Widerstand wächst
Gasbohrungen in NRW
Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte. mehr...
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MÜNSTER Der Dalai Lama hat die Ehrendoktorwürde der Universität Münster erhalten. „Wir ehren einen Menschen des Friedens, einen Mahner für interreligiöse Harmonie, einen aufopferungsvollen Botschafter seines Volkes und einen Mann der Wissenschaft“, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) beim Festakt im münsterschen Schloss.
Der vierzehnten Dalai Lama streichelt am Donnerstag vor dem Schloss in Münster über den Kopf eines Säuglings. (Foto: Volker Hartmann (ddp))
Der Ministerpräsident würdigte zudem den politischen Einsatz des 72-jährigen Religionsoberhauptes für ein selbstständiges Tibet. Der Dalai Lama verfolge eine „Diplomatie im Sinne des Mittleren Weges mit China“. Die Menschenrechte der Tibeter müssten dringend verbessert werden, betonte Rüttgers. Das wolle auch er immer wieder ansprechen. Rüttgers hatte den Dalai Lama vor dem Festakt zu einem Gespräch getroffen.
Religion und Wissenschaft
Es handelt sich um die erste deutsche Ehrendoktorwürde für den Friedensnobelpreisträger von 1989. In einem weiteren Gutachten zur Ehrendoktorwürde hebt der münstersche Theologe Hubert Wolf hervor, dass der Dalai Lama auf einmalige Weise die Autonomie naturwissenschaftlicher Erkenntnisse anerkannt habe. Damit habe er „die Zerrissenheit einer ganzen Generation zwischen Glauben und Wissen, zwischen Religion und Wissenschaft“ aufgehoben. Er werde zu einem „Hoffnungszeichen in einer Welt, die diese Einsicht in allen Bereichen dringend braucht“.
Chinesische Kritik
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch erklärt, sie wolle trotz chinesischer Kritik an ihrem für Sonntag geplanten Treffen mit dem Dalai Lama festhalten. Es stehe in einer Reihe von Begegnungen der Kanzlerin mit Religionsführern, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appellierte an die Kanzlerin, nicht einzuknicken. Das chinesische Außenministerium in Peking hatte zuvor den deutschen Botschafter zu einem Gespräch über das Treffen mit Merkel einbestellt. Der Dalai Lama unterhält seit vielen Jahren persönliche Kontakte zu Wissenschaftlern, um Gemeinsamkeiten zwischen Naturwissenschaften und Buddhismus zu entdecken. Er unterstützt die Einführung naturwissenschaftlicher Fächer an buddhistischen Klöstern. In seinem indischen Exil in Dharamsala organisiert er alle zwei Jahre wissenschaftliche Konferenzen zum Thema „Mind and life“..
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