Offener Brief: Watzke ruft Fans zur Besonnenheit auf
DORTMUND Vor dem Bundesliga-Duell zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund folgt auf heiße Worte ein Offener Brief. Das Verhältnis zwischen beiden Klubs gilt seit den Vorkommnissen des vergangenen Jahres als belastet.
«
1/1
»
Offener Brief an die Fans: Hans-Joachim Watzke. (Foto: dpa)
Artikel aus diesem Ressort
Verbale Spitzen gegen das Mäzenatentum setzt Dortmunds KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke so regelmäßig wie auf eine Ebbe die Flut folgt. Erst während der Aktionärsversammlung am vergangenen Dienstag klotzte er: „Wie heißt diese THG oder TSG gleich? Wo wären die ohne den weißen Ritter aus Hoffenheim? Wir können eben nicht sagen: ’Lieber Dietmar Hopp, lass es Geld regnen!‘“
Der Zeitpunkt seiner Worte war zweifellos alles andere als geschickt gewählt. Zum einen, weil sich BVB-Fans beim jüngsten Dortmunder Gastspiel in Mannheim gegen Hoffenheim massiv daneben benommen hatten. Zum anderen, weil sich beide Teams schon am Samstag erneut in der Liga gegenüberstehen…
Zur Erinnerung: Im September 2008 hatte ein Transparent im BVB-Fanblock, auf dem Hopp in einem Fadenkreuz zu sehen war („Hasta la vista, Hopp“), für Ärger gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erstattete Anzeige gegen einen 19-jährigen. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem er sich bei Hopp entschuldigt hatte. Dennoch wird der Milliardär von Fans weiter beleidigt – unter anderem als „Sohn einer Hure“.
Watzke sieht Aushöhlung der 50+1-Regel
Am Mittwoch versuchte sich Hans-Joachim Watzke in Deeskalation und richtete einen Offenen Brief an die Fans. „Ich bitte Euch eindringlich, Herrn Hopp nicht erneut Ziel unflätiger Beschimpfungen werden zu lassen. Herr Hopp (...) ist ein integrer Mann, der es nicht verdient hat, Zielscheibe böswilliger Attacken zu werden“, schrieb er.
Rein inhaltlich sind Watzke und Hopp meilenweit voneinander entfernt: Der Borusse ist der Auffassung, dass die 50+1-Regel, die Klubübernahmen durch Investoren verbietet, in Hoffenheim ausgehöhlt wird, weil Hopp immense Gelder in den Klub pumpt – bis heute angeblich rund 190 Millionen Euro.
"Mein Ziel ist es zu stabilisieren"
Hopp, mit einem Vermögen von 4,9 Milliarden Euro laut „Manager Magazin“ elftreichster Deutscher, rechtfertigt: „Wenn irgendwann Leute kommen wie der Scheich aus Abu Dhabi, wird man vielleicht sagen: Wäre schön, wenn wir noch den Hopp hätten. Denn ich bin anders. Mein Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen. Mein Ziel ist es zu stabilisieren, langfristig lebensfähig zu machen.“
Einen gemeinsamen Nenner werden die beiden wohl nicht mehr finden. Watzke hofft nun, dass am Samstag im Stadion wenigstens der Anstand gewahrt bleibt. Aller Kritik am Modell Hoffenheim zum Trotz.
neuen Kommentar verfassen




