Rabenschwarzer Abend: BVB steht nach 1:3 in Piräus vor dem Aus
ATHEN Borussia Dortmund schwimmen in der Champions League die Felle davon. In Athen verlor der BVB Mittwochabend gegen Olympiakos Piräus mit 1:3 (1:2) und steht mit weiter nur einem Punkt auf der Habenseite praktisch vor dem Aus.Von Dirk Krampe
In der aufgeheizten Atmosphäre des ausverkauften Georgios Karaiskakis-Stadions scheiterte der BVB weniger am Gegner als an sich selbst. Dortmunds Umschaltspiel war haarsträubend, die defensiven Patzer bedenklich. So ist selbst Rang drei und die Qualifikation für die Europa League in Gefahr.
Frühes Gegentor
Die gut 1000 Dortmunder Fans, abgeschirmt von rund 150 Ordnern, sahen einen nervösen Beginn ihrer Elf, die Trainer Jürgen Klopp im Vergleich zum 2:0 bei Werder Bremen auf drei Positionen verändert hatte. Durch die Rückkehrer Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek waren beide Außenverteidiger-Positionen neu besetzt, dazu stand der Japaner Shinji Kagawa nach zwei Pflichtspielen Pause wieder in der Startelf.
Klopp hatte seine Elf vor dem Anpfiff eindringlich eingeschworen. „Wir wollen in der Champions League überwintern“, sagte er, „deshalb sollten wir hier richtig was reißen!“ Schon nach acht Minuten aber führten die Hausherren. Ilkay Gündogan konnte Marcanos Flanke nicht verhindern, in der Mitte ging Schmelzer wie ein Schüler ins Kopfballduell gegen Holebas – 0:1.
Haarsträubende Defensivmängel
Die Fehlerkette hatte ihren Ursprung zuvor schon bei Sven Bender, der den Ball im Zentrum nicht entscheidend klären konnte. Hätte Mirallas Kopfball (19.) das 0:2 gebracht, die Dortmunder Hoffnungen wären früh auf den Nullpunkt gesunken.
Fotostrecke Champions League: Olympiakos Piräus - BVB
Die haarsträubenden defensiven Mängel im Spiel des Deutschen Meisters aber blieben. Die Abstimmung untereinander passte nicht, die Absprachen im Kernzentrum der Defensive noch weniger. Dennoch kam der BVB zum Ausgleich, als Roman Weidenfeller mit einem präzisen Abschlag das Spiel schnell machte, Mario Götze außen klug zurücklegte und Robert Lewandowski die Kugel trocken ins Eck donnerte (26.).
Biedere Griechen
Das 1:1 gegen eigentlich eher biedere Griechen, die defensiv einige Schwächen offenbarten, verhalf dem BVB nur kurzzeitig zu mehr Sicherheit. Nach Kagawas Schuss- chance – eine seiner wenigen guten Aktionen – wurde der BVB für seine weiter gravierenden defensiven Patzer bestraft: Schmelzer, der links überhaupt nicht in Tritt kam, ließ zum wiederholten Mal eine Flanke durch, in der Mitte war der bärenstarke Rafik Djebbour, den Dortmunds Innenverteidigung nie stoppen konnte, gedanklich viel schneller als Neven Subotic.
Dass Mats Hummels beim Versuch, dem Algerier zu folgen, auch noch ausrutschte, war bezeichnend – 2:0 (40.). Djebbour hätte sogar noch nachlegen können, sein Aufsetzer strich knapp am Tor vorbei (44.) – wieder war Dortmunds Innenverteidigung gedanklich weit weg.
Umbau in Offensive
Dass Klopp zur Pause nicht reagierte, war fast schon fahrlässig – vielleicht aber wollte er ja, dass die Startelf das Fiasko auch allein ausbügelte. In der 56. Minute erlöste Klopp dann Ilkay Gündogan und brachte mit Moritz Leitner die personifizierte Hoffnung auf mehr Kreativität im Aufbauspiel. Piräus‘ Torhüter Costanzo hatte kurz zuvor nach langem Ball beherzt gegen den erneut starken Lewandowski gerettet.
Weil Piräus gute Konterchancen (Mirallas/65.) nicht nutzte, blieb der BVB zunächst im Spiel. Der eingewechselte Blaszczykowski knallte das Leder neben das Tor (67.), mit seiner Hereinnahme baute Klopp die Offensive komplett um. Zu mehr Durchschlagskraft verhalf ihr das nicht – Modesto per Kopf durfte noch das 1:3 machen – auch er wurde nicht entscheidend gestört (78.). Es war ein rabenschwarzer Abend für den BVB.
5,31 Millionen Zuschauer sehen BVB-Pleite bei Sat.1
Den misslungenen Champions-League-Auftritt des deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund bei Olympiakos Piräus haben 5,31 Millionen Zuschauer bei Sat.1 gesehen. Diesen Durchschnittswert teilte der übertragende Free-TV-Sender am Donnerstag mit.
Er entspricht einem Marktanteil von 17,5 Prozent. Nicht mit eingerechnet sind die Fans, die sich das 1:3 der Dortmunder am Mittwoch beim Pay-TV-Sender Sky anschauten.
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