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New York (dpa) In New York erschüttert die Geschichte eines vor fast 25 Jahren entführten Babys die Menschen.
Dieses Bild zeigt Carlina als Kind. Foto: National Center for Missing and Exploited Children (Foto: dpa)
Ann Pettway bekannte sich am Freitag vor Gericht schuldig, die kleine Carlina 1987 aus einem Krankenhaus entführt zu haben. Mehr als zwei Jahrzehnte gab sie vor, die leibliche Mutter zu sein. Erst die fehlende Geburtsurkunde brachte das Verbrechen ans Licht.
Carlina war damals gerade 19 Tage alt und lag mit etwas Fieber noch im Krankenhaus bei ihrer Mutter. Eine fremde Frau, die sich als freiwillige Helferin ausgegeben habe, habe ihre Hilfe angeboten, erinnert sich die leibliche Mutter heute: «Sie sagte, ich solle mir keine Sorgen machen und dass alles gut werde», sagte sie dem New Yorker Sender NY1. Dann sei sie mit dem Kind verschwunden und nie zurückgekommen. «Sie ist so grausam, so böse.»
«Ich habe damals in Bridgeport, Connecticut, gewohnt», sagte die Täterin vor Gericht. «Ich bin nach Harlem in ein Krankenhaus gefahren und habe ein Kind gegriffen», sagte sie. «Und ich wusste, dass es falsch war.» Dennoch habe sie jahrzehntelang Freunden gegenüber behauptet, die Kleine sei ihr Kind und natürlich auch das Mädchen in dem Glauben aufgezogen. Sie nannte das Kind Nejdra Nance.
Die junge Frau hatte laut «New York Times» schon als Teenager den Verdacht, dass die vorgebliche Mutter nicht die Mutter war. Schließlich gebe es keine Ähnlichkeiten zwischen beiden. Als sie vor einem Jahr, selbst schwanger, nach einer Geburtsurkunde fragte, wich Pettway aus und sagte, sie habe sie als kleines Mädchen von einer drogensüchtigen Mutter übernommen. Die Tochter suchte dann aber im Internet in Datenbanken mit den Bildern vermisster Kinder und glaubte sich zu erkennen. Ein DNA-Test bestätigte den Verdacht.
Solche Taten sind heute in New York kaum möglich. Kinder bekommen sofort nach der Geburt ein Fußbändchen mit einem Sender. Sobald damit der Bereich der Kinderstation verlassen wird, schlägt eine Elektronik Alarm. Auch die Eltern müssen sich mit einem elektronischen Armband ausweisen und bekommen das Kind nur dann in die Hand.
Die Strafe soll am 14. Mai verkündet werden und das Gesetz empfiehlt zehn bis zwölfeinhalb Jahre. Der Richter ist aber nicht daran gebunden und kann auch wegen Entführung lebenslang verhängen. Pettways Anwalt hofft jedoch auf Milde, weil sich seine Mandantin nach einer Fahndung selbst gestellt habe und dem Kind nie etwas angetan habe: «Das ist keine gewöhnliche Kindesentführung.»
Carlinas Mutter sagte, sie habe die ganze Zeit gehofft, ihr Kind wiederzusehen. Der Vater hofft auf eine lange Haftstrafe: «Sie soll 23 Jahre kriegen. So viele, wie sie uns gestohlen hat.»
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