Befreiungsschlag: BVB feiert nach 3:0-Sieg Zidan und Kehl
DORTMUND Borussia Dortmund hat durch einen 3:0-Heimsieg gegen Mönchengladbach am Samstagabend Platz fünf gefestigt und den Vorsprung auf die Verfolger Bremen (nun drei Zähler zurück) und Stuttgart (sieben) vergrößert. Vor allem aber feierte der BVB die Rückkehr seines Kapitäns auf die Kommandobrücke.
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Sebastian Kehl benötigt jetzt Trost seiner Mitspieler. (Foto: Bielefeld)
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Manchesmal, wenn die Leistenschmerzen in den vergangenen neun Monaten besonders schlimm und nervtötend waren, tauchten vor Sebastian Kehls innerem Auge Zweifel auf. „Immer mal wieder gab es ein Fragezeichen, ob das überhaupt nochmal was wird.“, gibt der BVB-Kapitän rückblickend zu.
Am Sonntagmorgen, eine Nacht nach dem 3:0-Sieg, hatte Kehl das Frage- längst gegen ein Ausrufezeichen getauscht. Ja, es ist nochmal was geworden mit ihm! „Und dass ich es den Leuten, die mich totgeschrieben haben, richtig zeigen konnte, war schon eine Genugtuung“, sagte der Profi im Gespräch mit unserer Zeitung.
Klopp: „Das war richtig, richtig, richtig gut“
Nach 287 Tagen, die geprägt waren von Operationen, Rehaphasen und dem traurigen Blick auf einen Rasenplatz, den er selbst selten betreten durfte, war Kehl gegen Gladbach in die Startelf zurückgekehrt. Er wurde auf Anhieb gesucht (93 Ballkontakte), brachte 52 von 66 Pässen (79 Prozent) an den Mann und gewann 56 Prozent seiner Duelle, die er im übrigen ausgesprochen aggressiv führte.
„Das war richtig, richtig, richtig gut“, schwärmte Trainer Jürgen Klopp über den 30-Jährigen. „60 Minuten“, so Klopp, „war Kehl sogar überragend, und danach hat er seine ganze Routine ausgespielt.“ Das, was am Samstag im Signal Iduna Park aufgeführt wurde, wirkte wie ein Konzert des Aufatmens mit Kehl als Hauptact. „Er ist der beste Leader, den es gibt“, konstatierte Dortmunds diesmal fabelhafter Mohamed Zidan, der Kevin Großkreutz‘ Treffer vorbereitet (13.) und die übrigen Tore (54./70.) persönlich erzielt hatte.
BVB-Fans feiern ihren Kapitän
BVB-Denkmal Lars Ricken formulierte: „Schön, Sebastian wieder verschwitzt zu sehen.“ Die BVB-Fans unter den 79 800 feierten. Kehls Startelf-Comeback und Zidans Beweis, mitunter eben doch ein effektiver Offensivakteur sein zu können. „Nach seinem Tor für Ägypten in Wembley ist er in den letzten Tagen ja von der gesamten Weltpresse gelobt worden“, sagte Klopp und gab zu, in Sachen Zidan für kurze Zeit ein Bedenkenträger gewesen zu sein.
„Es kam in der Vergangenheit ja durchaus mal vor, dass ein BVB-Spieler seine Körner unter der Woche in der falschen Partie verschossen hat“, meinte Dortmunds Coach und schloss mit der Einschätzung, Zidan habe „vielleicht sein bestes Spiel gemacht seitdem er beim BVB ist“. Im Gästelager war der Ärger über die Art und Weise der Niederlage fast mit Händen zu greifen.
Klopp jetzt im 100-Punkte-Klub
„Indiskutabel“, stammelte Abwehrspieler Tobias Levels: „Der BVB hat nicht geglänzt und war trotzdem viel stärker als wir.“ Gladbachs Trainer Michael Frontzeck stänkerte gar: „Wir haben in jeder Hinsicht einen schlechten Tag erwischt!“ Jürgen Klopp indes war bester Laune.
Am Samstag erreichte der 42-Jährige als erst dritter Trainer der Dortmunder Klubhistorie die 100-Punkte-Marke (101 Zähler aus 59 Spielen). Zuvor hatten dies nur Rekordtrainer Ottmar Hitzfeld (im 55. Spiel als Borussen-Coach) und Matthias Sammer (in seiner 56. Partie) geschafft
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