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THEMA Opels langer Weg
13.02.2013 18:59 Uhr
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Tarifverhandlungen bei Opel: Bochumer Werksleitung fordert Klarheit im Februar

BOCHUM In einem offenen Brief an die Bochumer Belegschaft hat Opel-Werksleiter Manfred Gellrich Stellung bezogen. Er kritisiert das Verhalten von Gewerkschaft und Betriebsrat während der laufenden Verhandlungen. Und zeigt auf, welche Angebote seitens des Unternehmens bislang auf dem Tisch liegen. Die IG Metall bezeichnet den Brief hingegen als "absurdes Theater".Von Dominik Möller

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In einer Mitteilung bekräftigte das Unternehmen jetzt, den Standort Bochum entwickeln zu wollen. (Foto: Dominik Möller)

Diese wiederum reichen Betriebsrat und IG Metall nicht aus. Ihre Forderung nach einer Fortsetzung der Fahrzeugproduktion in Bochum ist seitens des Unternehmens nicht mehr verhandelbar. Dennoch betont Gellrich in seinem Brief an die Mitarbeiter: „Opel will in Bochum bleiben, auch wenn die Produktion kompletter Fahrzeuge ausläuft.“

Ideen- und Konzeptlosigkeit
 
IG Metall-Bezirkleiter Knut Giesler bezeichnet die Mitteilung als „absurdes Theater“. Es sei ein „Trauerspiel, wie das Opel Management jetzt den Bochumer Werksleiter benutze, um die eigene Ideen- und Konzeptlosigkeit zu verbergen“, so Giesler. Die IG-Metall wolle sich weiter für hochwertige Industriearbeitsplätze einsetzen.
 
Download: Offener Brief der Werksleitung von Opel Bochum
(225.33 KBytes.)
Was Gellrich in seinem Schreiben aufzählt, ist nicht neu. Vielmehr ist es eine Zusammenfassung des Status quo. „Das Unternehmen ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst. Wir sind bereit Lösungen und Perspektiven zu schaffen, dies steht ganz klar im Vordergrund dieser Mitteilung“, sagt Opel-Sprecher Alexander Bazio.
 
Neu ist hingegen, dass das Unternehmen bereit ist, über eine Fortsetzung der Getriebefertigung in Bochum zu verhandeln. Gellrich fordert den Betriebsrat und die Gewerkschaft auf, sich konstruktiv an der Entwicklung neuer Perspektiven für Bochum einzubringen.

Vertrauliche Inhalte

Kontraproduktiv sei hingegen, dass vertrauliche Inhalte der Verhandlungen an Medien weitergegeben würden. Die daraus resultierenden Negativ-Schlagzeilen würden Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen verunsichern. „Natürlich äußern Betriebsräte sich öffentlich, das ist ihr Job“, kontert Knut Giesler von der IG Metall.
 
Werksleiter Gellrich schildert in seinem Brief zudem, die Suche nach einer alternativen Nutzung der riesigen Opel-Flächen. Daran sei auch die Boston Consulting Group beteiligt. Die Unternehmensberatung ist Gast im Werk, analysiert es und wertet die Daten aus. Auf Grundlage dieser soll ein Konzept erstellt werden.

Einvernehmlich Fakten schaffen
 
So sehr Gellrich die soziale Verantwortung des Unternehmens auch betont – sein Schreiben hat einen Schönheitsfehler: Noch ist bei den Angeboten, die das Unternehmen Gewerkschaft und Betriebsrat vorgelegt hat, nur von Wollen die Rede. Allerdings bietet die anstehende Verhandlungsrunde die Chance, aus dem bloßen Bekunden des Willens in Kooperation mit IG Metall und Betriebsrat einvernehmlich Fakten zu schaffen. 

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