Aktuelle Grippewelle: Tipps gegen Grippe und Erkältung

NRW Die Grippewelle hat Nordrhein-Westfalen fest im Griff. Gesundheitsämter melden deutlich mehr Infektionen als im Februar des letzten Jahres. Wie kann ich mich schützen und worauf muss ich vorbereitet sein: Experten aus der Region geben Auskunft.

  • Die Grippewelle wütet in NRW.

    Die Grippewelle wütet in NRW. Foto: dpa

Wie entsteht eine Grippewelle?
Die Grippe verbreitet sich weltweit und schwappt normalerweise von Süden nach Norden über. Gerade im Winter finden die Viren bei uns gute Bedingungen, weil sie sich in der trockenen Heizungsluft gut vermehren können, erklärt Mirko Kösterke vom Landeszentrum Gesundheit NRW. Außerdem sei das Immunsystem durch die Kälte oft geschwächt und so anfälliger für Viren.

Woran erkenne ich, ob ich die Grippe oder nur eine Erkältung habe?
Eine „echte“ Grippe macht sich durch akut auftretendes Fieber und ein allgemeines Gefühl von Schwäche bemerkbar. Eine normale Erkältung hingegen beginnt zum Beispiel mit Symptomen wie Husten, steigert sich dann aber schleichend, sagt Dr. Annette Düsterhaus vom Gesundheitsamt in Dortmund.

    

Fällt die Grippewelle schwerer aus als in den Vorjahren?
„Was wir im Moment erleben, ist eine etwas schwerere Grippewelle“, sagt Prof. Stephan Ludwig, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie an der Uni Münster. In der ersten Februarwoche wurden in NRW 546 Fälle gemeldet – während es letztes Jahr zur selben Zeit nur 11 gemeldete Fälle gab.

Dr. Ulrich van Treeck vom Landeszentrum Gesundheit NRW warnt jedoch davor, allein auf Monatsvergleiche zu schauen. In seinem Büro in Münster sammelt er die Daten für NRW, die er an das Robert-Koch-Institut weiterleitet. Die jetzige Grippewelle habe schon Ende Dezember begonnen und nun einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im letzten Jahr um dieselbe Zeit sei sie aber im Februar gerade erst angelaufen. Man müsse abwarten.

Enthält die Statistik jeden Grippekranken?
Nein. Die Ämter erfassen nur dann eine Erkrankung, wenn die Ärzte Proben ins Labor senden und diese die Proben positiv testen. In vielen Fällen werden aber gar keine Proben eingesandt, da dies für die Behandlung oft nicht wichtig ist. Annette Düsterhaus weiß aber von vielen Kliniken und Ärzten, dass der Stand der an Grippe Erkrankten derzeit hoch ist und die Grippe auch hartnäckiger als sonst zu sein scheint.

Woran liegt das?
Die Grippe-Erreger verändern sich Jahr für Jahr. Es könne sein, „dass diese Veränderungen in diesem Jahr stärker ausgefallen sind, so dass das Immunsystem sie nicht so gut erkennen kann“, sagt Ludwig. Laut Robert-Koch-Institut greifen die Impfstoffe gut gegen die grassierenden Viren.
    

Nach Angaben von Ärzten haben sich jedoch in diesem Winter weniger Menschen gegen die Grippe impfen lassen – ein möglicher Grund für mehr Kranke.

Soll ich mich jetzt noch impfen lassen?
„Ja“, sagt Annette Düsterhaus. Auch Virus-Experte Ludwig rät dazu: „Binnen ein bis zwei Wochen greift die Impfung voll.“

Wer muss sich besonders gegen das Grippevirus schützen?
Gerade Risikogruppen, die wegen ihres schwächeren Immunsystems oft anfälliger für übertragbare Krankheiten sind, sollten achtgeben, rät Mirko Kösterke. Dazu zählen Schwangere, chronisch Erkrankte, Kinder unter zwei Jahren und ältere Menschen über 60 Jahren.

Wie schütze ich mich vor Ansteckung?
Man könne es nicht oft genug sagen, meint Stephan Ludwig: „Auch wenn es banal klingt – gründliches Händewaschen ist sehr wichtig, um sich vor Ansteckungen zu schützen.“ Von der vorbeugenden Einnahme von Medikamenten rät er ab. „Die Pharmaindustrie hat da wenig zu bieten.“

Was sollte ich tun, wenn mich die Grippe trotzdem erwischt hat?
Auf jeden Fall zum Arzt gehen und die Grippe vollständig auskurieren, raten die Experten. Eine verschleppte Grippe kann schwere Komplikationen nach sich ziehen – von der Lungen- bis zur Herzmuskelentzündung. am/nick

 

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Autor
Andreas Meurer und Christoph Klemp
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. Februar 2013, 11:35 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:39 Uhr