Schlüsselspiele: BVB will bis Ostern die Weichen Richtung Europa stellen
DORTMUND Gerade mal zwei Wochen ist es her, da drohte Borussia Dortmund nach der Niederlage im Derby das unsanfte Erwachen aus den Europapokal-Träumen. Zwei Siege später lebt der BVB seinen Traum intensiver denn je.
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Sebastian Kehl will den BVB ins internationale Geschäft führen. (Foto: dpa)
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Vielleicht liegt es ja im Wesen einer Derby-Niederlage, das danach pessimistische Gedanken den eigenen Kopf durchfluten wie Adrenalin den Körper nach einer Extremsituation. So war der Stimmungsumschwung im BVB-Umfeld nach dem 1:2 auf Schalke und vier Niederlagen in fünf Spielen förmlich mit Händen zu greifen.
Der BVB hat das Steuer beeindruckend souverän wieder herumgerissen. Gegen Mönchengladbach (3:0) und in Bochum (4:1) spielte Dortmund streckenweise Traumfußball mit jenem Biss und jener Zielstrebigkeit, die in der Hinrunde in eine Rekordsiegesserie mündeten. Jetzt hat der Klub alles in der eigenen Hand.
Eindrucksvolle Rückkehr
Mit den Spielen gegen Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr, Signal Iduna Park), eine Woche später in Berlin und danach gegen Werder Bremen kann der BVB bis Ostern die Weichen endgültig Richtung Europa stellen. „Leverkusen“, sagt der eindrucksvoll zurückgekehrte Kapitän Sebastian Kehl (30), dem die Deutsche Fußball-Liga gestern das 1:0 von Bochum als Tor zusprach, „könnte für uns schon zum Big Point werden.“
Der äußere Rahmen wird gegeben sein: Der BVB erwartet ein ausverkauftes Haus und den einmillionsten Saison-Besucher. Dortmunds Vorsprung auf Mainz 05 und Platz sieben, der nicht mehr zur Teilnahme an internationalen Wettbewerben berechtigt, beträgt satte sieben Punkte. Wolfsburg liegt acht Zähler zurück, Stuttgart und Frankfurt sogar schon zehn.
Zorc: "Die Mannschaft braucht einen wie Kehl"
Kehl warnt dennoch: „Noch haben wir gar nichts erreicht.“ Die Rückkehr des langzeitverletzten Team-Leaders könnte für Dortmund der Schlüssel sein. „Gerade in dieser Phase“, sagt Sportdirektor Michael Zorc, „braucht die Mannschaft einen wie Kehl.“
War in der Hinrunde Nuri Sahin derjenige, der nahezu alle Dortmunds Angriffe initiierte, hat der Kapitän nun wie selbstverständlich diese Rolle sofort wieder übernommen. Kehls Dominanz kam auch für Zorc überraschend. Führt der Kapitän den BVB nun sogar ins internationale Geschäft, wäre es für ihn das märchenhafte Ende einer lange traumatisch verlaufenen Saison.
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