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Medienhaus Lensing
24.07.2010 20:54 Uhr
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Massenpanik bei Loveparade: Stimmen vom Festivalgelände nach der Tragödie

DUISBURG Die erste Loveparade in Duisburg endete als Albtraum. In einer Massenpanik haben sich junge Menschen, die nicht mehr zur Party durchkamen, in einem Tunnel totgetreten oder zerdrückt. Einige sollen auf der Flucht vor der Menschenmasse am Tunnelende von einer schmalen Treppe gestürzt sein. Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben. Stimmen vom Festivalgelände...dpa

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 (Foto: dpa)

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„Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Raver Fabio. „Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige seien über Zäune und über eine Leiter geklettert oder über eine enge Treppe am Tunnelende.

„Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen“, berichtet Fabio. „Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst einmal nichts. „Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt.“

"Ich kann es nicht fassen"

„Ich kann das immer noch nicht fassen“, sagt der 17-jährige Achmed Hasan aus Hamm. Er wollte gerade mit seinem gleichaltrigen Freund Hendrik Weigers aus Rheinberg in Richtung des stillgelegten Güterbahnhofs, als die Panik unter der Brücke aufkam.

„Als die Polizei das Gelände abriegeln wollte, wurden wir brutal nach vorne gedrückt, die Leute vorne bekamen keine Luft mehr“, sagt der junge Mann. Dabei sei die Stimmung zunächst gar nicht aggressiv gewesen, sagte er. „Die wollten doch alle nur Spaß“, berichtet der 17-Jährige aus Hamm. „Dann haben alle geweint, ich habe geweint“, sagt er, muss kurz schlucken und ergänzt: „Ich habe noch nie gesehen, wie ein Mensch gestorben ist.“

"Die Sitution bedrückt uns"

Im Schatten stehen die Freundinnen Melanie Rogsch (34) und Nicole Vetrih (40) aus Moers. „Die Situation bedrückt uns, ein Scheiß- Gefühl“, sagen die beiden. „Ich kann das gerade irgendwie nicht glauben“, sagt Nicole Vetrih.

Anna Gregor (19) aus Neukirchen wird von der Mutter angerufen. „Ja, es geht mir gut“, sagt die junge Frau. „Ich finde das total schlimm“, sagt sie.

Traurig und gleichzeitig irritiert wirken Philipp Müller (27) aus Ratingen und Kathrin Poerschke (30) aus Essen. „Wir wurden gerade über das Unglück informiert. Meine Mama hat das im Fernsehen gesehen und sich nach uns erkundigt“, sagt Kathrin Poerschke. „Es ist das Thema, es wird gar nicht mehr soviel getanzt“, sagt Melanie Dorn (28) aus Erkrath.

„Überall lagen Menschen herum“

Der Tunnel zum Loveparade-Gelände hat nach Angaben eines Augenzeugens wie eine „Falle“ gewirkt. „Überall lagen Menschen auf dem Boden herum. So stelle ich mir Krieg vor“, sagte ein Augenzeuge dem Nachrichtensender n-tv. Die Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet gewesen. „Das war programmiertes Chaos.“

Das Gelände sei wegen Überfüllung abgesperrt gewesen, und von hinten hätten durch den Tunnel die Massen gedrückt, sagte er. „Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu.“ Die Polizei und die Rettungskräfte hätten schnell versucht, an die Menschen zu kommen, was aber schwierig gewesen sei.

Ein Augenzeuge zur Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg im Sender n-tv: „Man kann nicht mit einer Million Menschen planen und dann ein Gelände für 350000 Menschen bereitstellen.“



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