Überschwemmungen: Hochwasser steigt auf Rekordwerte - Besserung in Sicht

BERLIN/WIEN Soldaten kämpfen gegen die Fluten, Tausende müssen ihre Häuser räumen: Das Hochwasser hat dramatische Folgen. In Passau steigt die Donau so hoch wie seit über 500 Jahren nicht mehr. Immerhin: Mancherorts sinken die Pegelstände wieder.

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  • Merkel und Seehofer in Passau. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Merkel und Seehofer in Passau. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

  • Die österreichische Stadt Schärding steht unter Wasser. In mehreren Gebieten des Landes sowie in Deutschlands und Tschechiens wurde Katastrophenalarm ausgerufen.

    Die österreichische Stadt Schärding steht unter Wasser. In mehreren Gebieten des Landes sowie in Deutschlands und Tschechiens wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Foto: dpa

  • Wassermassen der hochwasserführenden Weißen Elster in Sachsen ergiessen sich in einen See.

    Wassermassen der hochwasserführenden Weißen Elster in Sachsen ergiessen sich in einen See. Foto: dpa

Kein Trinkwasser, kein Strom und braune Brühe im Keller: Das Hochwasser hat weite Teile im Süden und Osten Deutschlands in Katastrophenregionen verwandelt. In Passau erreichte die Donau den höchsten Wasserstand seit über 500 Jahren. In Städten in Bayern, Thüringen und Sachsen galt Katastrophenalarm.


 In reißenden Bächen und Flüssen starben in Deutschland, Tschechien und Österreich mehrere Menschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag das Hochwassergebiet besuchen, wo die Pegelstände teils schon wieder zurückgehen.
    

Am Montag stellte Merkel den Betroffenen Hilfe in Aussicht: "Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder", sagte die Kanzlerin.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind seit Samstag 4000 Kräfte des Bundes im Hilfseinsatz - darunter rund 1400 Soldaten. Das Ausmaß der Hochwasserschäden in Deutschland lässt sich bisher noch nicht beziffern, sagte Ernst Rauch vom Rückversicherers Munich Re. Einen Lichtblick gibt es: Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass der Regen in den kommenden Tagen fast überall in Deutschland nachlässt.

Die deutschen Hochwassergebiete im Überblick:

BAYERN: An der Donau in Passau wurde ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen: Das Wasser stand 12,50 Meter hoch - das gab es seit mehr als 500 Jahren nicht. Nur aus dem Jahr 1501 ist ein höherer Wert überliefert. In der Altstadt und anderen Bereichen des Zentrums kletterte das Wasser teilweise bis zum ersten Stockwerk der Häuser. Die Trinkwasserversorgung wurde eingestellt, in der Altstadt gab es zum Teil keinen Strom. Am Dienstag wurde Kanzlerin Merkel dort erwartet.

Auch in Rosenheim war die Lage dramatisch: Nach einem Dammbruch des Auerbaches mussten rund 170 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Außerdem drohte ein weiterer Damm zu brechen. In den Landkreisen Miesbach und Berchtesgadener Land besserte sich die Lage, nachdem der Regen aufgehört hatte. Auch am Main in Unterfranken zeichnete sich eine Entspannung ab.

SACHSEN: In Grimma stand das Wasser der Mulde meterhoch in der Altstadt, die nur noch mit Schlauchbooten befahrbar war. Im Landkreis Leipzig mussten rund 6000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Auch in Dresden wurde am Montag angesichts der weiter anschwellenden Elbe die Evakuierung von flussnahen Wohngebieten vorbereitet.

Die Hochwasserkatastrophe ähnele der Jahrhundertflut in Sachsen von 2002, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). "Wir haben eine sehr, sehr prekäre Situation, die durchaus mit der von 2002 vergleichbar ist." In Chemnitz wurde der Katastrophenalarm derweil aufgehoben. Auch in Zwickau entspannte sich die Situation.

THÜRINGEN: In Gera sowie in den Kreisen Greiz und Altenburger Land, wo Katastrophenalarm herrschte, mussten sich mehr als 2000 Menschen in Sicherheit bringen. Der am Wochenende evakuierte Ort Serbitz stand komplett unter Wasser.

Rund 12 000 Haushalte in Gera und dem Altenburger Land waren am Montag ohne Strom. Massive Probleme meldete auch der Kreis Weimarer Land rund um den Zusammenfluss von Saale und Ilm bei Großheringen und flussaufwärts an der Ilm. In Jena hatte sich die Hochwassersituation an der Saale dagegen leicht entspannt.

SACHSEN-ANHALT: Der Burgenlandkreis, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Stadt Dessau-Roßlau riefen Katastrophenalarm aus. An den Grenzen zu Thüringen und Sachsen trat die Weiße Elster flächendeckend über die Deiche.

Im Süden des Landes mussten Hunderte ihre Wohnungen verlassen. In Halle stieg das Wasser der Saale und der Weißen Elster Stunde für Stunde bedrohlich an.

In anderen Bundesländern sah die Situation am Montag nicht ganz so dramatisch aus: In Baden-Württemberg entspannte sich die Lage an den Flüssen deutlich. Am Montag wurde dort jedoch die Leiche eines vermisstem Hochwasseropfers gefunden, für einen zweiten Vermissten aus dem Kreis Reutlingen bestand laut Polizei kaum noch Hoffnung. In Hessen stiegen die Pegelstände am Main nach Angaben des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie dagegen weiter.

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Juni 2013, 18:22 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Juni 2013, 19:44 Uhr
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