Medienhaus Lensing
12.02.2013 14:23 Uhr
Schriftgröße: A A A

Papst-Nachfolge: Mögliche Kandidaten im Porträt

Rom Die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. hat die katholische Kirche aufgerüttelt. Die Spekulationen über einen Nachfolger blühen, aber noch gibt es keinen Favoriten. Wir stellen einige Kardinäle, deren Namen immer wieder genannt werden, vor.

«
1/3
»

Kardinal Peter Turkson (Frank Rumpenhorst (dpa))

Artikel aus diesem Ressort
BVB-Fieber in Wembley und Dortmund: Wie ist die Stimmung bei den Fans in London? Was passiert in der Heimat? Mit uns verpassen Sie nichts: Unsere Reporter tickern rund um die Uhr und live vor Ort.
Kardinal Marc Ouellet (68) aus Kanada spricht viele Sprachen, steht nicht gerne im Rampenlicht und gilt in theologischen Fragen als konservativer Hardliner. Er wird Beobachtern zufolge von Papst Benedikt XVI. wegen seiner Intellektualität, seiner Integrität und seiner tiefen Spiritualität enorm geschätzt.
Als eines von acht Kindern eines Schulleiters und einer Hausfrau wuchs Ouellet in einer ländlichen Region des französischsprachigen Teil Kanadas auf. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie - unter anderem auch in Deutschland und Österreich - wurde er Priester, arbeitete in Kanada und auch einige Jahre in Kolumbien.
Ouellet gilt als Kosmopolit und spricht unter anderem Englisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch. In theologischen Fragen zeigt er sich stets streng und konservativ und hat sich unter anderem öffentlich scharf gegen Abtreibung und Homo-Ehe ausgesprochen. Ouellet hat die Erzdiözese Quebec geleitet und in verschiedenen Positionen im Vatikan gedient.
2010 wurde der Eishockey-Fan Leiter der Bischofskongregation, die darüber entscheidet, welche Priester zu Bischöfen ernannt werden. Schon damals wurde sein Name als Papst-Nachfolger gehandelt, aber Ouellet fand darauf in Interviews immer deutliche Antworten: „Ich glaube nicht, dass ich einmal Papst werde.“ Das, so Ouellet, „wäre ein Alptraum“.


 Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (64) aus Ghana würde nie für sich selbst werben. Kein Kardinal betreibe „Lobbyarbeit“, betonte er kurz nach der Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI. Aber der selbstbewusste Kardinal, der neben fünf anderen Sprachen auch gut deutsch spricht, hat deutlich gemacht, dass er sich einen schwarzen Papst gut vorstellen könne. Turkson gilt als volksnah und mediengewandt. Als Leiter des vatikanischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit ist er seit 2009 so etwas wie das soziale Gewissen der Kirche.
Der Ghanaer kann kaum als „konservativ“ oder „fortschrittlich“ beschrieben werden. Aber er ist zugleich distanziert zu manchen Emanzipationsbestrebungen von Minderheiten wie Homosexuellen. Seine Skepsis gegenüber dem Islam ist angesichts des Vordringens von Extremisten in Afrika gewachsen.
Turkson, der mit neun Geschwistern aufwuchs, schloss das Theologiestudium in New York ab. Im Jahr seiner Bischofsweihe kehrte er 1992 nach Ghana zurück und wurde Erzbischof. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 2003 zum ersten Kardinal aus Ghana.


Kardinal Francis Arinze (80) aus Nigeria ist im Vatikan hoch geachtet. Schon Johannes Paul II. diente der Nigerianer als Berater, laut Kirchenexperten auch wegen seiner Welterfahrenheit und Glaubenstiefe. Wenn in Rom die Möglichkeit eines schwarzen Papstes erörtert wurde, tauchte sein Name stets auf. Allerdings ist der Kardinal heute schon 80 Jahre alt.
Der Nigerianer wurde in einem ärmlichen Dorf geboren, seine Familie hing Naturreligionen an. Nach dem Besuch einer irischen Missionsschule wurde Arinze getauft, später Priester und schon mit 32 Jahren zum damals weltweit jüngsten Bischof geweiht. Als mutiger Seelsorger erwies er sich Ende der 60er Jahre. Im Biafrakrieg kümmerte er sich intensiv um Flüchtlinge. Der in Rom meist unbeschwert wirkende Geistliche, der früher gerne Fußball und Tennis spielte, ist nicht nur in seiner Heimat sehr beliebt. In Fragen von Familie und Sexualität galt er als eher konservativ.
Johannes Paul II. holte Arinze 1985 nach Rom. Wegen der Erfahrungen in Nigeria, wo jeweils etwa 40 Prozent Christen und Muslime sind, wurde er Vorsitzender des Rates für den Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften. Er sagte damals, er glaube, Muslime, Buddhisten und Juden könnten genauso in den Himmel gelangen wie Christen. Später wurde er Präfekt der Gottesdienstkongregation. 2008 trat er aus Altersgründen zurück.


Fotostrecke
Zum 200. Geburtstag bekommt Richard Wagners Geburtsstadt Leipzig erstmals ein Denkmal des Komponisten. Foto: Jan Woitas
1/10

Bilder des Tages

Interessantes, Bewegendes, Kurioses: Die Bilder des Tages zeigen Menschen, Momente und Ereignisse, die einen besonderen Eindruck hinterlassen haben. mehr...

Meistgelesen | Aus aller Welt

Terror in den USA

1

Boston-Attentat: FBI erschießt Zarnajew-Freund

Die beiden Bomben waren am 15. April im Zielbereich des Boston-Marathons explodiert - drei Menschen starben.

Washington Im US-Bundesstaat Florida hat die Polizei einen Mann getötet, der Verbindungen zu einem der beiden Terrorverdächtigen von Boston gehabt haben soll. mehr...

Kritik nach Oklahoma

2

Warum gab es keine Schutzräume im US-Tornadogebiet?

Trümmer nach dem Tornado - nun werden Fragen laut.

Washington Nach der Tornado-Katastrophe in den USA gibt es viele offene Fragen. Wurde alles getan, um die Menschen zu schützen? Doch Kritiker halten sich auffällig zurück. mehr...

RTL-Planung

3

Gottschalk verlängert - gemeinsame Show mit Jauch?

ARCHIV - Die Entertainer Günther Jauch (r) und Thomas Gottschalk.

Berlin Thomas Gottschalk hat die Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt: Er kommt bei RTL unter. Vielleicht ergibt sich dadurch auch ein Gipfeltreffen mit seinem alten Kumpel Günther Jauch im TV. mehr...

Nach Mord in London

4

Borussia Dortmund hält an Ablaufplan fest

Rund um das Wembley-Stadion laufen die letzten Vorbereitungen für das große Finale. Auch der BVB lässt sich von dem Terrorakt in London nicht von seinem Fahrplan abbringen.

Dortmund/London Borussia Dortmund hält trotz des Mordes von London an seinem Ablaufplan für das Champions-League-Finale am Samstag fest. „Alles wie geplant. Wir sind ohnehin sehr vorsichtig und haben zum Beispiel niemandem unsere Hotels genannt“, teilte Vereinssprecher Sascha Fligge mit. mehr...

Patientin entstellt

5

14 Monate Haft für sieben zu viel gezogene Zähne

Der Zahnarzt musste sich wegen Körperverletzung verantworten, weil er einer Patientin unerlaubt elf Zähne gezogen haben soll. Foto: Jens Wolf/Archiv

Stendal Weil er einer Patientin sieben Zähne zu viel gezogen hat, ist ein Zahnarzt aus der Sachsen-Anhalt zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden. mehr...


Lade TED
 
Abstimmung wird geladen, bitte warten...
 


Weitere Themen
Im November 2009 beschloss der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten.

Hintergründe und Rückblick

Opels langer Weg

Alle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Werk in Bochum.  mehr...

Die Fracking-Methode macht vielen Bürgern Angst. Hier demonstrieren Bürger aus Lünne im Emsland.

Widerstand wächst

Gasbohrungen in NRW

Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte.  mehr...

DFB-Museum in Dortmund

Fußball

Das Fußball-Museum des DFB kommt nach Dortmund! 2014 wird es eröffnet.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
MünsterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | EmsdettenerVolkszeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | immo.RuhrNachrichten.de