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Berlin (dpa) Eispartys und Winterzauber: Auf zahlreichen Seen in Deutschland haben die Menschen in Deutschland die schönen Seiten des Eiswinters genossen. Die größten Feiern stiegen auf der Hamburger Außenalster, dem Maschsee in Hannover und auf dem Steinhuder Meer.
Blick aus einem Kleinflugzeug auf die winterlich verschneite Stadt Lübbenau im Spreewald. Foto: Patrick Pleul (Foto: dpa)
Unterdessen versanken am Wochenende Teile des Balkans und Italiens im Schnee.
Auf der zugefrorenen Außenalster im Herzen Hamburgs zählte die Polizei bis Sonntagmittag rund 700 000 Einheimische und Touristen. Am Ufer des Binnengewässers lockten Glühwein-Stände und sogar eine mobile Sauna. Auf der Eisfläche trainierten am Samstag die Hamburg Freezers. Und beim menschlichen Curling durften sich die Besucher in Autoreifen über die Eisfläche schubsen lassen. Knochenbrüche und Prellungen blieben nicht aus, schließlich waren zu Spitzenzeiten etwa 80 000 Menschen gleichzeitig auf dem Eis - viele von ihnen mit Kufen unter den Füßen.
In Niedersachsen tummelten sich auf dem Steinhuder Meer, dem Maschsee in Hannover und dem Zwischenahner Meer hunderttausende Schlittschuhläufer und Spaziergänger. Allein auf dem Maschsee genossen nach Auskunft eines Stadtsprechers am Samstag und Sonntag rund 150 000 Besucher den eisigen Winter. Buden mit heißen Getränken und Bratwürstchen sowie Musik sorgten für gute Stimmung.
Schneestürme tobten unterdessen auf dem Balkan und in Italien: Die Behörden des Adriastaates Montenegro riefen am Samstag den Ausnahmezustand aus. Der Nationale Sicherheitsrat unter Führung von Staatspräsident Filip Vujanovic habe einen entsprechenden Beschluss gefasst, wie Medien berichteten. Mehrere tausend Menschen waren in vielen Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.
Mindestens sieben Menschen wurden im Kosovo von einer Lawine getötet. Die Schneemassen hatten am Samstag in dem Dorf Restelica südlich der Stadt Prizren ein Haus mit elf Menschen verschüttet, wie Medien am Sonntag in Pristina unter Berufung auf die Rettungsmannschaften berichteten. Ein Mädchen sei aus den Schneemassen gerettet worden. Nach mehreren Vermissten werde noch gesucht.
In Serbien waren 50 000 Menschen eingeschneit, teilte der Leiter des Notfallstabes, Predrag Maric, am Samstag in Belgrad mit. Um Strom zu sparen, bestimmte die serbische Regierung die kommende Woche als arbeitsfrei.
Auch im Osten und Nordosten Italiens tobten schwere Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Der Flughafen von Ancona musste am Samstag zeitweise geschlossen werden, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Auch die Flughäfen von Rimini und Forli in der Region Emilia-Romagna wurden zeitweise geschlossen.
In Bulgarien war die zugefrorene Donau auch am Wochenende für die Schifffahrt unpassierbar. Auch die Fähren nach Rumänien konnten wegen dicker Eisschollen nicht mehr fahren, wie das Staatsradio in Sofia am Sonntag berichtete.
Auch in Deutschland kam die Schifffahrt ins Stocken: Auf dem Neckar hingen knapp 50 Schiffe nach der Sperrung mehrerer vereister Schleusen zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn fest, berichtete Jörg Huber vom Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg am Sonntag. Auch auf den Kanälen in Nordrhein-Westfalen war der Betrieb beinahe komplett lahmgelegt. «Die meisten Kanäle sind dicht», sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Düsseldorf
Deutschland soll von Montag an wieder auftauen: Zunächst lässt Tief «Maike» die Temperaturen ansteigen, am Dienstag folge der nächste Schwall milder Luft, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach. Damit kehre der typische deutsche Winter mit Temperaturen um null Grad am Tag und leichtem Frost in der Nacht zurück. An den Küsten soll es erstmals seit zwei Wochen auch nachts Plusgrade geben.
Dann müssen die Autofahrer zum Start der Arbeitswoche aufpassen: Wegen der milderen Temperaturen ist Blitzeis möglich. Der zu erwartende Regen treffe auf gefrorenen Boden, erklärte Hartmann. Im Norden taue der Boden aber im Laufe der Woche auf, so dass hier am Ende der Woche nicht mehr mit Glatteis gerechnet werden müsse.
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