Widerstand wächst
Gasbohrungen in NRW
Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte. mehr...
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Düsseldorf/Middelburg (dpa/lnw)
Vorläufiges Aus für ein neues Atomkraftwerk in den Niederlanden. Die Pläne für Borssele II liegen auf Eis. In NRW freut sich die rot-grüne Landesregierung, die gegen den Bau protestiert hat.
Hannelore Kraft ist erfreut über die AKW-Absage. Foto: Rolf Vennenbernd (Foto: dpa)
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat sich erfreut über den vorläufigen Planungsstopp zum Bau eines zweiten Atomreaktors in den Niederlanden gezeigt. «Ich bin der Überzeugung, dass auch andere Länder ins Nachdenken kommen werden, was Atomkraft betrifft», sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Dienstag in Düsseldorf. Das Umweltministerium hofft, dass die Baupläne endgültig aufgegeben werden.
Ganz im Südwesten des Landes gibt es schon jetzt das Kernkraftwerk Borssele I. Dessen Betreiber Delta hatte am Montag mitgeteilt, die Pläne für Borssele II würden «in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht verwirklicht». Zur Begründung verwies das Unternehmen auf eine Verschlechterung des Investitionsklimas durch die Finanzkrise, auf Überkapazitäten in der Energieproduktion und damit niedrige Preise sowie auf Ungewissheiten beim Emissionshandel: «Diese Unsicherheiten sind zur Zeit zu groß für ein Projekt dieses Ausmaßes.»
Interessant ist die Entwicklung auch für den Essener Energieriesen RWE. Er ist zu 30 Prozent an Borssele I beteiligt. Unbestätigten Berichten zufolge soll RWE auch Interesse an einer Beteiligung an einem zweiten Meiler gezeigt haben. An der jetzigen Entscheidung hat RWE nach eigenen Angaben aber nicht mitgewirkt. «Wir können und wollen uns nicht in den Prozess einbringen und sind ganz bestimmt kein Treiber des Projekts», sagte RWE-Sprecher Martin Pack. «Wir hätten über das Projekt nachgedacht, wenn wir gefragt worden wären. Wir sind aber nicht gefragt worden», betonte Pack.
Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf hatte in dem bereits begonnenen Genehmigungsverfahren für Borssele II ihre Bedenken geltend gemacht. Sie berief sich auf ein Gutachten, wonach im Katastrophenfall eine radioaktive Wolke schnell in die dicht besiedelten Gebiete Nordrhein-Westfalens treiben könnte. Ein Sprecher von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sagte, die jetzige Entscheidung zeige, dass auch Investoren in der Atomenergie keine zukunftsfähige Alternative sehen. Es sei zu hoffen, dass die Pläne für den zweiten Reaktor in Borssele nun ganz aufgegeben werden. Das forderte auch die Umweltschutzorganisation BBU.
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