Medienhaus Lensing
15.02.2013 13:41 Uhr
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Infos an Hotline: Streik am Flughafen Köln/Bonn - über 100 Flüge gestrichen

Köln Im festgefahrenen Tarifkonflikt der privaten Sicherheitsbranche sind erneut tausende Flugreisende in Mithaftung genommen worden. Am Flughafen Köln/Bonn wurden am Freitag mehr als 100 Flüge gestrichen. Am Wochenende soll aber nicht gestreikt werden.dpa

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Gähnende Leere am Flughafen Köln/Bonn: Die meisten Passagiere hatten sich auf den Streik eingestellt. (Oliver Berg (dpa))

Rund 100 Beschäftigte von privaten Sicherheitsfirmen hatten nach dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi mit Beginn der 4.00-Uhr-Schicht die Arbeit niedergelegt. Nur eine von zwölf Sicherheitsschleusen konnte geöffnet werden, berichtete ein Airportsprecher. Auch am Hamburger Flughafen wurde wieder gestreikt.

Am Wochenende will die Gewerkschaft Verdi die Streiks aussetzen. Frühestens am Montag werde es aber weitergehen, sagte ein Verdi-Sprecher am Freitag. Eine Annäherung der Tarifparteien gebe es weiterhin nicht. Ein Sprecher der Arbeitgeber erneuerte das Angebot, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. Dass lehnt Verdi jedoch ab.

Die meisten Airlines hatten bereits am Donnerstag ihre Fluggäste über die Streichungen informiert. Viele Passagiere waren erst gar nicht angereist. „Hier herrscht gähnende Leere“, sagte der Flughafensprecher.


Fluggäste sollten sich bei ihrer Airline über den Status ihres Flugs informieren. Auskunft erteilt auch die telefonische Hotline des Flughafens unter 02203-404000.

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker sprach am Morgen von insgesamt 200 Mitarbeitern, die sich im Laufe des Freitags an den Streikmaßnahmen beteiligen wollten. Während nach Mitternacht noch zwei Flüge in die Türkei planmäßig abgefertigt worden waren und ebenso drei Maschinen aus Istanbul und Ankara in Köln landeten, ging ab 4.00 Uhr fast nichts mehr.

Kontrollen werden zum Nadelöhr

Bei den Angaben zum Flugstatus auf der Internetseite des Airports war meistens „annulliert“ zu lesen. Der Streik des Sicherheitspersonals ließ die Kontrollen erneut zum Nadelöhr werden. Lange Schlangen wie in Hamburg, wo Verdi zum zweiten Tag in Folge zum Streik aufgerufen hatte, bildeten sich in Köln/Bonn am Morgen jedoch nicht.

Man habe wenig Verständnis für den Streik, hieß es am Airport: „Die wenigsten Beschäftigten des Sicherheitsgewerbes arbeiten am Flughafen und das sind ausgerechnet die Besserverdiener der Branche“.

Festgefahrener Tarifstreit

Verdi fordert in dem festgefahrenen Tarifstreit 30 Prozent mehr Lohn für das private Sicherheitspersonal. Ziel sei es, die 34.000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche in NRW „aus dem Niedriglohnsektor zu befreien“. Die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent für 2013 und eine weitere „überdurchschnittliche Erhöhung“ für 2014 an.

Während die Arbeitgeber der Gewerkschaft vorwarfen, mit zu niedrigen Nettolohnangaben zu argumentieren, nannte Verdi die von Arbeitgeberseite genannten Bruttoverdienste von bis zu 2800 Euro „pure Fantasie“.

Für Streiks von Sicherheitspersonal wurden laut Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker bewusst Kontrolleure an Flughäfen ausgesucht. „Ich verhehle nicht, dass wir in unserer Streikplanung wussten: Das hat Druckpotenzial“, sagte Becker im „Deutschlandfunk“. Es gehe aber um Verbesserungen für die gesamte Branche.
 

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