Live-Ticker: Mindestens 15 Tote bei Loveparade - Vorwürfe gegen Veranstalter
DUISBURG Sie wollten tanzen und feiern, aber sie starben im dichten Gedränge: Mindestens 15 Menschen kamen am Samstag bei einer Massenpanik bei der Loveparade ums Leben. Zudem habe es über 100 Verletzte gegeben. Augenzeugen hatten die Polizei nach eigenen Angaben vor der Gefahr gewarnt. Der Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, hat den Veranstaltern die Schuld für die Tragödie gegeben. [Mit Video]dpa / jg
Update 22:09 Uhr: Die Sorge bei vielen Besuchern und Angehörigen wächst: Über den Internetdienst Twitter suchen immer noch zahlreiche Leute vermisste Personen.
Update 22:01 Uhr: Vor dem Bahnhof in Duisburg geht es weiterhin "ruhig" zu, sagt Bahnsprecher Udo Kampschulte. Mehrere hunderte Menschen warten vor dem Haupteingang. Da die Züge derzeit noch sehr unregelmäßig "und nicht mit der eigentlich geplanten Kapazität" fahren, hat die Bahn ihr Konzept für heute Nacht verlängert. Der Betrieb läuft nun bis 4 Uhr. "Wir wollen alle nach Hause bringen", sagt Kampschulte. Auch der Einsatz der zusätzlichen Busse wurde verlängert.
Update 21:47 Uhr: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD): „Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen.“ Das ganze Land trauere um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und „bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben“. Die Gedanken seien nun bei den Familien, Angehörigen und Freunden der Toten und verletzt.
Update 21:41 Uhr: Stimmen gibt es auch von der Pressekonferenz im Rathaus der Stadt Duisburg. Oberbürgermeister Adolf Sauerland wehrt sich gegen Vorwürfe, dass Stadt und Organisatoren auf den großen Andrang vorbereitet gewesen wären.
Augenzeugen Video:
Update 21:35 Uhr: Immer mehr Augenzeugen berichten. Sergej Benkogenov (19) und Vitaly Dippel (21) aus Hamm: „Irgendwann hat es sich gestaut, ein Nadelöhr“, sagte Sergey. „Am liebsten wären wir wieder nach Hause gefahren, aber das ging ja nicht: Umkehren war unmöglich“, beschrieb er die Situation. Mal haben die Kumpels aus Hamm zehn Minuten auf der Stelle gestanden, dann sei immer wieder von hinten geschubst und gedrängt worden, berichten sie. „Keiner wusste, wo die Loveparade beginnt. Die Schlange war endlos“, sagte Sergey.
Ein Gruppe Duisburger Freunde ist über den Presseeingang auf das Gelände gekommen. Einige Raver hätten das Gelände von hinten gestürmt und den Zaun niedergerissen. Das war kurz nach 17 Uhr. „Wir sind einfach hinter der Masse her auf das Gelände“, sagte eine 27-jährige Duisburgerin. „Ich kenne den Tunnel, da wollte ich nicht durch!“
Update 21:29 Uhr: Und nun auch Frau Merkel: „Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte. Ich bin entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes“, erklärte Merkel über ihren Sprecher. „In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer.“ Der Chef der Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, telefonierte mit der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen und sagte die Hilfe des Bundes zu.
Update 21:24 Uhr: Bei der Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg gab es nach bisherigen Erkenntnissen der Stadt neben den Todesopfern rund 80 Verletzte. Der Sprecher der Stadt, Frank Kopatschek, sagte er am Samstagabend, einige Menschen seien über ein Absperrgitter auf eine Art Treppe geklettert und abgestürzt.
Update 21:12 Uhr: Hier noch einmal dieNotrufnummer: 0203/94000
Update 20:58 Uhr: Der Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, hat den Veranstaltern der Technoparade in Duisburg die Schuld für die Katastrophe mit mindestens 15 Toten gegeben. „Die haben einen krassen Management-Fehler begangen. Wie kann man denn Menschen nur durch einen einzigen Zugang auf das Gelände lassen. Das ist ein Skandal“, sagte der DJ dem „Berliner Kurier“.
Für ihn sei die Frage nach der Verantwortung klar. „Die Veranstalter sind schuld!“ Sie hätten aus „reiner Profitgier“ gehandelt. „Die haben doch gewusst, dass es voll wird. Was also haben Zäune und Security da zu suchen? Bei nur einem Zugang.“ Die Katastrophe sei „einfach schrecklich“, sagte der Techno-Guru. „Mein Mitgefühl gilt den Familien der Toten und den Verletzten.“
Dr. Motte hatte die Liebesparade 1989 gegründet. Weil die Party seiner Ansicht nach zur „Dauerwerbesendung“ verkam, zog sich der Berliner aber 2006 aus dem Organisationsteam zurück.
Update 20:51 Uhr: Claudia Roth, die Bundesvorsitzende der Grünen, hat sich geäußert: „Wir sind geschockt und empfinden Bestürzung und Trauer über diese Katastrophe bei einem friedlichen und ursprünglich fröhlichen Event, an dem junge Menschen aus ganz Deutschland und Europa teilgenommen haben.“ Ihr Mitgefühl gelte auch den Familien und Freunden der Opfer und den vielen Verletzten.
Update 20:42 Uhr: Nach Angaben von Udo Kampschulte von der Bahn warten derzeit "ein paar hundert Menschen" vor der Absperrung am Duisburger Hauptbahnhof. Aufkommende Meldungen, dass auch hier zunehmend Unruhe herrsche, verneinte Kampfschulte. "Hier ist alles ruhig."
Update 20:31 Uhr: Nun meldet sich auch Bundespräsident Christian Wulff zu dem Unglück:„Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar.“ Er sei mit seinen Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen und Freunden. Er hoffe, dass ihnen und allen Verletzten schnelle und wirksame Hilfe zuteil werde „und die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden“.
Update 20:24 Uhr: Nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf starben vermutlich 15 Menschen in der Massenpanik. Es habe über 100 Verletzte gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Die Veranstaltung sei mittlerweile geschlossen worden. Notfallseelsorger kümmerten sich um die geschockten Menschen
Update 20:16 Uhr: Hier noch einmal dieNotrufnummer: 0203/94000
Update 20:14 Uhr: Nachrichtenagenturen berichten, dass Augenzeugen bereits mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik die Polizei vor der Gefahr gewarnt hätten. „Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Raver Fabio der dpa. „Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige Menschen seien über Zäune und eine Leiter geklettert.
„Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst einmal nichts. „Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt“, sagte Fabio.
Update 20:08 Uhr: Ein Augenzeuge gerade im Sender n-tv zur Katastrophe: „Man kann nicht mit einer Million Menschen planen und dann ein Gelände für 350.000 Menschen bereitstellen.“
Update 20:06 Uhr: Auch Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat mit Bestürzung und Trauer hat auf die Katastrophe bei der Loveparade reagiert. „Wir trauern mit den Angehörigen der Verstorbenen, und wir bangen und hoffen mit den Verletzten und ihren Familien“, ließ Westerwelle über seinen Sprecher mitteilen.
Update 19:59 Uhr: Der Tunnel, in dem sich die Tragödie abgespielt hat, soll mittlerweile seit etwa 45 Minuten gesperrt sein. Auch der Duisburger Hauptbahnhof bleibt vorerst gesperrt.
Update 19:49 Uhr: Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat mit großer Bestürzung auf die Ereignisse reagiert. „Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden“, sagte Jäger in Duisburg.
Der Krisenstab der Landesregierung habe sofort reagiert und weitere Behandlungs- und Betreuungskräfte aus dem ganzen Land nach Duisburg entsandt. Jäger wollte sich noch am Samstagabend über den genauen Ablauf des Geschehens in Duisburg informieren. Update 19:39 Uhr: Der Tunnel zum Loveparade-Gelände hat nach Angaben eines Augenzeugens wie eine „Falle“ gewirkt. „Überall lagen Menschen auf dem Boden herum. So stelle ich mir Krieg vor“, sagte ein Augenzeuge. Die Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet gewesen. „Das war programmiertes Chaos.“
Das Gelände sei wegen Überfüllung abgesperrt gewesen, und von hinten hätten durch den Tunnel die Massen gedrückt, sagte er. „Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu.“ Die Polizei und die Rettungskräfte hätten schnell versucht, an die Menschen zu kommen, was aber schwierig gewesen sei.
Update 19:35 Uhr: Nach Medienberichten des WDR versuchen immer noch Menschen, nach Duisburg zu kommen.
Update 19:33 Uhr: Der Polizeisprecher Jürgen Kiskemper sagte, unter den Toten befänden sich neun Frauen und sechs Männer.
Update 19:25 Uhr: "Die Züge rollen wieder", so Udo Kampschulte von der Bahn. "Wir versuchen so viele Menschen wie möglich nach Hause zu bringen", sagte der Sprecher weiter. Derzeit sein auch viele Ersatzbusse auf dem Weg. Vor dem Hauptbahnhof werden derzeit Durchsagen gemacht, um die Meschenmassen zu steuern.
Update 19:20 Uhr: Immer mehr Menschen verlassen das Partygelände der Loveparade in Duisburg. Im Fernsehen war auch zu sehen, wie Notzelte auf der Autobahn 59 aufgebaut wurden. Auf der Autobahn reihten sich auch Hubschrauber auf. Die Feuerwehr stand in Alarmbereitschaft. Nach Medienberichten war der Handyempfang in dem Gebiet immer wieder unterbrochen.
Update 19:12 Uhr: Am Bahnhof in Duisburg sammeln sich zunehmend Menschen, die die Loveparade verlassen, heißt es.. Noch kurz vor dem Unglück hatte die Polizei das Veranstaltungsgelände wegen Überfüllung geschlossen. Die Polizei gab über Lautsprecher Hinweise an die Teilnehmer und bat sie, zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen.
Die Notausgänge des Geländes wurden nach Angaben der Stadt Duisburg geöffnet. 120 Busse wurden aktiviert, die die Teilnehmer ursprünglich erst in der Nacht nach Hause bringen sollten. Auf der benachbarten Autobahn 59, die als Rettungsweg bereitsteht, stehen zahlreiche Rettungswagen und viele Rettungshubschrauber bereit.
Zusammenfassung 20:17 Uhr
Bei der Massenpanik während der Loveparade sind am Samstag in Duisburg mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 45 Besucher wurden bei einem Gedränge in einem Tunnel vor dem Veranstaltungsgelände am ehemaligen Güterbahnhof verletzt. Nach ersten Schätzungen waren mehr als eine Million Menschen bei der Loveparade, die erstmals auf einem abgeschlossenem alten Bahngelände stattfand.
Zu der Panik unter den Besuchern war es vor dem Loveparade-Gelände am ehemaligen Güterbahnhof in einem Tunnel gekommen, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Vor dem eingezäunten Gelände des Güterbahnhofs hatte sich der Besucherstrom gestaut, einige wollten auch schon wieder nach Hause. Der Tunnel war dabei ein Nadelöhr. Als es um 17 Uhr zur Abschlusskundgebung kam, entstand Gedränge unter Besuchern, die schnell auf das Gelände wollten. Nach Schätzungen waren auf dem Loveparade-Gelände und der Umgebung mindestens eine Million Menschen unterwegs. Aus Sicherheitsgründen wurde die Loveparade zunächst nicht abgebrochen.
Mit einem Großaufgebot von Kranken- und Polizeifahrzeugen sind die Rettungskräfte vor Ort. Auch mehrere Rettungshubschrauber haben erste Schwerverletzte abtransportiert.
Es ist eine Notrufnummer eingerichtet worden: 0203/94000
Augenzeuge: Haben Polizei noch vor Panik gewarnt
Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik in einem Tunnel vor dem Loveparade-Gelände haben Augenzeugen die Polizei vor der Gefahr gewarnt. „Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Raver Fabio. „Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige seien über Zäune und eine Leiter geklettert.
„Wir sind danach durch den Tunnel zurück. „Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst einmal nichts. „Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt.“
Bahnhof gesperrt
Der Hauptbahnhof in Duisburg ist derzeit voll gesperrt. "Wir wollen kein weiters Nadelöhr provozieren", so Udo Kampschulte von der Bahn. Außerdem würden sich noch mehrere Personen in den Gleisen befinden. Daher würden die Züge derzeit nicht fahren können.
Loveparade läuft aus Sicherheitsgründen noch weiter
Die Loveparade wird nicht abgebrochen, um eine mögliche weitere Panik zu verhindern. „Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden“, erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden aber inzwischen geöffnet. Kopatschek sprach von 45 Verletzten. Die Polizei hält noch an der Zahl 15 fest.
Auf der Veranstaltung sollen bis zu 1,4 Millionen Menschen sein.
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