«
1/1
»
Es ist endgültig: Das Opel-Werk in Bochum mit derzeit mehr als 3000 Beschäftigten steht vor dem Aus. Foto: Caroline Seidel (Foto: dpa)
Nun scheint das Aus für Opel in Bochum besiegelt. Der Opel-Vorstand hat zumindest deutliche Signale gesandt. „Fakt ist, man hat uns Anfang der Woche mitgeteilt, dass es die Entscheidung gibt, die Getriebeproduktion Ende 2013 zu beenden und dass es ab 2016 keine neue Produktion für Werk I gibt“, so der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel gegenüber den Ruhr Nachrichten. Möglicherweise gebe es noch eine kurzfristige Verlängerung der Produktion, mehr aber nicht, berichtet Einenkel aus dem Gespräch.
Betriebsrat gibt sich kämpferisch
Unklar ist, was mit den 3000 Beschäftigten in Bochum geschehen soll. Während die Nachrichtenagenturen und Fernsehstationen nun das endgültige Aus des Bochumer Werks prognostizieren, will Einenkel nicht aufgeben zu kämpfen. „Solange wir hier Autos bauen, haben wir eine Chance“, sagte er. Sollte sich die Geschäftsführung am Montag jedoch mit einem unumstößlichen Beschluss vor der Belegschaft präsentieren, werde man „die entsprechenden Antworten parat haben“, so Einenkel.
Einenkel: "Verstoß gegen Vereinbarungen"
„Die Schließung der Getriebeproduktion Ende 2013 ist ein klarer Verstoß gegen die Vereinbarungen“, monierte der Betriebsratschef. „Man kann doch nicht Werk II schließen und gleichzeitig mit der Landesregierung verhandeln wollen, wie Werk II langfristig zu sichern ist.“ Damit spielt Einenkel auf die Arbeitsgruppe „Bochum Perspektive 2022“ an, in der gemeinsam mit Opel, dem Land, der Wirtschaftsförderung und der IHK nach Zukunftsperspektiven für den Standort gesucht werden. Bereits bei der Ankündigung der Arbeitsgruppe im Oktober waren jedoch Stimmen laut geworden, die dabei auch eine Zukunft ohne Opel in Erwägung zogen.
Gespräche lagen auf Eis
Zur gleichen Zeit hatte die Opel-Geschäftsführung in Rüsselsheim mitgeteilt, dass für das Bochumer Werk nach dem Auslaufen der Produktion des aktuellen Zafira kein neues Auto für den Standort geplant sei. Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Opel-Spitze blieben ergebnislos, fanden häufig gar nicht erst statt. „Man hat vergessen mit uns zu reden, obwohl wir das immer angemahnt haben“, so Einenkel.
Erst am vergangenen Dienstag habe es wieder Gespräche gegeben – mit der Ankündigung für das Aus nach 2016. „Wir hatten schon oft Pläne, die genauso drastisch waren“, sagt Einenkel. Er will weiter reden. „Das müssen wir tun.“ Es gebe Alternativen für Bochum: den Nachfolger des aktuellen Zafira zum Beispiel oder den neuen Opel Mokka. „Das alles ist möglich.“
Ernst der Lage
Einenkel war in den vergangenen Wochen vergleichsweise ruhig gegenüber der Öffentlichkeit geblieben. Dass er sich nun zu Wort meldet, zeigt den Ernst der Lage. Er weiß, das Unternehmen ist irritiert über die öffentlichen Reaktionen, die aufbranden, immer wenn es um den Standort Bochum geht. „Wir sind nicht Antwerpen, wo man die Belegschaft bis zum letzten Tag beruhigen kann“, so Einenkel. Erste Ergebnisse aus der Belegschaftsversammlung werden für Montagmittag erwartet.