Blitz-Marathon: 28.000 Raser zog die Polizei aus dem Verkehr

DÜSSELDORF/NRW Der Blitz-Marathon war vorher angekündigt. Dennoch nahm nicht jeder Autofahrer den Fuß vom Gaspedal. Rund 28.000 wurden mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt. Das sind mehr Raser als bei der Blitz-Aktion im Oktober. Etliche verlieren nun ihren Führerschein.

  • Polizeioberkommissar Timm Kehrbaum (l) misst beim vierten Blitz-Marathon die Geschwindigkeit von Fahrzeugen.

    Polizeioberkommissar Timm Kehrbaum (l) misst beim vierten Blitz-Marathon die Geschwindigkeit von Fahrzeugen. Foto: dpa

Beim vierten Blitz-Marathon in Nordrhein- Westfalen hat die Polizei rund 28.000 Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt. Das waren etwa vier Prozent der 675.000 kontrollierten Fahrer, wie das NRW-Innenministerium am Mittwoch mitteilte. 334 waren so schnell, dass ihnen ein Fahrverbot droht. Sechs Menschen, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Lenkrad saßen, mussten den Führerschein gleich abgeben.

Mehr Raser als im Oktober 2012

Die 24-Stunden-Kontrollaktion war am Mittwochmorgen zu Ende gegangen. Rund 3500 Polizisten hatten an 3000 Messstellen im ganzen Land Auto- und Fahrradfahrer überprüft. Der Anteil der erwischten Schnellfahrer nahm gegenüber dem vorhergehenden Blitz-Marathon zu. Im Oktober 2012 waren etwa 24.000 der kontrollierten rund 700.000 Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs gewesen. Die Quote betrug damals drei Prozent. An Tagen ohne vorher angekündigte Großaktionen sind etwa acht Prozent der kontrollierten Fahrer zu schnell.
    
Raser wurden auf Autobahnen wie auf innerstädtischen Straßen erwischt. Auf der Autobahn 52 bei Düsseldorf wurde ein Raser mit Tempo 143 gemessen, obwohl an dieser Stelle nur 80 Stundenkilometer erlaubt sind. Auf einem Zubringer zur A44 in Essen war ein Fahrer mit 144 Stundenkilometern unterwegs, fast doppelt so schnell wie er durfte. Ein Motorradfahrer fuhr in Hattingen sogar sechs Mal so schnell wie erlaubt: Statt mit dem zulässigen Tempo 20 raste er mit 120 Kilometern pro Stunde davon.

Erstmals auch Radfahrer im Visier

Erstmals wurden bei einem Blitz-Marathon auch Radfahrer in den Blick genommen. Rund 1300 Radler fielen auf, weil sie bei Rot über die Ampel, entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung oder auf dem Gehweg fuhren. Von rücksichtslosen Autofahrern wurden 70 Radfahrer bedrängt.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zog zufrieden Bilanz: „Die allermeisten Autofahrer sind verantwortungsbewusst gefahren und haben sich an die Geschwindigkeitsregeln gehalten.“ Der Blitzmarathon sein ein Baustein der langfristigen Strategie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. „Jeder muss zu jeder Zeit und an jedem Ort damit rechnen, dass seine Geschwindigkeit gemessen wird.“ In der vergangenen Woche hatte Jäger angekündigt, den Kommunen größere Möglichkeiten bei der Geschwindigkeitskontrolle zu geben.
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Juni 2013, 16:14 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:36 Uhr