Edelstahl: Outokumpu will mehr Stellen streichen - Bochum betroffen

DÜSSELDORF/BOCHUM Nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Edelstahltochter Inoxum will der finnische Outokumpu-Konzern 500 Arbeitsplätze mehr streichen als bislang bekannt. In den nächsten vier Jahren sollten nun 2000 Stellen abgebaut werden. Am Standort Bochum soll die Edelstahlproduktion eingestellt werden. Die IG Metall warnt indes vor voreiligen Schlüssen. Vor 2017 könne in Bochum nichts passieren.

  • Das Werk der ehemaligen ThyssenKrupp-Edelstahltochter Inoxum in Bochum.

    Das Werk der ehemaligen ThyssenKrupp-Edelstahltochter Inoxum in Bochum. dpa

Die Tarifverträge in Deutschland sollten aber eingehalten werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Ein noch radikalerer Stellenabbau sei aber möglich, wenn sich die Konjunktur weiter abkühle. „Derzeit haben wir dafür aber keine Pläne.“

Überkapazitäten abbauen

Inoxum bringt in den erweiterten Outokumpu-Konzern mit insgesamt 18.000 Beschäftigten rund 11.800 Mitarbeiter ein, davon 6000 in Deutschland. Die Finnen hatten bereits angekündigt, bis 2016 rund 850 Stellen in Deutschland zu streichen. Davon will ThyssenKrupp 600 Beschäftigte übernehmen. Um teure Überkapazitäten abzubauen, will Outokumpu in Krefeld und Bochum die Edelstahlproduktion schließen und sich hier auf die Verarbeitung des Werkstoffs konzentrieren.

Ulrike Kleinebrahm von der IG Metall Bochum sieht trotz dieser Nachricht keine Veranlassung, über eine Werksschließung in Bochum zu sprechen. "Wir haben einen gültigen Vertrag mit Outokumpu, das kann also gar nicht passieren", so Kleinebrahm. Der Vertrag sieht vor, Ende 2015 die Wirtschaftlichkeit des Bochumer Werks zu prüfen. Etwaige Konsequenzen aus dieser Prüfung könnten laut Kleinebrahm frühestens in 2017 gezogen werden. "Zur Zeit ist das Bochumer Werk gut ausgelastet und in 2013 kommt erst einmal die Flüssigphase aus Krefeld nach Bochum", so Kleinebrahm. Für die Outokumpu-Mitarbeiter in Bochum bestehe vorerst kein Grund zur Sorge.

Interessenten für das Werk in Terni

Im November hatte die EU-Kommission grünes Licht für den milliardenschweren Zusammenschluss gegeben, bei dem ein neuer Weltmarktführer für Edelstahl entsteht. Geplant sind Einsparungen von rund 200 Millionen Euro. Als Auflage müssen aber das ehemalige Inoxum-Edelstahlwerk im italienischen Terni sowie mehrere europäische Vertriebszentren verkauft werden. Für das Werk gebe es bereits eine Reihe von Interessenten, sagte Seitovirta. Laut Branchenkreisen gehört auch der südkoreanische Konkurrent Posco dazu.

Die EU-Kommission hatte lange Bedenken gehabt, dass das neue Unternehmen aus Outokumpu und Inoxum zu mächtig werden und den Markt dominieren könnte. Neben Posco sind Aperam (Luxemburg) und Acerinox (Spanien) die wichtigsten Konkurrenten. In Europa komme Outokumpu nun auf 40 Prozent Marktanteil, sagte Seitovirta. Weltweit seien es zwölf Prozent.
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Autor
dpa/Miriam Instenberg
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    2. Januar 2013, 10:20 Uhr
    Aktualisiert:
    2. Januar 2013, 15:33 Uhr
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