Zidan im Interview: "Ich bin topfit und voller Motivation"
DORTMUND In Port Said war der Teufel los. Als Borussia Dortmunds Stürmer Mohamed Zidan dort nach dem Gewinn des Afrika Cups mit Ägypten kurz seine Familie besuchte, versammelten sich spontan 6000 Menschen vor dem Haus, um ihn zu feiern. Felix Meininghaus sprach mit dem BVB-Profi.
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Bundesliga-Duell beim Afrika-Cup: Mohamed Zidan (l.) und Hoffenheims Chinedu Obasi. (Foto: dpa)
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Mohamed Zidan, werden die Fußballer Ägyptens daheim nun wie Helden verehrt?
Mohamed Zidan: Ja, wir waren bei unserem Staatspräsidenten Mubarak eingeladen und haben von ihm eine Ehrenmedaille bekommen. Er hat mit der Mannschaft gegessen und den Tag mit uns verbracht.
Ist der Gewinn des Afrika-Cups ein Ausgleich für die verpasste WM-Qualifikation?
Zidan: Mit Sicherheit. Dieser Pokal hat eine riesige Bedeutung für uns. Wir haben gezeigt, dass wir das Vertrauen unseres Volkes verdienen.
Und Sie haben im Finale mit einem Doppelpass das Tor vorbereitet.
Zidan: Das macht mich sehr, sehr stolz. Vor allem, weil mir das gleiche beim Afrika-Cup 2008 schon einmal gelungen ist.
Dabei – so hieß es – seien Sie in der Vorrunde fast aus der Mannschaft geflogen. Was war da los?
Zidan: Ach, das wurde von den Medien hochgespielt. Weil ich nach meiner Auswechselung gegen Mosambik unzufrieden mit meiner Leistung war, habe ich gegen die Bank getreten. Das war keine Kritik am Trainer, nur Frust. Der Trainer war sauer auf meine Reaktion, doch ich habe ihm erklärt, dass ich seine Entscheidung zu hundert Prozent respektiere.
Die Beobachter aus Europa haben das schwache Niveau beim Afrika-Cup kritisiert.
Zidan: Das finde ich übertrieben. Viele Spieler verdienen ihr Geld bei europäischen Top-Klubs, sie garantieren eine hohe Qualität. Vielleicht nicht ganz so hoch wie bei einer Europameisterschaft, aber wir haben auch unsere Weltstars.
Deutschland trifft bei der WM auf Ihren Finalgegner. Verraten Sie doch mal, wie man Ghana schlägt.
Zidan: Leicht wird es bestimmt nicht, denn das ist eine gute Mannschaft. Die haben viele junge, physisch starke Spieler, die unheimlich viel laufen. Was fehlt, ist die Erfahrung, ein Spiel richtig zu führen. Das ist ein klarer Vorteil für die Deutschen.
Hand aufs Herz: Was war wichtiger – der Sieg im Finale oder der im Halbfinale gegen Algerien?
Zidan: Ganz klar der im Halbfinale. Da war noch eine Rechnung offen, weil wir gegen Algerien die WM-Qualifikation verspielt haben. Jetzt haben wir unsere Revanche bekommen und unsere Ehre wieder hergestellt.
Es wurde von Fußballkrieg gesprochen, Sie haben gesagt, es gehe um Leben und Tod. Tatsächlich sind in der Folge des WM-Ausscheidungsspiels 18 Menschen gestorben. Wie empfinden Sie als Spieler solch krasse Dimensionen?
Zidan: Diese Auseinandersetzung hat keinen guten Weg genommen. Fußball ist ein Spiel, davon dürfen wir uns nicht entfernen. Doch nach allem, was passiert ist, glaube ich nicht, dass Spiele zwischen Algerien und uns jemals normal ablaufen werden. Das sieht man ja schon an den drei roten Karten gegen die Algerier.
Am Sonntag spielt Borussia Dortmund in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. Was kann der BVB von Ihnen erwarten?
Zidan: Ich bin hundert Prozent fit, voller Motivation, Energie und Stolz. Ich habe jetzt drei Tage gefeiert, nun freue ich mich darauf, auf dem Platz Vollgas zu geben.
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