Dortmunds Sportlerwahl 2015: Herrliches Durcheinander in der Mixed-Staffel

DORTMUND Es ist ein herrliches Durcheinander da auf den Startblöcken in der Schwimmhalle: Männer und Frauen bunt gemischt. Dann fällt der Startschuss – und der Wettbewerb kann beginnen. Auch außerhalb des Wassers. Deshalb stellt sich die Schwimmer-Mixed-Staffel der Wahl zu Dortmunds Mannschaft des Jahres.

 

„Das Format macht einfach Spaß, es ist reizvoll, im gemischten Team zu starten“, sagt Erik Steinhagen, Schwimmer der SG Dortmund, der mit seinen Mitstreitern Kerstin Lange, Julia Leidgebel und Max Mral bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal so viel Spaß an diesem seit 2012 ausgetragenen Wettbewerb hatte, dass das Quartett aus dem Südbad am Ende als Lagen-Sieger aus dem Wasser kletterte – gegen 49 konkurrierende Mannschaften!

Männer gehen zuerst ins Wasser

Normalerweise starten in den Staffeln erst die beiden Herren der Schöpfung, „damit die Frauen nicht in unseren Wellen schwimmen müssen“, erklärt der 26-Jährige. Aber was war schon normal an diesem Wettkampf in der Schwimmoper, der die Dortmunder, die in dieser Formation noch nie angetreten waren, in den ersten von fünf Läufen spülte?

„Unser Quartett hat sich wegen unserer Stärken von selbst aufgestellt“, berichtete Julia Leidgebel, die als Rückenexpertin als Erste auf den Startblock kletterte. Nach zwei Bahnen übergab sie an Brust-Ass Erik Steinhagen, der löste sich mit „Schmetterling“ Kerstin Lange ab, ehe Krauler Max Mral die finalen 50 Meter anging.

Langes Warten bis zum Titel

Ja, und dann ging das große Warten los. „Wir haben die nächsten vier Läufe abwarten müssen, um zu sehen, was unsere Zeit aus dem ersten Lauf wert war“, erinnert sich Kerstin Lange an die bangen Blicke auf die Anzeigetafel, ehe es endlich feststand: Die SG Dortmund ist Deutscher Kurzbahn-Meister in der Mixed-Staffel über 4 x 50 Meter Lagen.

„Richtig feiern konnten wir nicht“, sagte Steinhagen rückblickend, „wir hatten alle noch ein paar Starts vor uns“.
Es war übrigens nicht der erste DM-Titel in diesem Jahr, auch bei den „Deutschen“ im Frühjahr in Berlin auf der langen Bahn schlug das SG-Quartett, diesmal in der Besetzung Julia Leidgebel, Matthias Lindenbauer, Alina Weber und Max Mral, über 4 x 100 Meter Lagen in neuer deutscher Rekordzeit von 3:32,62 Minuten als Meister an.

"Alle Bestmarken verbessert"

„Die Mixed-Staffeln sind einfach ein schöner Wettbewerb, das machen alle Schwimmer gern. Es bietet zudem die Chance auf Medaillen“, sagt Mral, der vor eineinhalb Jahren aus Wuppertal nach Dortmund kam und es bis heute nicht bereut hat, denn: „Seitdem ich hier bin, habe ich alle meine Bestmarken verbessert“, berichtet der 22-jährige Student.

Auch Statistik-Studentin Kerstin Lange (25) liebt das Gruppengefühl im Individualsport, „für die Mannschaft wächst du noch einmal über Dich hinaus. Das ist halt Staffel!“ Und Erik Steinhagen ergänzt: „Es ist die Gemeinschaft, die dem einzelnen die Last von den Schultern nimmt“.

Nachfolger der Frauenmannschaft?

Professor Volker Höltke, seit nunmehr 30 Jahren Cheftrainer der SG Dortmund, kennt das aus eigener Erfahrung: „Meine Bestzeiten bin ich alle in Staffeln geschwommen“. Im vergangenen Jahr wurde übrigens die Frauenstaffel der SG „Dortmunds Mannschaft des Jahres 2014“, gegen eine Wiederholung hätten „die Gemischten“ nichts einzuwenden.