TV-Arena

Mönchengladbach (dpa) MÖNCHENGLADBACH Endrunde in der Wahlarena. Diesmal sind die Matadore mit geschärften Waffen gekommen. Während das TV- Duell zwischen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft flau ausgefallen war, geriet der Fünfkampf der Spitzenkandidaten am Mittwochabend zur lautstarken Redeschlacht.

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Wolfgang Zimmermann (Die Linke), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Jürgen Rüttgers (CDU) und Andreas Pinkwart (FDP) in der Wahlarena. 

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„Die sind nicht mehr ganz so vorsichtig miteinander“, bilanziert Irm Weidkamp die 90-minütigen TV-Runde. Die Rentnerin gehörte zu den 150 handverlesenen Zuschauern, die mit Beifall und Buhrufen die Debatte befeuerten. Ein Meinungsforschungsinstitut hatte das Publikum ausgesucht - „Klein NRW““ sollte auf der Tribüne sitzen. An den Fernsehern in Nordrhein-Westfalen verfolgten nach WDR-Angaben 560.000 Zuschauer das Schaulaufen der Spitzenkandidaten. Rüttgers und Kraft hatten am Montagabend 160.000 Zuschauer mehr angelockt.



„Ich werde mich zurücklehnen und zuhören“, sagt Olaf Schurig vor der Übertragung. Dass die Debatte einen Einfluss auf sein Kreuz am Wahlsonntag haben wird, denkt der 44-Jährige nicht. Anders Georg Knoben: „Ich hoffe auf einen heftigen Schlagabtausch, der mir bei der Entscheidung hilft.“ Alois Löppenberg aus Bielefeld will vor allem Eines: „Sehen, wie so eine Live-Sendung vor sich geht.“ Erst dann ergänzt der 47-Jährige: „Und mir einen persönlichen Eindruck von den Politikern machen.“

Rotes Oberteil, rote Schuhe

Kraft entert die Wahlarena als erste. Rotes Oberteil, rote Schuhe mit Schleifchen. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Sylvia Löhrmann, folgt im grünen Blazer. Im weißen Hemd kommt der Landevorsitzende der Linkspartei, Wolfgang Zimmermann, keine Krawatte, keine Farbe. Rüttgers und FDP-Landeschef Andreas Pinkwart erscheinen zu zweit.

Als erste wagt Kraft den direkten Blick ins Publikum. „Damit man mal einen Eindruck vom Land gewinnt“, scherzt sie und erntet positive Reaktionen. Die Konfrontation mit den Zuschauern macht die Debatte viel emotionaler als das Duell Kraft-Rüttgers. Amtsinhaber und Herausforderin fallen sich oft ins Wort - Moderator Jörg Schönenborn hat wiederholt Probleme dazwischen zu kommen. Pinkwart und Zimmermann kommen anfangs kaum zu Wort. Löhrmann schaltet sich immer wieder resolut in die Debatte ein.

Die Kleinen spielen eine große Rolle

Natürlich spielen an diesem Abend die Kleinen eine große Rolle: „Interessant wird sein, wie sich die kleinen Parteien positionieren“, sagt eine Bankangestellte. Nach der Sendung resümiert die 37-Jährige: „FDPund Linkspartei waren enttäuschend. Grün war klar.“

Antworten erwarten die Zuschauer vor allem auf die Frage, wer will mit wem? Doch so richtig rückt keiner mit der Sprache heraus. Jeder bekennt sich zu seiner Wunschkoalition, schließt andere Bündnisse aber nicht aus. „Das ist Spielerei“, sagt Löhrmann nach der Sendung. Wer kann überhaupt mit wem? Über inhaltliche Unterschiede konnte sich das Publikum - auch dank der scharfen gegenseitigen Angriffe - ein Bild machen. „Mir sind beim Thema Bildung die Positionen klarer geworden“, sagte eine angehende Lehrerin.

Zimmermann allein

Mal klatscht das Publikum, mal raunt es. Die Buh-Rufe ertönen am lautesten, als Rüttgers Kraft vorwirft, falsche Zahlen zu zitieren. Und der Sieger?„Rüttgers. Er kannte die Fakten deutlich besser als Kraft“, sagt Student Stephan Krebs. Seine Kommilitonin Christiane Wedding findet:„Pinkwart hat gewonnen.“ Ein Rentner vermerkt beim Gehen: „Ich fand Kraft am besten.“

Nach der Debatte stellen sich SPD und Grünen zusammen. Rüttgers und Pinkwart sprechen Zuschauer an. Allein bleibt Linken-Landeschef Zimmermann.




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