Kein Subotic-Ersatz: Der BVB geht ins Risiko

LA MANGA Am großen 21-Zoll-Bildschirm in einem Nebenraum der Hotellobby des „Principe Felipe“, wo Borussia Dortmund während der acht Tage in La Manga residiert, betrachtete Teamarzt Dr. Markus Braun am Dienstagabend die Bilder, die ihm Aufschluss über die Schwere der Wadenverletzung von Neven Subotic gaben. Es waren keine guten Nachrichten, die Braun übermitteln musste.

  • Ist bereit für seinen Einsatz: Felipe Santana

    Ist bereit für seinen Einsatz: Felipe Santana Foto: Defodi

Auf den circa sechswöchigen Ausfall des Innenverteidigers aber will der BVB nicht personell reagieren. Sportdirektor Michael Zorc legte sich gestern, am Tag nach der Schock-Botschaft, fest und beantwortete die Frage, ob es Überlegungen des BVB gäbe, in der Innenverteidigung nun personell nachzulegen, klar und eindeutig: „Nein!“
Zorc schloss auch aus, im Vorgriff auf den Sommer, wo der Abgang von Edelreservist Felipe Santana (25) zu erwarten ist und somit ohnehin Bedarf in der Innenverteidigung entstehen wird, tätig zu werden. „Andere Vereine würden jetzt vielleicht tätig werden, wir nicht“, so Zorc.

Ohne Subotic nach Donezk

Der „Muskelfaserriss im Muskel-Sehnenübergang“, so die offizielle Diagnose, wird Subotic bis Mitte oder Ende Februar auf die Tribüne zwingen. Selbst bei einer optimistischen Sichtweise dürfte er zumindest die Rückrundenspiele in Bremen (19. Januar), gegen Nürnberg (25.), in Leverkusen (3. Februar) und gegen den Hamburger SV (9.) verpassen. Auch das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Schachtar Donezk am 13. Februar dürfte für den Serben zu früh kommen. Fünf Spiele, in denen der BVB, wie Trainer Jürgen Klopp in La Manga formulierte, „angreifen“ und die Basis für eine erfolgreiche Rückrunde legen will.

Dortmund geht ein kalkuliertes Risiko, man könnte aber auch formulieren, dass es durchaus ein Vabanque-Spiel ist. Klopp traf den Nagel auf den Kopf, als er noch vor der endgültigen Diagnose sagte: „Die Verletzung schmerzt, aber damit können wir umgehen. Nur darf jetzt nicht noch mehr passieren.“ Jetzt muss der Dortmunder Trainer mit dieser Situation drei Wochen länger als geplant umgehen – und das birgt durchaus ein gewisses Risiko.

Günter einzige Alternative

Der Brasilianer Felipe Santana wird nun automatisch in die Dortmunder Startelf und in die Innenverteidigung neben Mats Hummels rücken. Es sei schade für Subotic, meinte Santana gestern. „Man wünscht keinem Mitspieler eine Verletzung, aber für mich ist sie eine neue Chance, und diese Chance will ich jetzt nutzen.“

Hinter den nun gesetzten Hummels und Santana („Wir sprechen ständig und trainieren, ich denke, es wird keine Abstimmungsprobleme geben“) stehen dem BVB als personelle Alternative für das Abwehrzentrum nun nur noch Koray Günter zur Verfügung, der Stammspieler der Dortmunder U23 (13 Saison-Einsätze) ist, aber erst 18 Jahre jung und noch ohne jede Bundesliga-Erfahrung.

    
Dortmunds etatmäßiger vierter Innenverteidiger, Patrick Owomoyela, schuftet nach seiner erneuten Operation an den Achillessehnen immer noch in der Reha an seinem Comeback und will, so der Plan, Ende Januar ins Teamtraining einsteigen.

Keine Verhandlungen mit Sahin

In Polen wird in einigen heutigen Zeitungen als Reaktion auf die Dortmunder Abwehrprobleme der Name Bartosz Salamon gehandelt. Der 21-Jährige Defensivspieler ist ein ehemaliger U21-Nationalspieler und in Posen geboren. Salamon steht derzeit in Brescia in der zweiten italienischen Liga unter Vertrag, gilt als robust und mit seinen 1,94 Metern auch als kopfballstark. In 20 Liga-Spielen stand er die kompletten 1800 Minuten auf dem Platz, sein Marktwert wird auf circa zwei Millionen Euro geschätzt.

Beherrschendes Thema im Trainingslager in La Manga war hingegen auch gestern noch Nuri Sahin, dessen Rückkehr zum BVB zu „99 Prozent“ sicher sei, wie Online-Medien am späten Dienstag vermeldet hatten. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verneinte Verhandlungen mit dem Ex-Dortmunder: „Das kann ich nicht bestätigen und löst bei mir nur noch Belustigung und Kopfschütteln aus.“
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Autor
Dirk Krampe
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. Januar 2013, 08:01 Uhr
    Aktualisiert:
    10. Januar 2013, 11:07 Uhr