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Paris/Köln (dpa) Alle Riesenflugzeuge vom Typ Airbus A380 müssen auf Risse in den Tragflächen untersucht werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) gab am Mittwoch eine entsprechende Anweisung für Betreiber des weltgrößten Passagierjets aus.
Ein Airbus A380 bei einem Demonstrationsflug während der Dubai Air Show am 15.11.2009. Foto: Ali Haider (Foto: dpa)
Ursprünglich sollten nur die 20 Maschinen zur Zwangskontrolle, die bereits höheren Belastungen ausgesetzt waren und schon mindestens 1300 Flüge absolviert hatten. Die übrigen der derzeit 68 von den Airlines eingesetzten A380 waren ausgenommen.
Airbus betonte erneut, dass die im Januar bekanntgewordenen Risse keine Sicherheitsgefahr darstellten. Dass die Anweisung ausgeweitet werden würde, sei erwartet worden. Dies stehe nicht in Zusammenhang mit den am Mittwoch bekanntgewordenen Haarrissen in der Tragfläche einer Qantas-Maschine.
Wieviel Geld Airbus die A380-Probleme kosten, war zunächst unklar. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Für Check und Reparatur müssen die Fluggesellschaften mehrere Tage einrechnen. Die Arbeiten werden von dem Hersteller komplett übernommen. Laut der vom 13. Februar an gültigen EASA-Anordnung müssen die Checks bei schon älteren Maschinen innerhalb von drei oder sechs Wochen erfolgen - je nach Zahl der absolvierten Flüge. Für jüngere A380 mit derzeit weniger als 1216 Starts gibt es bislang keine zeitliche Frist. Ohne Überprüfung dürfen sie allerdings nicht mehr als 1300 Flüge absolvieren.
Bei den defekten Teilen handelt es sich nach Angaben von Airbus nicht um tragende Elemente, sondern um eine Art Klammer, die die sogenannten Flügelrippen mit der Außenfläche der Flügel verbinden. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, eine aerodynamische Form der Tragfläche zu garantieren. Insgesamt 4000 gibt es davon in einer A380 - gerade mal eine Handvoll pro Maschine weisen laut Airbus im Schnitt feine Risse an der Unterseite auf.
Bei den jetzt erfolgenden Reparaturarbeiten soll erst einmal ein neues Einbauverfahren dafür sorgen, neue Risse zu verhindern. Laut Airbus sind sowohl Material- als auch Fertigungsfehler Ursache der Risse. Vom Sommer an sollen dann modifizierte Bauteile zu Verfügung stehen, die nicht anreißen können. Die EASA hatte Ende Januar mitgeteilt: «Wenn der Mangel nicht entdeckt und behoben wird, kann er möglicherweise die Stabilität des Flugzeugs beeinträchtigen.»
Betroffen von den Problemen sind die Fluggesellschaften Qantas und Singapore Airlines sowie drei Testflugzeuge. Auch die Lufthansa sowie die Fluggesellschaften Emirates, China Southern, Korean Air Lines und Air France-KLM haben die A380 im Einsatz.
Ein Sprecher von Singapore Airlines sagte, die ersten acht A380 aus der Flotte der Fluggesellschaft seien bereits überprüft. Zwei weitere seien in den kommenden Wochen an der Reihe. Die Lufthansa bestätigte, dass sie ihre acht A380 ebenfalls nach und nach zur Überprüfung schicken muss.
Für Schlagzeilen hatten die Probleme vor allem deswegen gesorgt, weil die ersten Risse an der Maschine entdeckt wurden, die im November 2010 einen schweren Triebwerkschaden hatte. Zunächst war deswegen von einem Zusammenhang ausgegangen worden. Beim Qantas-Flug QF32 war kurz nach dem Start in Singapur in einem Triebwerk Öl ausgelaufen und in Brand geraten. Teile stürzten zu Boden. Die Piloten schafften eine Notlandung, die 469 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon.
Die nun in einer A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas entdeckten Risse in einer Tragfläche, die am Mittwoch bekanntwurden, haben nach Angaben der EASA nichts mit der erweiterten Kontrollanordnung zu tun. Bei diesen Fehlern handele es sich um unkritische Haarrisse, ergänzte ein Airbus-Sprecher. Qantas will die Fehler dennoch sofort reparieren lassen und die Maschine bis zu Abschluss der Arbeiten am Boden lassen. Auch die Fluggesellschaft hatte betont, es handele sich nicht um dieselbe Art von Rissen, die zuvor auf A380-Tragflächen entdeckt worden waren.
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