Rätselraten: Dem BVB ist die defensive Stabilität abhanden gekommen
DORTMUND Das Rätselraten über die Auflösungserscheinungen einer Elf, die über Wochen defensive Stabilität als ihr Markenzeichen nach außen tragen durfte, war bei Borussia Dortmund förmlich mit Händen greifbar.
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Enttäuschung pur: Felipe Santana (oben) und Patrick Owomoyela. (Foto: ddp)
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Selbst Jürgen Klopp rang um Antworten. Die Fehler aus dem Stuttgart-Spiel habe man ja abgestellt, meinte er, „dafür haben wir andere, neue gemacht. Wo wir ein Loch zuschütten, tut sich derzeit ein anderes auf.“
Nach dem 2:3 gegen Eintracht Frankfurt leckt der BVB seine Wunden. Einige sind tief und schmerzhaft. Noch 14 Tage vor dem defensiven Debakel gegen die Hessen hatte Dortmund einen taktisch glänzend herausgespielten Sieg gegen den Hamburger SV gefeiert. Und nichts deutete darauf hin, dass die Kurve binnen so kurzer Zeit so dramatisch nach unten fallen würde.
Intensive Nachbesprechung
Die Ursachenforschung begann Klopp am Montag bei einer ausführlichen Nachbesprechung. Es gab viel zu bereden. Warum der BVB gegen einen Gegner, der sich defensiv einbuddelte und aus der Deckung blitzschnelle Konter fuhr, so hoch gestanden hatte. Oder warum Dortmund das geordnete Rückzugsverhalten abhanden gekommen ist, dass der Grundstein für eine beeindruckende Serie gewesen war.
Schon in Stuttgart vermittelte die Dortmunder Defensive bisweilen den Eindruck eines Hühnerhaufens. Am Sonntag agierten die Deckungsspieler wieder vogelwild. „Das ganze Konstrukt“, gab Mats Hummels, einziger Deckungsspieler mit Normalform, zu, „passt im Moment nicht.“ Hummels Aussage weist auf ein spezielles Problem hin: In Stuttgart musste er auf der Doppel-Sechs den verletzten Sven Bender ersetzen, gegen Frankfurt machte dies Kevin Großkreutz.
Bender-Rückkehr wird herbeigesehnt
Benders Deckungstreue und seinen speziellen Blick für die Situation konnten dabei beide nicht kompensieren. Kein Wunder, dass auch der Trainer die Rückkehr des Mittelfeldspielers herbeisehnt. Angesichts des nächsten Auswärtsgegners flüchtete sich Klopp weit nach Schlusspfiff in Sarkasmus. „
Wir sind froh“, meinte er, „dass wir nicht schon heute gegen die Bayern spielen mussten.“ Er zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir hatten heute Probleme mit dem Gegner, dem Platz und dem Ball.“ Nicht gut, wenn man Fußball als Sport betreibt. K Dirk Krampe
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