Aus Zwei mach' Null: Dede und Schmelzer verletzt: BVB hat ein Linksverteidiger-Problem
DORTMUND. Schon lange wird beim BVB darüber diskutiert, ob Routinier Dede (32) Jungstar Marcel Schmelzer (22) den Linksverteidiger-Posten noch einmal abspenstig machen kann. Seit Dienstag spielt sich das Duell abseits des Rasens ab: Beide Borussen verletzten sich.
Pause für Dede: Der BVB-Linksverteidiger fällt zwei Wochen aus. (Foto: Defodi)
Tage gibt‘s, an denen sollte man besser im Bett bleiben, weil einfach so gar nichts gelingen will. Gestern war für BVB-Coach Jürgen Klopp (43) so ein Tag. Zunächst erreichte ihn die Nachricht, Dedes Oberschenkelverletzung, die den Brasilianer am Abend zuvor zur Trainingsaufgabe gezwungen hatte, sei ein handfester Muskelfaserriss. Dann humpelte am Morgen auch noch Marcel Schmelzer mit einer dicken Bandage am linken Oberschenkel vom Rasen. Aus zwei mach‘ Null: Urplötzlich haben Klopp und der BVB ein echtes Linksverteidiger-Problem.
Klopp bleibt gelassen
Die Position, auf der sich Dede und sein zehn Jahre jüngerer Kollege aktuell einen harten, aber fairen Kampf liefern, ist zumindest vor dem heutigen Testspiel bei Dynamo Dresden (19 Uhr) vakant. Der Brasilianer muss zwei Wochen pausieren, Schmelzer immerhin fünf Tage. BVB-Pressechef Josef Schneck: „Es ist eine Zerrung.“
„Natürlich ist das nicht schön“, sagte Klopp am schwarzen BVB-Vorbereitungstag, blieb aber gelassen: „Wir haben andere, die diesen Part spielen können!“
Rein optisch wäre Dortmunds Chefscout Sven Mislintat (37), der mit seinem schwarzen Stirnband im blonden Haar locker als Schmelzer-Double durchgehen würde, ein Kandidat. Die einzig ernsthafte Alternative ist indes Neuzugang Lukasz Piszczek (25) – doch der Ex-Berliner trainiert erst seit einigen Tagen wieder. Da trifft es sich gut, dass das erste Pflichtspiel – der DFB-Pokalauftakt bei Wacker Burghausen (14. August, 15:30 Uhr) – erst in 17 Tagen stattfindet.
"Keine schlimme Verletzung"
Auf den Faktor Zeit setzt auch Dede, der sich von seiner erneuten Verletzung nicht aus der Ruhe bringen lässt: „Natürlich ist das alles ärgerlich, aber nicht dramatisch. Ich muss positiv bleiben. Es ist keine schlimme Verletzung, vielleicht kann ich ja schon Ende der Woche wieder joggen.“
Früher galt der dienstälteste Borusse als nahezu verletzungsresistent. War er dann doch einmal angeschlagen, gingen beim ungeduldigen Verteidiger sofort die Alarmlampen an. Heute ist das anders. Dede hat aus den Seuchen-Jahren 2008 und 2009, in denen er sich von einer schweren Verletzung zur nächsten schleppte (Kreuzbandriss, Kieferbruch, Innenbandriss), gelernt.
Er akzeptiert, dass sein Körper nach mehr als zwölf harten Jahren Profi-Fußball nicht mehr alle Belastungen wegsteckt, ohne aufzubegehren.
Duell geht weiter
„Früher hätte ich mich wegen so einer Kleinigkeit völlig verrückt gemacht“, betont er: „Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Ich lasse das nicht mehr in meinen Kopf. Was den Umgang mit Verletzungen angeht, bin ich also auf einem guten Weg.“
Auf dem richtigen war Dede auch in der laufenden Vorbereitung. Klopp attestierte dem Publikumsliebling, ihn seit seinem Dienstantritt beim BVB im Sommer 2008 „nie in einer körperlich so guten Verfassung“ gesehen zu haben.
Den Kampf um den Linksverteidiger-Posten gibt Dede deshalb auch vom Krankenbett aus nicht auf: „Es ist ein kleiner Rückschlag für mich. Aber bis es so richtig losgeht, bin ich bestimmt wieder fit. Und greife an!“




