Bundesliga 22. Spieltag: BVB-Abwehr steht neben sich - 2:3 gegen Eintracht Frankfurt
DORTMUND Borussia Dortmund, bis vor einer Woche ein Muster an Disziplin und Kampfkraft, gibt Rätsel auf. Jede Menge grobe Abwehrschnitzer führten zu einer 2:3 (1:1) -Niederlage im Signal Iduna Park gegen Eintracht Frankfurt.
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Luftduell zwischen Mats Hummels (l.) und Alexander Meier, der später den Frankfurter Siegtreffer zum 2:3 erzielte. (Foto: dpa)
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Die zweite Niederlage in Folge ist ein böser Rückfall für den BVB und resultierte aus einer wahren Fehlerorgie. Das Rückzugs- und Abwehrverhalten erinnerte über weite Strecken an das einer Schülermannschaft.
BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte nach dem 1:4 in Stuttgart auf zwei Positionen umgestellt und neben Afrika-Meister Mohamed Zidan den jungen Franzosen Damien Le Tallec erstmals in einer Bundesliga-Partie von Beginn an aufs Feld geschickt. Weil Sven Bender (Sehnenreizung im Knie) kein grünes Licht geben konnte, rückte Kevin Großkreutz neben Nuri Sahin auf die Doppel-Sechs.
Ob die gravierenden Mittelfeld-Umstellungen für die immense Unruhe im Dortmunder Spiel verantwortlich waren, mochte Klopp direkt nach der Partie nicht beurteilen. Schon das 0:1 (8.), das nach 607 Minuten die gegentorfreie Zeit im Signal Iduna Park beendete, war aber die Folge der großen Hektik im Spiel des BVB. Stellungsfehler von Kevin Großkreutz und Patrick Owomoyela bestrafte Benjamin Köhler per Kopf.
Grobe Nachlässigkeiten prägen BVB-Spiel
Krasse Abspielfehler und grobe Nachlässigkeiten mit und ohne Ball zogen sich auch danach quer durch alle Dortmunder Mannschaftsteile. Owomoyela wurde von Köhler ebenso oft düpiert wie auf der anderen Seite Marcel Schmelzer von Patrick Ochs. Neven Subotic stand komplett neben sich und oft auch gegen Altintop falsch, der nach Stellungsfehlern des Serben zwei Mal frei vor Marc Ziegler auftauchte (9./28.). Einmal klärte Ziegler, nach Altintops Lupfer über den Dortmunder Keeper rettete Hummels in höchster Not auf der Linie.
Da war der zwischenzeitliche Ausgleich höchst schmeichelhaft. Zidans Schussversuch landete nach missglückter Abseitsfalle der Hessen bei Mats Hummels, der frei vor Oka Nikolov die Ruhe bewahrte (17.). Nur noch einmal tauchte Dortmund in der ersten Hälfte konstruktiv vor Nikolov auf – der rettete nach Sahin-Zuspiel auch gegen Lucas Barrios (40.). 58 Prozent Ballbesitz für den BVB zur Pause warfen ein völlig falsches Licht auf die Partie.
Führung währt nur kurz
Die Fahrigkeit im Dortmunder Spiel blieb – dennoch ging der BVB sogar in Führung, als sich Owomoyela rechts behauptete und klug auf Zidan ablegte. Dessen direkte Hereingabe fiel perfekt vor die Füße von Lucas Barrios (57.). Das elfte Saisontor des Argentiniers. Frankfurt beeindruckte der Rückstand wenig, und nur acht Minuten später brachten sich die Hessen wieder ins Spiel: Zu kurze Kopfball-Abwehr des BVB vor die Füße von Sebastian Jung, der Ziegler aus 20 Metern mit einem Aufsetzer überraschte (65.).
Und als Frankfurt Alexander Meier steil schickte und Owomoyelas Rettungs-Versuch per Hackentrick kläglich scheiterte, ging der Gast nicht unverdient in Führung (74.). Das Abwehrverhalten in der BVB-Viererkette nahm nicht erst in dieser Situation abenteuerliche Züge an. Frankfurts Sieg geriet nur bei Götzes Schuss (85.) und Santanas Kopfball (90.) noch einmal in Gefahr, war aber am Ende verdient.
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