Pegel steigt nur langsam: Rheinland bleibt von Hochwasser-Katastrophe verschont

KÖLN Jahrhundert-Hochwasser im Osten und Süden Deutschlands: Menschen haben Hab und Gut verloren, die Schäden gehen in die Millionen. Relative Entspannung herrscht dagegen am Rhein.

  • Nordrhein-Westfalen bleibt vom Hochwasser weitgehend verschont. Der Rheinpegel in Köln lag am Morgen knapp unter der Marke von 7,00 Meter.

    Nordrhein-Westfalen bleibt vom Hochwasser weitgehend verschont. Der Rheinpegel in Köln lag am Morgen knapp unter der Marke von 7,00 Meter. Foto: dpa

Das Rheinland ist einer Hochwasser-Katastrophe erst einmal entgangen. Zwar stiegen die Rheinpegel in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz am Dienstag noch an, doch sehr viel langsamer als am Vortag. In Bonn, Köln und Düsseldorf erwartete der Leiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt, am Dienstag noch einen Anstieg des Wassers um 20 bis 30 Zentimeter. Die Acht-Meter-Marke aber wird nicht erreicht werden. In Worms und Mannheim ging der Wasserstand bereits zurück.

Hochwasser am Rhein Anfang Juni nicht ungewöhnlich

Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni ist dabei auch am Rhein nicht ungewöhnlich. Vor 30 Jahren, am 30. Mai 1983 bis Anfang Juni, wurden laut Vogt in Köln 9,96 Meter gemessen. Damals war die Altstadt überflutet. Danach wurde ein Hochwasserschutzprogramm entwickelt, zu dem auch die mobilen Schutzwände gehören, die heute nicht nur in Köln eingesetzt werden.

Dass die Menschen entlang dem Rhein weit glimpflicher davonkommen als die im Osten und Süden Deutschlands, liegt Vogt zufolge hauptsächlich daran, dass der viele Regen das Wassereinzugsgebiet des Rheins nur gestreift hat. Intern hätten er und seine Mitarbeiter zunächst auch für die Rheinregion eine Flut befürchtet. Aber dann sei der Regen 100 Kilometer weiter östlich und im Süden heruntergekommen.

Alle zwei Jahre

Ein Hochwasser in Köln von bis zu acht Meter Pegelstand, wie es derzeit herrsche, komme statistisch alle zwei Jahre vor, sagte Vogt. Darauf seien die meisten Anrainer eingerichtet. Sehr positiv hätten sich auch die Rückhalteräume in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgewirkt. Durch die Öffnung der Polder haber der Wasserstand über zehn Stunden auf altem Niveau gehalten werden können, teils seien die Pegel sogar leicht gefallen. Schon wenige Dezimeter weniger Wasserhöhe könnten in vielen Fällen entscheidend sein.

Vogt forderte, den geplanten Polder in Worringen endlich umzusetzen. Bereits 1996 habe der Rat der Stadt Köln das Projekt verabschiedet. Derzeit befinde sich der Polder aber noch immer in der Planungsphase. Für die unterhalb von Worringen gelegenen Regionen wie Düsseldorf bis hin zu den Niederlanden könnte der Polder bei Hochwasser bis zu 20 Zentimeter niedrigere Wasserstände bewirken.
 
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juni 2013, 15:22 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:37 Uhr