Das Aus für Opel in Bochum könnte eher kommen, als gedacht: In einer Mitteilung an die Belegschaft am Rande der Tarifverhandlungen schreibt der Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky, dass die Fertigung in Bochum bereits zum 1. Januar 2015 eingestellt werden könnte. Paradoxerweise betont er im nächsten Absatz der Mitteilung die soziale Verantwortung des Unternehmens.Von Dominik Möller
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Der Aufsichtsratsvorsitzende kann sich das Aus für Bochum auch zum 1. Januar 2015 vorstellen. (Foto: dpa)
Seit Dienstagmorgen laufen die Tarifverhandlungen bei Opel. Girsky fordert die Belegschaft dazu auf, Einschnitte in Kauf zu nehmen. Das Unternehmen müsse sparen: "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Beitrag leisten. Solange wir Verluste erzielen, können wir uns beispielsweise keine Tariferhöhungen leisten", schreibt Girsky.
Perspektive 2022
Was das Unternehmen brauche, seien "weitere beträchtliche Einsparungen". An allen deutschen Standorten und in allen Unternehmensbereichen müssten Lösungen gefunden werden, um flexibler zu werden, Bürokratie abzubauen und Kosten zu senken, so Girsky.
In seiner MItteilung bezeichnet Girsky die Arbeitsgruppe "Perspektive Bochum 2022" als Herzstück der sozialen Verantwortung des Unternehmens. Auch wenn die Fahrzeugproduktion in Bochum auslaufe, hänge der Erfolg der Bemühungen, Arbeit nach Bochum zu holen, "von der Wettbewerbsfähigkeit der Belegschaft vor Ort und dem Willen zu einer Einigung ab". Girsky fordert von allen Beteiligten, dass sie konstruktiv zusammenarbeiten.
Bislang hatte Opel angekündigt, die Produktion in Bochum 2016 einzustellen. In Bochum könnten demnach bis zu 4000 Stellen wegfallen.