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Das Opel-Hauptwerk in Laer. Wie lange wird hier noch produziert? Über die Zukunft der Flächen will die Stadt mit entscheiden und hat dafür einen Bebauungsplan angestoßen. (Foto: Neubauer)
Nicht nur für das Werk II in Langendreer, sondern ebenso für das Gelände des Opel-Werks I in Laer. Einstimmig, über parteipolitische Grenzen hinweg, hat der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung am Mittwoch ein Bebauungsplan-Verfahren für die Opel-Flächen in die Wege geleitet. „Dieser Beschluss besagt, dass wir Planungsrecht haben“, so Stadtbaurat Ernst Kratzsch.
"Absurde Phantasien"
Im Klartext: Bislang hätte die Adam Opel AG Teilflächen ohne Beschränkung an Dritte verkaufen können, damit einige lukrative Teilbereiche vermarkten und die teils schwierigen Bereiche mit Altlasten und Deponien zurücklassen können. Seit gestern geht das nicht ohne die Genehmigung der Stadt. „Falls es absurde Phantasien gibt, haben wir nun einen geregelten Prozess“, sagt Kratzsch – auch wenn die Stadt nicht alles unterbinden kann.
Überraschend hatte sich die Stadtverwaltung entschlossen, am Mittwoch nicht nur über das fast verwaiste Werk II zu entscheiden, sondern zudem auch die 72 Hektar des Hauptwerkes auf die Tagesordnung gesetzt.
Ein Zeichen, das die Verärgerung über die Entscheidungen und Drohgebärden der Opel-Geschäftsführung gegenüber der Belegschaft deutlich macht.
Bebauungsplan ist unumgänglich
„Auch wenn ich denke, dass sich bei Opel und beim Mutterkonzern GM niemand dafür interessiert – wir müssen jetzt retten, was zu retten ist“, sagt Sascha Merz (Freie Bürger). In der Politik ist inzwischen angekommen, dass Gedanken über eine Zukunft ohne Opel dringend nötig sind. Natürlich betonen sie alle, dass die Opel-Produktion in Bochum so lange wie irgendwie möglich gehalten werden soll. Der Bebauungsplan steht dem auch nicht im Wege.
Er ist quasi unumgänglich, denn noch immer ist der Autobauer nicht bereit, die Flächen der Werke I und II in eine gemeinsame GmbH mit der Stadt einzubringen, um sie gemeinsam aufzubereiten und zu vermarkten (RN berichten).
Auch wenn Stadtdirektor Paul Aschenbrenner betont, „dass die Stadt im Schulterschluss mit dem Land und auch mit der Adam Opel AG“ die Probleme lösen will – die Reißleine Bebauungsplan befürwortet auch er. Allein für die Flächen des Werks II wurden Sanierungskosten von circa 30 Millionen Euro errechnet. Werk I wird nicht günstiger. Egal wie lange dort noch Autos produziert werden.
Das Werk I in Laer hat eine Gesamtfläche von 72 Hektar. Es verfügt im wesentlichen über die Zufahrt vom Opelring. In Zukunft soll im Süden die Querspanne, die Verlängerung der A 44, entlangführen und das Gelände anbinden. Das Werk II in Langendreer hat eine Fläche von 50 Hektar, die nur noch zu einem kleinen Teil von der Getriebefertigung genutzt wird. Die Zufahrt erfolgt über die A 40, führt aber durch den Ortsteil. Eine direkte A 40-Auffahrt wäre sinnvoll.