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Medienhaus Lensing
08.02.2010 17:29 Uhr
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US-Raumfähre „Endeavour“: Perfekter Nachtstart ins letzte Shuttle-Jahr

CAPE CANAVERAL Mit einem perfekten Nachtstart haben die USA am Montag das letzte Shuttle-Jahr eingeleitet. Um 4.14 Uhr Ortszeit (10.14 Uhr MEZ) machte sich die Raumfähre „Endeavour“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Die Ankopplung ist für Mittwoch vorgesehen. ddp

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Die Endeavour soll 13 Tage lang im All verbringen. (Foto: dpa)

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Ein erster Startversuch musste am Sonntagmorgen wegen tiefhängender Wolken in letzter Minute abgebrochen werden. Der Start am Montag hing auch bis zuletzt am seidenen Faden, weil auf dem Notfalllandeplatz im spanischen Saragossa lange Zeit schlechtes Wetter herrschte. Hier hätte der Shuttle bei einem möglichen Triebwerksschaden zur Erde zurückkehren können.

Der 13-Tage-Flug ist die erste von insgesamt fünf Missionen, die noch bis September geplant sind. Dann werden die technisch verschlissenen Shuttles, die seit 1981 Dienst tun, in Rente geschickt, ohne dass allerdings ein Nachfolger in Sicht ist. Denn Anfang Februar hatte Präsident Barack Obama aus Geldmangel das „Constellation“-Programm ersatzlos gestrichen. Damit fielen das neue Raumschiff „Orion“ und die neuen „Ares“-Trägerraketen für künftige bemannte Flüge zur ISS und später auch zum Mond und Mars dem Rotstift zum Opfer.

Aussichtsplattform für ISS

Die sechsköpfige „Endeavour“-Crew um Kommandant George Zamka bringt das 13,5 Tonnen schwere Verbindungsmodul „Tranquility“ („Ruhe“) samt der Aussichtsplattform „Cupola“ auf die Umlaufbahn. Es soll bei drei Ausstiegen in den freien Raum am „Unity“-Knoten angedockt werden. „Tranquility“ wurde in Italien für 300 Millionen Euro gebaut und ist der letzte Baustein für das US-Segment.

Damit ist die Station zu 90 Prozent fertig. Jetzt fehlen nur noch drei kleinere russische Module zu ihrer Vollendung. „Tranquility“ beherbergt wichtige Lebenserhaltungs- und Kontrollsysteme. Von „Cupola“ aus haben die Astronauten durch sieben Fenster erstmals einen Panoramablick auf die Station, die Erde und ins Weltall. Von hier wird auch der zweite kanadische Roboterarm gesteuert.

Schock für die NASA

Die Nachricht vom Ende des „Constellation“-Programms, die unvermittelt in die letzten Vorbereitungen für die „Endeavour“ hineingeplatzt ist, sei für die NASA ein „Schock“ und eine „Enttäuschung“ gewesen, sagte Startmanager Mike Moses der Nachrichtenagentur ddp. Dennoch habe sich das „hochmotivierte und professionelle Team“ nicht beirren lassen und alles daran gesetzt, die Fähre optimal auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Nicht anders werde es bei den verbleibenden Missionen sein.

Der Chef des Deutschen Zentums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, würdigte ausdrücklich die jüngste Zusage der USA, die ISS bis 2020 und darüber hinaus zu nutzen. Das schaffe zu Beginn des Raumfahrtjahres 2010 eine „perfekte Situation“, sagte er. Jetzt fehlten nur noch „Kleinigkeiten, um die Experimente in der Station weiter intensivieren zu können“.

Im NASA-Pressezentrum scheint man die Streichung von „Constellation“ indes noch nicht wahrnehmen zu wollen. Auf Dutzenden Prospekten und großen Schautafeln wird das von Ex-Präsident George W. Bush ins Leben gerufene Programm noch als „Beginn einer neuen Ära“ der US-Raumfahrt gepriesen. 


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