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Ein Aufkleber auf dem Werksgelände von Opel in Bochum. (Foto: dpa)
Angesichts fehlender Erfolge bei den Verhandlungen formuliert der Konzern halböffentlich Schuldvorwürfe. Erster Adressat ist dabei der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Der weist jedoch alle Kritik von sich. Vielmehr geht er in die Offensive.
Der Vorstand könne auf der heutigen Belegschaftsversammlung darüber abstimmen lassen, ob die Mitarbeiter mit seinem Kurs einverstanden seien oder ob er eine andere Position beziehen solle. Einenkel ist sich sicher, die Meinung der Beschäftigen zu vertreten.
Er sagt deshalb im Gespräch mit unserer Redaktion: „Vor einer Abstimmung habe ich keine Angst.“ Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende begründet seinen Optimismus mit den Fakten.
Unannehmbare Forderungen
Der Konzern habe in den Gesprächen bislang nichts Annehmbares für die Bochumer Beschäftigten angeboten. Laut Einenkel gibt es nur unannehmbare Forderungen.
› Der Betriebsrat soll sich damit einverstanden erklären, dass bei der Abschaffung der Nachtschicht auch betriebsbedingte Kündigungen möglich sind.
› Betriebsbedingte Kündigungen sollen auch möglich sein bei der Einstellung der Getriebefertigung.
› Kündigungen sollen möglich sein, wenn 2016 die Automobilproduktion in Bochum eingestellt wird.
„Schuldiger gesucht“
„Da bin ich ziemlich stur“, sagt Einenkel klipp und klar und reagiert damit auf Vorwürfe von GM. Wie „Spiegel Online“ am Sonntag berichtete, würden GM-Manager Einenkel für ein mögliches Platzen der Verhandlungen verantwortlich machen. „Man werde nicht ewig verhandeln“, zitiert das Online-Portal einen namentlich nicht genannten Manager.
Der Bochumer Betriebsratsvorsitzender hat eine Vermutung, warum das Unternehmen jetzt verbal in die Offensive geht. Es werde ein Schuldiger gesucht. Denn längst gehe es in den Verhandlungen nicht mehr nur um die Zukunft des Standortes Bochum. Einenkel wollte Informationen von „Spiegel online“ nicht widersprechen, nach denen im Werk Rüsselsheim ein Abbau von 700 Arbeitsplätzen droht.
Konkrete Lösungen fehlen
„Die zentrale Fertigungsplanung, der Werkzeugbau und der Prototypenbau sollen aufgegeben werden“, heißt es in dem Bericht. Offiziell kommentieren will Einenkel das nicht. Das müssten die Kollegen vor Ort tun. Doch gewährt er einen Einblick in die Themen der letzten Verhandlungsrunden. „Da ist es mehr um andere Werke als um Bochum gegangen.“
Für das Werk tief im Westen habe der Konzern hingegen nicht einen Ansatz konkret formuliert, welche Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden könnten. Deshalb ist es aus Sicht des Betriebsrates ein Unding, dass er unter diesen Bedingungen auf die Aussetzungen der Gehaltserhöhungen verzichten und gleichzeitig betriebsbedingte Kündigungen akzeptieren soll. „Das werde ich nicht unterschreiben“, sagt Einenkel. „GM muss mehr auf den Tisch legen.“