Jahrhundertflut: Dramatische Hochwasserlage in Sachsen und Sachen-Anhalt

BERLIN Das Hochwasser hat die Menschen in der Nacht vor allem an der Elbe weiter in Atem gehalten. Der höchste Punkt der gewaltigen Flutwelle bewegte sich auf Sachsen-Anhalt zu. Der Pegelstand hatte am Freitagabend die 7,20-Meter-Marke in Magdeburg überschritten.

  • Anwohner gehen in Magdeburg durch eine vom Hochwasser der Elbe überflutete Straße im Stadtteil Rothensee. Foto: Jens Büttner

    Anwohner gehen in Magdeburg durch eine vom Hochwasser der Elbe überflutete Straße im Stadtteil Rothensee. Foto: Jens Büttner

Damit steht der Fluss rund einen halben Meter höher als beim Hochwasser 2002. Aus den Magdeburger Gebieten östlich der Elbe sollten alle Alten und Pflegebedürftigen in Sicherheit gebracht werden. 650 Bundeswehrsoldaten trafen am Freitagabend in Magdeburg ein, um im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe die Solidarität der anderen Bundesländer. "Das ist eine nationale Aufgabe, da müssen die 16 Bundesländer und der Bund zusammenhalten", sagte Haseloff.

Die Hochwasser-Lage hat sich weiter verschärft

Nötig sei ein "nationaler Wiederaufbaupakt". Auch in den Hochwassergebieten in Sachsen hat sich die Lage in der Nacht zum Samstag weiter verschärft. Nahe Großtreben-Zwethau (Landkreis Nordsachsen) strömte durch einen defekten Deich Wasser landeinwärts.

Etwa 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie ein Sprecher des Landratsamts in Torgau sagte. Die Bundeswehr und Fachleute versuchten in der Nacht, den Deich an der Elbe wieder zu verschließen. Die Situation im sächsischen Elbtal bleibt weiter ernst. "Sinkende Pegelstände bedeuten keine Entspannung", sagte Landespolizeipräsident Rainer Kann am Freitag in Dresden.

Straßen und Brücken sind gesperrt

Denn die Wassermassen fließen nur zentimeterweise ab. Nach wie vor stehen Orte und Stadtteile unter Wasser, sind Straßen und Brücken gesperrt und der Bahnverkehr behindert. Die Deiche und Schutzwälle in Dresden seien zwar alle sicher, würden aber weiter überwacht.

Die Feuerwehr warnte davor, Grundwasser, das in den Keller eingedrungen ist, ohne Hinzuziehen eines Statikers abzupumpen. Die Statik der Häuser könnte "extrem gefährdet" sein. Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt ebenfalls dramatisch.

    
In Mühlberg (Elbe-Elster) hat der Druck auf den Deich immer weiter zugenommen. Nach der Evakuierung der Stadt mussten rund 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige konnten die Nacht bei Freunden oder Bekannten in Orten in der Nähe verbringen, andere wurden in Notunterkünften untergebracht.

Polizisten sind unterwegs, um das Eigentum der Bürger zu sichern. Unterdessen droht neues Ungemach. Für das Elbe-Einzugsgebiet in Tschechien sind Niederschläge am Wochenende angekündigt.

70.000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flut

Das werde die Hochwasserlage an dem Fluss nicht verschärfen, könnte den Ablauf des Wassers aber verzögern, betonten die Hydrologen. Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, seitdem in Deutschland die Hochwasserkatastrophe begonnen hat. Mehrere werden vermisst.
Autor
dpa
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  • Erstellt:
    8. Juni 2013, 10:01 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Juni 2013, 15:14 Uhr
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