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Erneut gibt es Grund für Frust bei den Bochumer Opelanern: Das Unternehmen hat jetzt die Nutzung der Fläche vor Tor 1 für das am 3. März geplante Fest der Solidarität untersagt. (Foto: Dominik Möller)
Opel-Sprecher Alexander Bazio hat schon angenehmere Aufgaben gehabt. Erst musste er verkünden, dass der Konzern kurzfristig die Feier zum 50-jährigen Bestehen des Werks nach einer Verschiebung endgültig absagt. Gestern sollte er nachvollziehbar erklären, warum jetzt nicht einmal die Fläche zur Verfügung gestellt wird. „Wir wollen uns auf die Verhandlungen konzentrieren“, so die kurze Stellungnahme.
Betriebsrat in der Offensive
Während sich Bazio damit eher vergeblich um Schadensbegrenzung bemühte, ging der Betriebsrat schriftlich in die Offensive. „Jetzt erst recht! Dann wird das Fest noch größer“, verkündete er vollmundig. Der Rathausplatz und Boulevard würden zur Verfügung stehen. Dort erwartet er Kollegen von Opel, die Familien, IG Metall, Gewerkschafter aus vielen Betrieben, Künstler, Vertreter der Kirchen, Vereine, Politiker, Beschäftigte von Zulieferfirmen und viele mehr.
Und wenn es tatsächlich der Motivation des ein oder anderen bedurft hätte, der Konzern hat sie gestern frei Haus geliefert.
Vorwürfe
Einmal in die dunkle Ecke gestellt, holt der Betriebsrat zur mannigfaltigen Kritik am Konzern aus. Zu den Vorwürfen gehört:
- Das vom Vorstand und Aufsichtsrat angekündigte Ende der Fahrzeugproduktion und die Verteilung neuer Modelle ist im Aufsichtsrat weder vorgestellt noch beschlossen worden.
- Das Unternehmen verspricht für das Ende der Produktion Ersatzbeschäftigung im Ersatzteillager, Logistik und Komponentenfertigung. Doch die Eingruppierung erfolgt im Niedriglohnbereich.
- Ersatzbeschäftigung und Absicherung soll es für maximal 1000 Opel-Beschäftigte geben. Für 3000 bis 4000 Beschäftigte droht die Arbeitslosigkeit.
Der Betriebsrat fordert deshalb von der Konzernleitung „faire Verhandlungen ohne Drohungen“. Zudem macht er sich für eine „sichere Zukunft für alle Standorte“ stark. Zunächst aber fordert er die „sofortige Zahlung der offenen Tariferhöhung“. Es drohen heiße Tage im Winter.
Die Pläne des GM-Konzern betreffen nicht nur den Standort Bochum. Nach Betriebsratsangaben „blockiert und verzögert“ der Konzern die Verhandlungen für die anderen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Eisenach, Kaiserslautern und Dudenhofen. In Bochum ist geplant, die Getriebefertigung noch in diesem Jahr einzustellen. Damit wäre Werk II vollkommen ungenutzt.