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Medienhaus Lensing
24.12.2009 07:00 Uhr
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Interview: Tokio Hotel: Auch Bill und Tom sitzen bei der Familie unterm Weihnachtsbaum

HAMBURG Ruhige Weihnachten, darauf hat sich die Band Tokio Hotel in diesem Jahr besonders gefreut. Denn die Zeit davor war stressig: Bill, Tom, Georg und Gustav stecken in Vorbereitungen für die „Welcome to Humanoid City“-Tour. Trotzdem nahm sich die Band kurz Zeit, um mit Susanne Linnenkamp über Musik, das Leben als Stars und das Weihnachtsfest zu plaudern.Von Susanne Linnenkamp

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Tom Kaulitz: "Wir werden ganz traditionell mit unseren Familien unterm Weihnachtsbaum sitzen." (Foto: Ulrich Perrey/dpa)

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Ihr probt schon für die Tour?
Tom: Genau, wir bereiten uns auf die Tour vor. Das wird eine der aufwändigsten Tokio-Hotel-Shows. Das heißt, wir haben eine intensive Tour-Vorbereitung – als Band proben wir in Hamburg und dann noch später mit der ganzen Crew in London.

Ihr versprecht den Fans die beste und spektakulärste Tokio-Hotel-Show aller Zeiten....
Gustav: Ja, die Bühne wird der Hammer sein.
Bill: Das ist eine ganz neue, sensationelle Bühne – ein bisschen spacig, total groß. Es gibt sechs bis sieben Meter große Aufbauten. Jede Menge wird passieren: Wir arbeiten mit Pyro, mit beweglichen Elementen. Die Tour heißt ja „Welcome to Humanoid City“ und wir bringen wirklich eine Humanoid City, eine ganz eigene Stadt mit in die Stadt, in der wir spielen.

Ihr versprecht auch, viele neue Songs zu singen. Es scheint aber so, als wollten die deutschen Fans die gar nicht hören. Ihr wart schnell an der Chartspitze und schnell ging's wieder runter...
Bill: Das ist ein Fehlschluss. Wir haben immer in den ersten Tagen einen Run. Was andere Künstler über längere Zeit verkaufen, um sich in den Top Ten zu halten, verkaufen wir in den ersten Tagen. Das heißt, unser Album fällt auch schneller, weil dann alle schon eines gekauft haben. Das Humanoid-Album ist das bis jetzt erfolgreichste Tokio-Hotel-Album.

Kritiker werfen Euch vor, Ihr habt die deutschen Fans in letzter Zeit vernachlässigt...
Tom: Also, dieser Vorwurf ist auf jeden Fall erst mal nachvollziehbar – weil wir ja in Deutschland angefangen haben und mit dem ersten Album ausschließlich hier unterwegs waren. Und jetzt müssen wir in irgendwie 100 Länder. Wir versuchen, das im Gleichgewicht zu halten.

Eure Musik klingt erwachsener, wollt Ihr weg von der reinen Teenie-Klientel?
Georg: Wir haben uns beim neuen Album Zeit genommen. Davor waren wir ja immer unterwegs, haben unfassbar viele Touren gespielt. Und dann haben wir uns ein Jahr im Studio abgeschottet, um zu gucken, welche Musik wir machen wollen. Eine bewusste Entscheidung, dass das jetzt älter klingen soll, gab’s nicht. Es war einfach eine natürliche Entwicklung.
Tom: Du machst die Musik, nach der du dich gerade fühlst, und das hören die Leute, die genauso fühlen. Ob die älter oder jünger sind, das ist uns – ehrlich gesagt – scheißegal.

In Dortmund gab's bei der letzten Tour Ärger mit den Behörden, weil Teenies wochenlang vor der Halle gezeltet haben. Was könnt Ihr machen, um das künftig zu vermeiden?
Bill: Ich will das überhaupt nicht vermeiden. Für uns als Band ist es doch toll, dass die Fans so lange auf uns warten.
Ihr kommt auf der neuen Tour wieder in die Region, nach Oberhausen. Warum?
Tom: Weil wir in der Region viele tolle Fans haben. 30 Städte in knapp zwei Monaten, ein anstrengendes Programm...
Georg: ... das kann man wohl sagen...

... und du, Bill, wirst schon jetzt immer dünner. Die Fans sorgen sich, ob du die Tour durchstehst.
Bill: So eine Tour ist natürlich sehr anstrengend. Aber wenn ich mir das nicht zutrauen würde, würde ich's nicht machen.

Wie bereitet Ihr Euch denn körperlich vor: Mit Ausruhen oder Fitnesstraining?
Bill: Ich bevorzuge die Ausruh-Variante. Da ich dafür aber zu wenig Zeit habe, nehme ich mir vor, Sport zu machen. Um fit zu sein für das Programm auf der Riesen-Bühne. Wir haben ein kleines Fitness-Studio auf der Tour dabei.

Einkäufe machst Du angeblich nicht mehr selbst...
Bill: Ja, das stimmt. Ich bin dankbar für das Leben, das ich führe. Aber es gibt auch negative Seiten. Man hat als Bill Kaulitz kein Privatleben mehr. So sieht das leider aus.

Wer kauft für dich ein?
Bill: Persönliche Assistenten.

Die Weihnachtseinkäufe?
Bill: Machen auch Assistenten. Oder ich bestelle was im Internet.

Wie verbringt Ihr Weihnachten?
Tom: Wir werden ganz traditionell mit unseren Familien unterm Weihnachtsbaum sitzen.

Und „Stille Nacht, Heilige Nacht“ singen?
Bill:  Absolut nicht...
Gustav: ... wenn dann in der Rockversion...
Bill: ...ne, überhaupt nicht. Ich bin nicht der Weihnachtslied-Sänger. Ich habe das immer gehasst, es ist mir zu unkreativ.


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