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Medienhaus Lensing
19.02.2009 01:01 Uhr
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Neonazi-Überfall: Spur führt nach Dortmund

DORTMUND Die Neonazis, die am Samstag der vergangenen Woche eine Gruppe von sieben Personen auf einem Rastplatz in der Nähe von Chemnitz mit Flaschenwürfen und Tritten ins Gesicht attackiert haben, stammen alle aus dem „Umfeld von Dortmund“.

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Dieses Bild von der Attacke auf dem Rastplatz wurde von einem Mitglied des Weimarer Bürgerbündnisses gegen Rechts aufgenommen. (Foto: Privat)

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Das bestätigte der Chemnitzer Oberstaatsanwalt Bernd Vogel am Mittwoch auf Anfrage. Es werde gegen 15 Personen ermittelt. Samstagvormittag hatte die Gruppe – bestehend aus 13 Männern und zwei Frauen – sieben Mitglieder des Weimarer Bürgerbündnisses gegen Rechts in der Raststätte Rabensteiner Wald und auf dem Parkplatz davor angegriffen.

Die Mitglieder des Bündnisses befanden sich auf dem Weg nach Dresden, wo sie gegen den Aufmarsch von 6000 Rechtsextremen demonstrieren wollten. Von den Neonazis sei man in der Raststätte regelrecht eingekesselt worden, berichtete eines der Opfer der „tageszeitung“ – Flaschen seien nach ihnen geworfen worden, man habe auf sie eingeschlagen.

Vier Mitglieder des Bürgerbündnisses verletzt

Als er bereits am Boden gelegen habe, hätten die Neonazis auf ihn eingetreten, so der Zeuge. Vier Mitglieder des Bürgerbündnisses wurden bei den Übergriffen verletzt. Ein Bild von den Übergriffen, das von einem Mitglied des Bürgerbündnisses aufgenommen wurde, zeigt einen Mann mit glattrasiertem Schädel, der auf dem Rücken seiner schwarzen Jacke die weiße Aufschrift „Skinhead-Front Do-Dorstfeld“ trägt.

„Von der Jacke kann man noch nicht auf seine Herkunft schließen“, sagte Kim Ben Freigang, Sprecher der Dortmunder Polizei. Die Information, dass die Täter aus dem Umkreis von Dortmund stammten, sei für ihn neu. „Wir müssen abwarten, ob die Kollegen aus Sachsen an uns herantreten. Dann werden wir selbstverständlich Amtshilfe leisten.“

Ermittlungen sind gerade erst angelaufen

Die Ermittlungen seien gerade erst angelaufen, sagte Bernd Vogel. Ein juristisches Nachspiel könne allen 15 Personen drohen, von denen man die Personalien aufgenommen habe. Unabhängig davon, ob sie selbst zugeschlagen haben oder nicht. Beim Straftatbestand des Landfriedensbruchs genüge die Anwesenheit und das Integrieren in eine Gruppe, sagte Vogel. Wer sich nicht distanziere, sei ein Mittäter.

Die Neonazi-Szene in Dortmund sei in freien Kameradschaften organisiert, sagte Freigang. Auch in Dorstfeld gebe es eine solche Kameradschaft. Die Skinhead-Front Do-Dorstfeld sei aber eine eigene Gruppierung. Zu ihrer Stärke konnte Freigang keine genaueren Angaben machen. „Es sind weniger als 15 Personen.“ Sie stammen, so Freigang, aus dem Hooligan-Milieu.


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