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Medienhaus Lensing
13.08.2010 15:26 Uhr
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Laschet oder Röttgen?: Wahlkampf in der NRW-CDU

DÜSSELDORF Norbert Röttgen lässt die nordrhein-westfälische CDU zappeln. Seit einer Woche schweigt sich der Bundesumweltminister darüber aus, ob er Chef des größten CDU- Landesverbands werden will. Mehrere jüngere CDU-Bundestagsabgeordnete aus NRW haben Röttgen inzwischen aufgefordert, seinen Hut in den Ring zu werfen.dpa

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Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) (Archivbild). 

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Derweil macht sein Gegenspieler, Ex-Integrationsminister Armin Laschet, Wahlkampf in eigener Sache. Seit er vor einer Woche seine Kandidatur angemeldet hat, erklärt er beinahe täglich in Interviews, warum die NRW-CDU bei der Besetzung des Chefpostens in der Landespartei eine Düsseldorfer Lösung braucht und keinen Import aus der Hauptstadt.

Einen Bundesminister als Parteichef gebe es in keinem anderen CDU-Landesverband, betont Laschet. Die NRW-CDU habe mit einer solchen Konstruktion in den 1990er Jahren schlechte Erfahrungen gemacht. Damals war Bundesarbeitsminister Norbert Blüm Landesvorsitzender und die CDU in der Opposition festgenagelt. Laschet hat daraus gelernt: Der Parteichef muss tagtäglich in Düsseldorf sein, um Rot-Grün Paroli bieten zu können.

Laschet hat das Parteiestablishment in NRW hinter sich. Fraktionschef Karl-Josef Laumann, dem Laschet in der Fraktion hauchdünn unterlegen war, und Generalsekretär Andreas Krautscheid unterstützen seine Bewerbung. Auch der Chef der NRW-Landesgruppe im Bundestag, Peter Hintze, sprach sich für die Düsseldorfer Lösung aus.

Als Unterstützer für Röttgen hat sich in Düsseldorf bislang nur der Chef des CDU-Bezirks Ruhrgebiet, Oliver Wittke, geoutet. Wenn der Umweltminister Landesvorsitzender werden will, muss er daher auf die Parteibasis setzen und Laschet bei einer Mitgliederbefragung aus dem Feld schlagen. Die Parteibasis soll das Wort erhalten, wenn es mehr als einen Bewerber gibt. Zumindest darin sind sich beide Seiten einig.

Wie das Votum der rund 160 000 Parteimitglieder ausfallen könnte, ist allerdings schwer einzuschätzen. Denn zu ähnlich sind sich die beiden potenziellen Bewerber. Röttgen (45) und Laschet (49) sind etwa gleich alt, beide gehören zum Kreis der Modernisierer in der Union, trafen sich als junge Bundestagsabgeordnete in der fast schon legendären Bonner „Pizza-Connection“ mit Grünen-Politikern und sind beide Rheinländer. „Es gibt keine politischen Gegensätze zu Röttgen“, hat Laschet in einem Interview bekannt.

Der unerklärte Wahlkampf zwischen dem Laschet- und dem Röttgen-Lager wird derzeit weitgehend hinter vorgehaltener Hand geführt. Dem Umweltminister wird in Düsseldorf vorgeworfen, mit einem Griff nach dem Landesvorsitz seine Berliner Karrierepläne befördern zu wollen. Umgekehrt heißt es bei Röttgen-Befürwortern, mit Laschet, Laumann und Krautscheid wollten drei Wahlverlierer die NRW-CDU führen.

Während zwischen dem Laschet- und dem Röttgen-Lager bei der NRW- CDU derzeit weitgehend Funkstille herrscht, ist vom noch amtierenden Parteivorsitzenden Jürgen Rüttgers nichts zu hören. Rüttgers hatte angekündigt, den Übergang in der NRW-CDU zu moderieren. Bislang ist das nicht gerade geräuschlos gelungen.


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