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Medienhaus Lensing
17.12.2007 19:16 Uhr
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Krawalle nach Rocker-Prozess

MÜNSTER Es schien ein friedlicher Tag zu werden, doch nach dem Ende des ersten Tages im Mord-Prozess gegen zwei "Bandidos"-Rocker prallten am Autobahnkreuz Münster-Süd doch noch verfeindete "Bandidos" und "Hells Angels" aufeinander. Die Polizei musste massiv eingreifen.Von Christoph Klemp, Jörn Hartwich und Helmut P. Etzkorn

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Ein Mitglied der Rockergruppe "Bandidos" steht am Montag in einem Vorraum des Landgerichts in Münster. (Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa)

Nach dem zunächst friedlichen Aufeinandertreffen vor Gericht kam es am Abend zu einer Schlägerei zwischen den Gruppen. Etwa 40 Rocker aus beiden Lagern gingen nach Polizeiangaben aufeinander los. Zuvor hatte offenbar einer der „Hells Angels“ am Steuer eines Kleinbusses einen „Bandido“ auf der Straße angefahren. Ein Großaufgebot der Polizei hielt die Gruppen schließlich auf Distanz. Nach Informationen von MünsterscheZeitung.de wurden 100 Rocker festgenommen. Es soll einen Leichtverletzten geben.

Hundertschaften der Polizei waren zuvor in Münster präsent gewesen, um die beiden Gruppen - etwa 200 "Bandidos" und 400 "Hells Angels" auseinander zu halten.  Die „Bandidos“ kommen fast bodenständig mit Bussen zum Gericht. Die Polizei hatte eigens zwei Parkdecks schräg gegenüber dem Landgericht reserviert, wo sie jeden einzelnen nach Waffen durchsuchte. Mehrere Straßenzüge rund um das Landgericht waren abgesperrt.

Anreise per Bus

Auch etwa 750 Meter weiter, vor dem münsterschen Schloss warteten Schaulustige auf die aus Norden kommenden „Hells Angels“. Ein Autokorso aus zumeist schwarzen Vans, Porsches und anderen Nobelkarossen. Sie parkten direkt neben den Touristenbussen, die Besucher zum Weihnachtsmarkt absetzten. Mit der Harley kam keiner der harten Männer. „Viel zu kalt“, erklärte einer der Höllen-Engel, der ein imposantes Spinnennetz in seinen Stiernacken tätowiert hat.

Getrennt ging es ins Gericht: Jeweils 30 „Abgeordnete“ jeder Gruppe betraten zeitversetzt das Gericht über getrennte Eingänge. Auf den Besucherplätzen wurden „Bandidos“ und „Hells Angels“ ebenfalls getrennt – zwischen beiden Gruppen saßen Polizeibeamte. „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation“, sagte „Hells Angels“-Sprecher Django. Die „Bandidos“ sagten nichts.
Bis zum späten Nachmittag blieb tatsächlich alles ruhig – einige „Hells Angels“ gingen sogar zum Weihnachtsmarkt in die Innenstadt. Tranken Glühwein. Friedlich. Bis zum Abend. 
 

Prozessauftakt ist Nebensache
 
Zur Nebensache geriet angesichts der Rockeraufmärsche der Prozessbeginn: Angeklagt sind die beiden Bandidos Heino B. (48) aus Bremen und Thomas K. (36) aus Wallenhorst. Sie sollen im Mai in Ibbenbüren ein Mitglied der Hells Angels erschossen haben. Zum Auftakt verlas der Staatsanwalt die Anklageschrift. Nach einer Viertelstunde war alles vorbei. Am Mittwoch soll es weitergehen.
 


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