Der BVB-Gegner: Explosive Lage in Hoffenheim
DORTMUND Man sollte vorsichtig umgehen mit Begriffen wie Katastrophe oder Untergang, wenn es um Punkte in der Fußball-Bundesliga geht. Das weiß auch 1899-Trainer Holger Stanislawski. Und doch nahm er exakt jene Worte in den Mund, um seinem Frust Luft zu verschaffen.
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Holger Stanislawski platzte am Donnerstag der Kragen. Ob er sich die angespannte Lage in Hoffenheim noch lange antut? (Foto: dpa)
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„Ich habe das Gefühl, dass dieser Verein schon untergegangen ist“, giftete der 42-Jährige. „Es ist einfach eine Katastrophe, was hier passiert. 2012 soll ja das Jahr des Weltuntergangs sein. Dieses Gefühl hat man hier auch manchmal.“ Rums! Das saß!
Kein "Kultklub"
Als großer Heilsbringer wurde der Hamburger bei seinem Dienstantritt präsentiert. Doch der Glanz des langjährigen Spielers und Trainers des FC St. Pauli ist schneller verblasst als man das Wort „Kultklub“ buchstabieren kann. Ein bisschen Pauli, ein bisschen Kult sollte „Stani“ nämlich auch dem von seinen Kritikern so gern als Retortenbaby verschmähten Klub aus dem Kraichgau einimpfen. Doch der Versuch dürfte – so viel scheint schon jetzt klar – gescheitert zu sein.
1899, das stand in der Bundesliga ein halbes Jahr lang für begeisterndes Angriffsspiel und jugendlichen Elan. Im Winter 2008 blickte der damalige Aufsteiger von der Tabellenspitze auf die Konkurrenz herab, ließ sich als Herbstmeister feiern – und vergaß im Trubel der europaweiten Aufmerksamkeit das geflügelte Wort von BVB-Legende Adi Preißler: „Wichtig is‘ auf‘m Platz.“
Schwächste Hinrunde
Drei Jahre später ist der Klub von der Tabellenspitze so weit entfernt wie Hoffenheim von St. Pauli. Nach der schwächsten Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte dümpelt der Klub als Tabellen-Achter im grauen Mittelfeld herum. Mäzen Dietmar Hopp hat den Geldhahn zugedreht, jüngst wurde der einzig treffsichere Angreifer, Vedad Ibisevic, ohne Not nach Stuttgart verkauft.
Schon vorher brodelte es in der vermeintlichen Kraichgauer Idylle. Doch erst der Ibisevic-Deal sorgte für die Eruption. Der dringend nötige personelle Umbruch ist im vollen Gange, doch das Umfeld träumt noch immer von europäischen Nächten. Anspruch und Wirklichkeit – bei 1899 passt das derzeit ganz und gar nicht zusammen.
„Ich bin zwar Bundesliga-Trainer, aber ich kann nicht zaubern. Draußen leiden einige an Realitätsverlust“, meinte Stanislawski am Donnerstag.
Explosive Lage
Der „coole Typ“ (1899-Innenverteidiger Jannik Vestergaard) ist angespannt und angefressen. Es ist fraglich, ob er, der in St. Pauli die uneingeschränkte Liebe der Fans genoss, sich das Hoffenheimer Trauerspiel noch lange antun wird.
Sechs Punkte Rückstand auf Europa-League-Platz 6, aber auch nur sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz 17 – die Lage ist keineswegs aussichtslos, jedoch höchst explosiv. Feiert Hoffenheim den Premierensieg in Dortmund, könnte das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Verliert 1899, dürfte sich der Scherbenhaufen erheblich vergrößern…
Kein "Kultklub"
Als großer Heilsbringer wurde der Hamburger bei seinem Dienstantritt präsentiert. Doch der Glanz des langjährigen Spielers und Trainers des FC St. Pauli ist schneller verblasst als man das Wort „Kultklub“ buchstabieren kann. Ein bisschen Pauli, ein bisschen Kult sollte „Stani“ nämlich auch dem von seinen Kritikern so gern als Retortenbaby verschmähten Klub aus dem Kraichgau einimpfen. Doch der Versuch dürfte – so viel scheint schon jetzt klar – gescheitert zu sein.
1899, das stand in der Bundesliga ein halbes Jahr lang für begeisterndes Angriffsspiel und jugendlichen Elan. Im Winter 2008 blickte der damalige Aufsteiger von der Tabellenspitze auf die Konkurrenz herab, ließ sich als Herbstmeister feiern – und vergaß im Trubel der europaweiten Aufmerksamkeit das geflügelte Wort von BVB-Legende Adi Preißler: „Wichtig is‘ auf‘m Platz.“
Schwächste Hinrunde
Drei Jahre später ist der Klub von der Tabellenspitze so weit entfernt wie Hoffenheim von St. Pauli. Nach der schwächsten Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte dümpelt der Klub als Tabellen-Achter im grauen Mittelfeld herum. Mäzen Dietmar Hopp hat den Geldhahn zugedreht, jüngst wurde der einzig treffsichere Angreifer, Vedad Ibisevic, ohne Not nach Stuttgart verkauft.
Schon vorher brodelte es in der vermeintlichen Kraichgauer Idylle. Doch erst der Ibisevic-Deal sorgte für die Eruption. Der dringend nötige personelle Umbruch ist im vollen Gange, doch das Umfeld träumt noch immer von europäischen Nächten. Anspruch und Wirklichkeit – bei 1899 passt das derzeit ganz und gar nicht zusammen.
„Ich bin zwar Bundesliga-Trainer, aber ich kann nicht zaubern. Draußen leiden einige an Realitätsverlust“, meinte Stanislawski am Donnerstag.
Explosive Lage
Der „coole Typ“ (1899-Innenverteidiger Jannik Vestergaard) ist angespannt und angefressen. Es ist fraglich, ob er, der in St. Pauli die uneingeschränkte Liebe der Fans genoss, sich das Hoffenheimer Trauerspiel noch lange antun wird.
Sechs Punkte Rückstand auf Europa-League-Platz 6, aber auch nur sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz 17 – die Lage ist keineswegs aussichtslos, jedoch höchst explosiv. Feiert Hoffenheim den Premierensieg in Dortmund, könnte das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Verliert 1899, dürfte sich der Scherbenhaufen erheblich vergrößern…
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