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Medienhaus Lensing
01.03.2010 10:29 Uhr
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Überwiegend geringe Waldschäden: Nach "Xynthia": NRW räumt auf

DÜSSELDORF Viel Arbeit nach dem Sturm: Nachdem Orkantief „Xynthia“ Nordrhein-Westfalen verlassen hat, ist die Feuerwehr vielerorts mit dem Aufräumen beschäftigt. Die Polizei kann bereits aufatmen: Nach Tausenden Einsätzen am Sonntagnachmittag hat sich die Lage mittlerweile entspannt. Der am Sonntag im ganzen Land eingestellte Regional- und Fernverkehr der Bahn wurde am Montag Morgen wieder aufgenommen. dpa/ddp/PvD

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Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung für NRW herausgegeben. (Foto: dpa)

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Als stärkster Sturm seit Jahren ist Orkantief „Xynthia“ am Sonntag über den äußersten Südwesten von NRW hinweggefegt und hat im ganzen Land für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Am Montag dauerten die Aufräumarbeiten noch an, während sich der Verkehr bereits weitgehend wieder normalisiert hatte. Viele Straßen waren jedoch auch am Tag nach dem Orkan noch gesperrt, auch im Bahnverkehr kam es weiter zu Behinderungen. Nach ersten Einschätzungen der Forstbehörden sind die Schäden in den Wäldern durch „Xynthia“ jedoch vor allem im Sauer- und Siegerland nicht mit „Kyrill“ im Januar 2007 zu vergleichen.

Zwei Todesopfer

Der Sturm hatte am Sonntag zwei Todesopfer gefordert:  In Pulheim bei Köln wurde eine Joggerin im Wald von einem umstürzenden Baum erschlagen. Eine 70-jährige Frau aus Herbern wurde am späten Sonntagnachmittag zwischen Werne und Herbern von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Spitzengeschwindigkeit 137 km/h

In Kalterherberg in der Eifel hatte der Orkan mit einer Windgeschwindigkeiten von 137 Stundenkilometern den in NRW am Wochenende gemessenen Spitzenwert erreicht, berichtete am Montag Fabian Ruhnau von der Unwetterzentrale des Bochumer Wetterdienstes meteomedia. An den Messstationen in Eschweiler und Aachen überrundete „Xynthia“ mit Windgeschwindigkeiten von 131, beziehungsweise 122 Stundenkilometern jeweils die bei Vorgänger „Kyrill“ im Januar 2007 gemessenen Spitzenwerte. In den übrigen Landesteilen von NRW war „Xynthia“ jedoch hinter „Kyrill“ zurückgeblieben, sagte Ruhnau.

Wälder glimpflich davongekommen

„Xynthia“ habe offenbar in den Wäldern nur vereinzelt zu großflächigen Schäden geführt. Es zeichne sich ab, dass vor allem einzelne Bäume wegen des nassen Bodens samt Wurzeln umgedrückt worden sind. Die Schäden würden derzeit aufgelistet, soweit die Wälder wegen unpassierbarer Waldwege erreichbar seien, sagte ein Sprecher des Landesbetriebes Wald und Holz NRW in Arnsberg. Wegen der Gefahr von umstürzenden Bäumen wurde das Betreten der Wälder im Kreis Siegen- Wittgenstein sogar verboten.

Dächer abgedeckt, Türme geknickt

In Aachen bekamen rund 1200 Schüler eines Gymnasiums einen Tag frei. „Xynthia“ hatte eine Glaskuppel vom Dach gelöst und auf den Schulhof geschmettert. Zwölf weitere Glaskuppeln sollen auf ihre Standfestigkeit überprüft werden, ehe Schüler am Dienstag aufs Gelände gehen dürfen, teilte die Stadt mit.
In dem kleinen Ort Müntz bei Jülich hat der Orkan die Kirchturmspitze der katholischen Kirche St. Peter abgeknickt. Die filigrane Spitze donnerte nach Angaben der Gemeinde Titz ins Seitenschiff der Kirche. Bekannt ist die Kirche durch ihren spätgotischen Passionsaltar der Antwerpener Schule. Ob der beschädigt wurde, konnte das Bistum am Morgen nicht sagen. Fachleute seien vor Ort.
In der Ortschaft Vussem bei Düren drohte am Tag nach dem Orkantief das Hallendach eines Handwerksbetriebs auf die Straße zu rutschen. Die Polizei sperrte die Ortsdurchfahrt K 20 für den Verkehr.

Tausende Einsätze

Pausenlos im Einsatz gewesen waren die Retter von Polizei und Feuerwehr vor allem am Sonntagnachmittag und dem frühen Abend gewesen. Von fast 5400 Sturmeinsätzen, die die Polizei in NRW zwischen Sonntag 13.00 Uhr und Montag 05.00 Uhr zählte, waren 4900 allein in der Zeit zwischen 13.00 und 20.00 Uhr. „Die Meldungen liefen fast im Minutentakt ein“, resümierten die Beamten.Die meisten Einsätze seien problemlos verlaufen, wenn auch erhebliche Schäden entstanden seien. Der Orkan hatte in NRW für zwei Todesopfer und zahlreiche Verletzte gesorgt.

100 Straßen im Sauer- und Siegerland gesperrt

Im Sauer- und Siegerland waren am Montagmorgen noch mehr als 100 Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Überall in der Region liefen aber bereits die Aufräumarbeiten an. In den Höhenlagen hatte der Orkan an vielen Stellen Bäume oder Baumgruppen auf die Straßen gedrückt. Betroffen waren neben kleinen Kreisstraßen auch Land- und Bundesstraßen.

Spur der Verwüstung

Der Süden von Nordrhein-Westfalen wurde besonders hart getroffen. Am Sonntagvormittag zog das Sturmtief zuerst in der Eifel eine Spur der Verwüstung hinter sich her. „Wir eilen von einem Einsatz zum anderen“, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen. Umgestürzte Bäume versperrten zahlreiche Straßen.

Ein besonderer Orkan

Auf der A 1 bei Wuppertal verwüstete der Sturm eine rund 100 Meter lange Baustelle an einer Brücke. Sowohl die Autobahn als auch die darunterliegend Bahnverbindung mussten gesperrt werden. Nach Angaben der Landesleitstelle der Polizei war dort mit einer längeren Sperrung der Autobahn zu rechnen, da die Bergungsarbeiten äußerst schwierig seien.

„Xynthia“ sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat“, erläuterte der Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.


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