Dortmunds Sportlerwahl 2015: U17-Spieler des BVB sind junge, hungrige Wölfe

DORTMUND Es war zu Beginn das erwartet schwere Stück Arbeit, am Ende eine Demonstration außergewöhnlicher Klasse, die der schwarzgelben Erfolgsstory dieses U17-Jahrgangs von fußballerisch Hochbegabten am 14. Juni 2015 ein weiteres wertvolles Mosaiksteinchen hinzufügte.

 

Fast exakt ein Jahr zuvor hatten sich die B-Junioren von Borussia Dortmund mit dem 2:1-Finalsieg um die deutsche Meisterschaft bei RB Leipzig auf der ganz großen Bühne des Nachwuchsfußballes zurückgemeldet. Nun verlieh Trainer Hannes Wolf diesem Triumph mit seinen Schützlinge zwölf Monate später dank des 4:0-Sieges beim Rekordmeister VfB Stuttgart mit der erfolgreichen Titelverteidigung die entsprechende Nachhaltigkeit.

Zwölf Teilnahmen, sechs Titel

Einer torlosen und ausgeglichenen ersten Hälfte folgten in der kleinen, aber feinen Großaspacher Mechatronik Arena vor 7196 Zuschauern vier Treffer durch Patrik Fritsch, Felix Passlack und zweimal Janni Luca Serra. Zum sechsten Mal bei insgesamt zwölf Endspielteilnahmen wanderte die begehrte Meisterschale aus Acryl, hochgehalten unter grenzenlosem Jubel von Kapitän Passlack, in den Dortmunder Trophäenschrank.

Der Erfolg spiegelte gleichzeitig die mehr und mehr professionalisierte und zielgerichtete Förderung auf allen Abteilungsebenen des Nachwuchsbereiches bei den Borussen wider. Allerdings kam das Unternehmen Titelverteidigung wegen der kurzen Vorbereitungszeit nicht ganz unerwartet, so doch schwerfälliger als vermutet, in die Gänge. Als die Wolf-Elf im Oktober 2014 mit 2:3 beim späteren Absteiger Viktoria Köln unterlag, geriet selbst die Westmeisterschaft kurzzeitig ein kleines Stück außer Sichtweite.

Umschwung in Winterpause

Aber nicht zuletzt die Umfunktionierung von Innenverteidiger Janni Luca Serra zum Stürmer sorgte in dieser Saisonphase für einen zügigen Umschwung. Zudem wurde in der Winterpause personell mit dem dänischen Nationalspieler Jacob Bruun Larsen und dem US-Boy Christian Pulisic vielversprechend nachgelegt.

Von da an gab es kein Halten mehr. Der BVB blieb in 18 Spielen ungeschlagen, überquerte am Ende souverän als erster die Ziellinie der Weststaffel mit sechs Punkten Vorsprung gegenüber dem schärfsten Verfolger Bayer Leverkusen. In zwei hochkarätigen Halbfinals wurde die Hürde Leipzig, für viele Experten das vorweggenommene Endspiel, mit 2:0 und 2:1 übersprungen. Und final hielten die Borussen dem Druck des Favoriten gegen den Rekordmeister aus Stuttgart auch auswärts stand.

Erfolgsstory geht weiter

Ein Ende der Erfolgsstory dieses extrem gleichwertig und qualitativ hochstehend aufgestellten Jahrganges scheint nicht in Sicht, für viele Jungen der Weg in den Profibereich dank der behutsamen und sorgfältigen Arbeit aller Verantwortlichen vorgezeichnet. Gemeinsam mit ihrem Coach in den U19-Bereich aufgerückt, macht die Anhäufung von Talenten, die beim Zuschauen jede Menge Freude bereiten, auch in der neuen Altersklasse unter dem Motto „Verlieren verboten“ ganz einfach weiter.

Aktuell haben die Schwarzgelben in ihrer Bundesliga-West-Staffel schon wieder ungeschlagen die Nase vorn. Die beeindruckenden Eckdaten: die meisten Tore (43) geschossen, die wenigsten (5) kassiert. Erneut winkt der Einzug in die DM-Endrunde. Auch im DFB-Junioren-Pokal ist einiges möglich. Nur noch ein Spiel trennt den BVB vom Finale am 20. Mai in Berlin.