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25.02.2013 13:38 Uhr
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Oscar-Verleihung: Michael Haneke: Spätwerk in helleren Farben

CANNES Michael Hanekes Filme sind von einer gnadenlosen Nüchternheit. In seinem jüngsten Film zeigt er sich erstmals von einer neuen Seite. Das Drama „Liebe“ gewinnt einen Oscar.dpa

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Michael Haneke ist ein eher schweigsamer Typ. Foto: Darren Decker (Foto: dpa)

Das Alter macht milde, so sagt man. In seinem Film „Liebe“ blickt Michael Haneke voller Güte und Rührung auf seine Protagonisten. Für den österreichischen Regisseur ist das eher ungewöhnlich. Denn bisher warf der Altmeister in seinen Filmen auf die Wirklichkeit ein nüchternes und gnadenloses Licht. Wird das Spätwerk des Meisters menschlicher?

Haneke ist ein eher schweigsamer Mensch. In sein Leben vorzudringen ist schwierig. Über sich selber gibt der Regisseur kaum etwas preis, ebenso wenig über seine Filme - bis auf eine Ausnahme. In dem mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film gekrönten Drama „Liebe“ thematisiert Haneke eine sehr persönliche und intime Geschichte: Wie gehe ich mit dem Leiden von Menschen um, die ich liebe?

Strenger Analytiker

Eine Frage, die ihn immer mehr betreffe, wie er beim Festival in Cannes gestand. Der Filmemacher wird dieses Jahr 71 Jahre alt und ist seit 1982 mit seiner Frau Susanne verheiratet. In „Liebe“ hat Haneke ein Sterbedrama inszeniert, das aufwühlt und rührt.

Haneke geht der Ruf des strengen Analytikers voraus. Die schockierende kalte Brutalität war noch in „Funny Games“ (1997) bestimmend, in dem zwei junge Männer ohne ersichtlichen Grund eine Familie quälen und töten. In „Das weiße Band“ aus dem Jahr 2009, in dem der Altmeister beschreibt, wie patriarchalisch-autoritäre Strukturen Kinderseelen zerstören, schimmern bereits Empathie und Rührung durch. In seinem Spätwerk scheint der Künstler die Dramen der Welt in etwas helleren Farben zu malen.
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