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Medienhaus Lensing
10.06.2011 10:52 Uhr
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Mehr Windkraft für NRW: Berliner Gesetz könnte ehrgeizige Vision zunichte machen

NRW Heiner Konerts Hof im münsterländischen Metelen zieren eine Biogas- und mehrere Photovoltaikanlagen. Zudem sorgt ein Windkraftrad für Strom. Konert ist auch Geschäftsführer des Windparks Schöppinger Berg mit 14 Windrädern. „Ein Erfolgsmodell“, sagt Konert.Von Christoph Klemp und Peter van Dyk

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Vor allem in den windigen Regionen des Münster- und Sauerlands liebäugeln Bürger mit neuen Windparks. (Foto: dpa)

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Konert ist auch Geschäftsführer des Windparks Schöppinger Berg. Dort drehen sich in bester Lage 14 Windräder. „Ein Erfolgsmodell“, sagt Konert.

Doch das Windpark-Geschäft in NRW könnte kurioserweise ein Auslaufmodell sein. An Land produzierter Windstrom soll nach Plänen der Bundesregierung künftig weniger subventioniert werden. „Bei gekürzter Vergütung lohnen sich nur noch Anlagen auf Bergen, wo ständig der Wind weht“, sagt Konert. „An anderen Standorten werden sich Investoren das überlegen.“

Dabei ist das Interesse am Einstieg in die WindstromProduktion groß: Vor allem in den windigen Regionen des Münster- und Sauerlands liebäugeln Bürger mit neuen Windparks. Die Kommunen schreiben großzügig Vorrangzonen für neue Windkraftanlagen aus: Im Regierungsbezirk Arnsberg haben so laut Bezirksregierung 62 der 83 Kommunen diese Zonen bereits ausgewiesen.

Leistungsstärkere Anlagen

Die Landesregierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens 15 Prozent des Stroms aus Windkraft zu produzieren. Vor allem sollen bestehende Anlagen durch leistungsstärkere ersetzt werden. Repowering nennt sich das.

Die oppositionelle FDP befürchtet, dass trotz Repowering zum Erreichen der 15-Prozent-Marke bis zu 4400 Anlagen zusätzlich aufgestellt werden müssten. Mit „verheerenden Folgen für Landschaft und Bewohner“.

Kritik an der oft von Windkraftgegnern ins Spiel gebrachten „Verspargelung der Landschaft“ aber wird bei der Landesregierung kaum verfangen: Im Interview mit dieser Zeitung sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) unlängst: „Windräder gehören mittlerweile zur Kulturlandschaft.“

„Offshore ist das Ding“

Ob die Vision der Landesregierung umgesetzt werden kann, ist jedoch ungewiss. Denn nicht nur die Bundesregierung setzt mit ihrem aktuellen Gesetzentwurf zur Erneuerbaren Energie verstärkt auf Mega-Windparks in Nord- und Ostsee. Auch vielen großen Versorgern scheint das Massengeschäft auf dem Meer attraktiver.

„Offshore ist das große Ding“, heißt es etwa beim Anlagenbauer Siemens. Ein großer Vorteil: Keine Anwohner, die sich über die gewaltigen Türme in der Nachbarschaft aufregen. Windrad-Hersteller REpower aus Hamburg ist dagegen dem Geschäft an Land gegenüber aufgeschlossener: „Wir rechnen damit, dass Nordrhein-Westfalen zukünftig eine unserer wesentlichen Absatzregionen für Windenergieanlagen in Deutschland sein wird“, sagt Jens Müller-Nielsen, Geschäftsführer der REpower Systems GmbH. Trotz geplanter Kürzung der Förderung.

Landwirt Heiner Konert muss sich wenig Gedanken über die Zukunft der Windkraft-Subventionen machen. Bereits gebaute Anlagen genießen Bestandsschutz, werfen garantierte Beträge ab. Konert und die 67 Gesellschafter des Schöppinger Windparks freuen sich schon auf das Jahr 2015. Dann sind die Anlagen abbezahlt und die Windbauern fahren ihre Ernte ein.


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