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Kardinal Peter Turkson (Frank Rumpenhorst (dpa))
Kardinal Marc Ouellet (68) aus Kanada spricht viele Sprachen, steht nicht gerne im Rampenlicht und gilt in theologischen Fragen als konservativer Hardliner. Er wird Beobachtern zufolge von Papst Benedikt XVI. wegen seiner Intellektualität, seiner Integrität und seiner tiefen Spiritualität enorm geschätzt.
Als eines von acht Kindern eines Schulleiters und einer Hausfrau wuchs Ouellet in einer ländlichen Region des französischsprachigen Teil Kanadas auf. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie - unter anderem auch in Deutschland und Österreich - wurde er Priester, arbeitete in Kanada und auch einige Jahre in Kolumbien.
Ouellet gilt als Kosmopolit und spricht unter anderem Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch. In theologischen Fragen zeigt er sich stets streng und konservativ und hat sich unter anderem öffentlich scharf gegen Abtreibung und Homo-Ehe ausgesprochen. Ouellet hat die Erzdiözese Quebec geleitet und in verschiedenen Positionen im Vatikan gedient.
2010 wurde der Eishockey-Fan Leiter der Bischofskongregation, die darüber entscheidet, welche Priester zu Bischöfen ernannt werden. Schon damals wurde sein Name als Papst-Nachfolger gehandelt, aber Ouellet fand darauf in Interviews immer deutliche Antworten: „Ich glaube nicht, dass ich einmal Papst werde.“ Das, so Ouellet, „wäre ein Alptraum“.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (64) aus Ghana würde nie für sich selbst werben. Kein Kardinal betreibe „Lobbyarbeit“, betonte er kurz nach der Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI. Aber der selbstbewusste Kardinal, der neben fünf anderen Sprachen auch gut deutsch spricht, hat deutlich gemacht, dass er sich einen schwarzen Papst gut vorstellen könne. Turkson gilt als volksnah und mediengewandt. Als Leiter des vatikanischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit ist er seit 2009 so etwas wie das soziale Gewissen der Kirche.
Der Ghanaer kann kaum als „konservativ“ oder „fortschrittlich“ beschrieben werden. Aber er ist zugleich distanziert zu manchen Emanzipationsbestrebungen von Minderheiten wie Homosexuellen. Seine Skepsis gegenüber dem Islam ist angesichts des Vordringens von Extremisten in Afrika gewachsen.
Turkson, der mit neun Geschwistern aufwuchs, schloss das Theologiestudium in New York ab. Im Jahr seiner Bischofsweihe kehrte er 1992 nach Ghana zurück und wurde Erzbischof. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 2003 zum ersten Kardinal aus Ghana.
Kardinal Francis Arinze (80) aus Nigeria ist im Vatikan hoch geachtet. Schon Johannes Paul II. diente der Nigerianer als Berater, laut Kirchenexperten auch wegen seiner Welterfahrenheit und Glaubenstiefe. Wenn in Rom die Möglichkeit eines schwarzen Papstes erörtert wurde, tauchte sein Name stets auf. Allerdings ist der Kardinal heute schon 80 Jahre alt.
Der Nigerianer wurde in einem ärmlichen Dorf geboren, seine Familie hing Naturreligionen an. Nach dem Besuch einer irischen Missionsschule wurde Arinze getauft, später Priester und schon mit 32 Jahren zum damals weltweit jüngsten Bischof geweiht. Als mutiger Seelsorger erwies er sich Ende der 60er Jahre. Im Biafrakrieg kümmerte er sich intensiv um Flüchtlinge. Der in Rom meist unbeschwert wirkende Geistliche, der früher gerne Fußball und Tennis spielte, ist nicht nur in seiner Heimat sehr beliebt. In Fragen von Familie und Sexualität galt er als eher konservativ.
Johannes Paul II. holte Arinze 1985 nach Rom. Wegen der Erfahrungen in Nigeria, wo jeweils etwa 40 Prozent Christen und Muslime sind, wurde er Vorsitzender des Rates für den Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften. Er sagte damals, er glaube, Muslime, Buddhisten und Juden könnten genauso in den Himmel gelangen wie Christen. Später wurde er Präfekt der Gottesdienstkongregation. 2008 trat er aus Altersgründen zurück.