„Eine Tormaschine“: Lucas Barrios schießt sich zum neuen BVB-Publikumsliebling
DORTMUND 45 Minuten isoliert. Lucas Barrios 45 Minuten ohne einen einzigen Torschuss. 45 Minuten lang gelaufen – ohne Aussicht auf ein Erfolgserlebnis.
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Lucas Barrios (r.) ist dem Führenden in der Torjägerliste, Stefan Kießling, auf den Fersen. (Foto: dpa)
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Trotzdem war der Argentinier wieder das Ausrufezeichen des Dortmunder 3:0-Erfolges gegen Titelaspirant Bayer Leverkusen. 1:0 Barrios. 2:0 Barrios. Saisontreffer Nummer 14 und 15. Nur der Leverkusener Stefan Kießling weist aktuell noch einen Treffer mehr in der Bundesliga vor.
„Lucas ist eine Tormaschine“, sagte Sportdirektor Michael Zorc nach der Partie. Und Tamas Hajnal schwärmte, Barrios sei der Typ Fußballer, der in Spitzenspielen einfach „den Unterschied ausmache“. Dortmunds Argentinier gelang gegen Bayer schon der dritte Doppelpack während der laufenden Saison.
Ritterschlag vom Präsidenten
„Wir haben zu allen Zeiten gute Stürmer in Dortmund gehabt. Aber Lucas Barrios ist hervorzuheben. Er kam von einem anderen Erdteil, kannte die Sprache und die Mannschaft nicht, trotzdem harmonierte er von Beginn an mit dem Team. Und das Wichtigste: Er trifft.“ Worte des Dortmunder Präsidenten Dr. Reinhard Rauball, die klingen wie ein Ritterschlag. Denn immerhin kickten in den vergangenen Jahren Topstürmer wie Jan Koller, Marcio Amoroso und Alex Frei in Schwarzgelb.
Es ist nur verständlich, dass der Verband Paraguays sich bemüht, Barrios einzubürgern und für die WM in Südafrika zu nominieren. Seine Mutter kommt aus dem Land, für das Borussias Nelson Valdez stürmt. Aktuell hat Barrios noch die argentinische Staatsbürgerschaft seine Vaters.
Bald neben Valdez für Paraguay?
„Ich fänd’s ja grundsätzlich gut, wenn Barrios bei der WM spielen würde. Aber wenn ich mir vorstelle, dass neben Nelson Valdez auch Lucas demnächst diese extrem langen Flüge zum Nationalteam Paraguays und zurück absolvieren muss, dann wird mir ehrlich gesagt schon ein bisschen anders...“, sagte Trainer Jürgen Klopp am Samstagabend.
Das WM-Turnier wäre für Barrios die internationale Plattform, um sich mit den Besten zu messen und sich den Topklubs Europas zu präsentieren. Der BVB überwies vor der Saison 4,2 Millionen Euro an Barrios´ Ex-Klub Colo Colo in die chilenische Hauptstadt Santiago. „Rückblickend ein Schnäppchen“, findet Rauball.
Marktwert verdoppelt
Barrios‘ Marktwert, so der frühere Leverkusener Manager Reiner Calmund, der nach wie vor Top-Kontakte nach Südamerika besitzt, „dürfte sich inzwischen fast verdoppelt haben“. Michael Zorc macht sich keine Sorgen um den Verbleib seines Topstürmers, selbst für den Fall, dass im Sommer exorbitante Summen geboten würden. „Das Angebot käme ja erst zu mir“, sagte Zorc nach dem 3:0 gegen Leverkusen. „Und das würde ich bestimmt nicht weiterleiten.
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